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Entwarnung für Eurozone - Prognose für Weltwirtschaft aber gesenkt


Konjunktur  

Weltbank: Entwarnung für Eurozone - Weltwirtschaft aber noch wackelig

16.01.2013, 14:12 Uhr | dpa, dapd, t-online.de

Der Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise dürfte überwunden sein. Ein Experte bei der Ratingagentur Fitch hält einen Kollaps der Währungsunion für "sehr unwahrscheinlich". Nun gibt auch die Weltbank Entwarnung für die Eurozone - zumindest ein bisschen. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten dürften zunächst überstanden sein. Aber die Wachstumsaussichten seien weiter nicht rosig: Die Wirtschaft habe noch zu viele Probleme. Für das globale Wachstum reduziert die Weltbank ihre Prognosen sogar recht deutlich. Für Deutschland gab die Bundesregierung ihre Einschätzung ab.

Verbesserte Situation der schwachen Euro-Staaten

Die Gefahr einer schweren Finanzkrise in der Eurozone ist nach Ansicht der Weltbank weitgehend gebannt. Das Vertrauen der Märkte in Europa habe sich im vergangenen halben Jahr "dramatisch verbessert", weil die Staaten und die Europäische Zentralbank richtige Schritte zur Stützung der Gemeinschaftswährung unternommen hätten, stellt die Organisation in ihrem Ausblick fest.

Dennoch sei es zu früh für eine echte Entwarnung. Die schwächeren Euro-Staaten liefen bei nachlassendem Reformeifer weiterhin Gefahr, von den Kapitalmärkten abgeschnitten zu werden. Das bleibe ein starkes Abwärtsrisiko für die Weltökonomie.

Globale Wirtschaft noch wackelig

Entgegen der "ermutigenden" Signale von den Märkten sei das tatsächliche globale Wachstum insgesamt noch "sehr wackelig und unsicher", sagte Weltbank-Chef Jim Yong Kim laut einer Mitteilung. Vor allem die anhaltende Schwäche in den Industrienationen "trübt die Aussichten für eine schnelle Verbesserung und eine Rückkehr zu einem stabileren Wachstum." Gefahren gingen auch von den politischen Wirrungen um den Schuldenabbau in den USA aus.

Wachstumsprognose deutlich gesenkt

Insgesamt werde die Konjunktur in diesem Jahr weltweit um 2,4 Prozent zunehmen, nach schlechter als erwarteten 2,3 Prozent in 2012, schätzt das multilaterale Finanzinstitut in seinem neusten Ausblick. Im Juni hatte man noch ein Wachstum von 3,0 Prozent prognostiziert. Erst für 2014 und 2015 sehe es mit 3,1 Prozent und 3,3 Prozent deutlich besser aus.

Konjunktur in Eurozone wird erst 2014 wieder wachsen

Für die Eurozone erwartet die Weltbank in diesem Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,1 Prozent. Danach gehe es deutlich aufwärts: 2014 lege das BIP um 0,9 Prozent zu und 2015 um 1,4 Prozent. Europa insgesamt müsse neben der Schuldenkrise auch die hohe Arbeitslosigkeit, Exportprobleme und Wettbewerbsnachteile lösen, um das Wachstum zu erhöhen. "Die kommenden Jahre bleiben vor allem in den Ländern der Eurozone schwierig", meint Weltbank-Chefökonom Kaushik Basu.

Wachstumsmotoren blieben die Schwellen- und Entwicklungsländer wie China oder Indien, die 2013 jeweils um 5,5 Prozent zulegen könnten und 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in den kommenden beiden Jahren. 2012 habe das Wachstum hier bei 5,1 Prozent gelegen. Diese aufstrebenden, meist exportabhängigen Nationen müssten allerdings Wege finden, sich von den Zyklen der Weltkonjunktur zu lösen. Dafür seien Investitionen in die heimische Infrastruktur und eine Stärkung der öffentlichen Haushalte wichtig, rät der Chefautor des Ausblickes, Andrew Burns.

Getrübte Aussichten: Was die Bundesregierung prognostiziert  (Quelle: dpa)Getrübte Aussichten: die Prognosen der Bundesregierung (Quelle: dpa) Wachstumsabschwächung in Deutschland

Für Deutschland wird im Vergleich zu 2012 nur noch ein Wachstum von 0,4 Prozent erwartet. Das geht aus dem Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung hervor, der in Berlin vorgestellt wurde. Nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bleibe Deutschland aber der Wachstumsmotor in Europa. Für das Jahr 2013 gebe es für die deutsche Wirtschaft angesichts eines robusten Arbeitsmarkts und steigender Einkommen "absolut positive Aussichten", sagte Rösler.

Im Oktober war die Bundesregierung noch von einem Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,0 Prozent ausgegangen. Allerdings hätten die Vertrauenskrise im Euroraum und die schwache Weltwirtschaft das Wachstum im Verlauf des vergangenen Jahres verlangsamt, sagte Rösler. Dies werde sich 2013 aber wieder ändern.

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