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Bundesumweltamt regt Klima-Zertifikate für Kuhbauern an


Klimaschutz: Bundesumweltamt regt Klima-Zertifikate für Kuhbauern an

18.01.2013, 09:43 Uhr | dpa, t-online.de, dapd

Bundesumweltamt regt Klima-Zertifikate für Kuhbauern an. Das Bundesumweltamt kritisiert die Haltung von Tieren  (Quelle: dapd)

Das Bundesumweltamt kritisiert die Haltung von Tieren (Quelle: dapd)

Benötigen deutsche Bauern in Zukunft für ihre Kühe eine grüne Plakette? So eine Vorschrift ist zwar schwer vorzustellen, dennoch fordert das Bundesumweltamt in Hinblick auf den Klimaschutz strengere Auflagen für Kuhbauern. Das Amt denkt dabei an Verschmutzungszertifikate. "Mittelfristig ist es denkbar, zumindest die großen, industrieähnlichen Mastbetriebe in den Emissionshandel einzubeziehen", sagte der Präsident des Umweltbundesamts (Uba), Jochen Flasbarth, der Zeitung "Die Welt". Umweltschützer äußern zudem große Kritik am Deutschen Export.

Kühe schaden dem Klima

Bauern müssten für ihre Ställe je nach Größe dann entsprechende Verschmutzungszertifikate erwerben. "Gerade Rinder verursachen hohe Methan-Emissionen, die das Klima stark schädigen", begründete Flasbarth seinen Vorstoß. Die Landwirtschaft hatte im Jahr 2011 an den klimarelevanten Emissionen immerhin einen Anteil von acht Prozent.

Dünger schädigt mehr als Kohlendioxid

Flasbarth forderte zudem, zum Schutze des Klimas, auch den Einsatz von Dünger zu reduzieren: "In der Umwelt wird Stickstoff zu Lachgas, welches das Klima um die 300 Mal stärker schädigt als Kohlendioxid", erklärte der Präsident im Gespräch mit der Zeitung. Allein in Deutschland würden jedes Jahr rund 3,2 Millionen Tonnen Rein-Stickstoff emittiert.

Als großes Problem benannte Flasbarth zudem die Tierhaltung in vielen Betrieben. Würden die Tiere statt im Stall auf der Weide mit entsprechender Fütterung gehalten, könnten diese Emissionen reduziert werden, sagte er der "Welt".

Exporte schädigen die Umwelt

Als weiteres großes Umweltproblem machte zudem der Umweltverband BUND die wachsenden Exporte aus. "Wir exportieren das Fleisch und die Gülle bleibt hier", sagte Verbandschef Hubert Weiger der Nachrichtenagentur dpa. In der Folge wachse die Stickstoffbelastung im Grundwasser, besonders in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wo die großen Geflügel- und Schweinemäster sitzen. Die Bestände würden immer größer und der Antibiotikaeinsatz steige.

"Der Bauernverband blendet die Folgekosten aus"

Der Deutsche Bauernverband hatte die wachsenden Exporte dagegen als Beitrag zum Klimaschutz und zur effizienten Welternährung gewertet. "Das ist absurd", setzte Weiger entgegen. "Der Bauernverband blendet die Folgekosten aus." Weil hierzulande das Futter nicht reiche, werde Regenwald in Südamerika zerstört, um Sojafutter für deutsche Ställe zu produzieren.

In den Zielländern verhinderten deutsche Exporte, dass die Länder ihre eigene Ernährungswirtschaft voranbrächten und die eigenen Ressourcen nutzten. Als Beispiele nannte er die Ausfuhr von Geflügelresten nach Westafrika und von Milch nach Russland. "Man muss sich das mal vorstellen: Wir sind stolz, dass wir Nahrungsmittel nach Russland exportieren, eines der flächenreichsten Länder der Welt", kritisierte Weiger.

Zudem drängten die Deutschen mit ihrer Wirtschaftsweise Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern aus dem Markt.

Umweltschützer fordern ein Umdenken

"Das muss aufhören", forderte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland. "Wir dürfen nur für Europa produzieren." Anstelle der Grundsätze der "Agrarindustrie" müsse die einfache Richtschnur gelten: "Ich halte nur so viele Tiere wie ich auch durch meinen Boden ernähren kann."

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