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FAO: Welternährungsorganisation will Hunger komplett ausrotten


Welternährungsorganisation will Hunger komplett ausrotten

21.01.2013, 07:55 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

FAO: Welternährungsorganisation will Hunger komplett ausrotten. FAO-Chef José Graziano da Silva: Erde kann 13 Milliarden Menschen ernähren (Quelle: Reuters)

FAO-Chef José Graziano da Silva: Erde kann 13 Milliarden Menschen ernähren (Quelle: Reuters)

Die Welternährungsorganisation FAO will den Hunger vollständig aus der Welt verbannen. Der Chef der UN-Organisation, José Graziano da Silva, sagte der "Badischen Zeitung" (BZ), die Welt könne bis zu 13 Milliarden Menschen ernähren - knapp doppelt so viele, wie derzeit auf der Erde leben. Graziano forderte ein Ende der Spekulation mit Agrarrohstoffen und widersprach damit Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen. Der hatte am Samstag auf der Grünen Woche in Berlin erklärt, man habe "keinen Nachweis gefunden, dass die Spekulation für die Preisentwicklung verantwortlich ist".

Dagegen sagte Graziano der "BZ", insbesondere der Derivatemarkt beeinflusse die Preise für Agrarrohstoffe extrem: "Hedge Fonds spielen hier eine wichtige Rolle. Wenn die Preise steigen, drücken sie, wenn es keine eindeutige Regulierung gibt, das Niveau weiter nach oben. Fallen sie, schieben sie es weiter nach unten. Das hilft niemanden. Dabei verliert jeder." Der FAO-Chef sprach sich für eine Selbstregulierung der Branche aus.

Hunger durch Verschwendung

Zur Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung sagte Graziano, es gebe derzeit genügend Lebensmittel für sieben Milliarden Menschen. Das Problem sei aber die Verschwendung. Ein Drittel der Erzeugnisse gehe verloren oder werde weggeworfen. Das seien 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Jahr.

Mit den heutigen Technologien ließen sich bereits zehn Milliarden Menschen ernähren. "Wir setzen aber nur höchstens 20 Prozent dieser Technologien ein, zum Beispiel besseres Saatgut oder pfluglose Anbaumethoden. Wenn wir auf alle Möglichkeiten zurückgreifen, können wir bis zu 13 Milliarden Menschen ernähren", sagte Graziano da Silva.

Kritik an Agrarspekulationen

Die Äußerungen Fitschens waren umgehend auf Kritik gestoßen. Die Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, sagte: "Spekulationen haben eindeutig dazu beigetragen, durch die Volatilität bei Preisen Hungersituationen gerade in kritischen Momenten zu verstärken."

Die Verbraucherorganisation Foodwatch warf der Bank vor, sie mache sich "wissentlich mitschuldig an Hungerkrisen in den ärmsten Ländern der Welt". Geschäftsführer Thilo Bode sagte: "Verantwortlich handeln hieße für die Deutsche Bank, sich vorsorglich aus der Spekulation mit Agrarrohstoffen zu verabschieden."

Einige Banken verzichten auf Investments in Nahrungsmittel

Das Bundeslandwirtschaftsministerium äußerte sich ebenfalls distanziert. "Wir lehnen es ab, die Geschäftspolitik und die Geschäftspraktiken der Deutschen Bank zu kommentieren", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Einige Geldinstitute haben den Rückzug aus umstrittenen Investments in Nahrungsmittel bekanntgegeben, etwa die Commerzbank, die Landesbank Baden-Württemberg und die Sparkassen- Fondsgesellschaft Dekabank. Dagegen ist zum Beispiel auch die Allianz weiterhin im Handel mit Agrarrohstoffen aktiv.

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