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Börsen-Rallye zahlt sich aus: Die Deutschen sind so reich wie nie


Die Deutschen sind so reich wie nie

28.01.2013, 13:56 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Börsen-Rallye zahlt sich aus: Die Deutschen sind so reich wie nie. Das Vermögen der Deutschen ist gestiegen - die wenigsten baden jedoch in Geld. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Vermögen der Deutschen ist gestiegen - die wenigsten baden jedoch in Geld. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Deutschen haben so viel Geld wie nie: Im dritten Quartal 2012 stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte hierzulande nach Angaben der Deutschen Bundesbank auf die Rekordhöhe von 4871 Milliarden Euro. Das Plus von 1,3 Prozent oder 64 Milliarden Euro zum Vorquartal geht gut zur Hälfte auf das Kursfeuerwerk an den Börsen zurück und kommt damit vor allem Aktionären zugute.

Euro-Krise hat Zuwachs gebremst

Die Anleger dürften frohlocken: Der deutsche Leitindex DAX legte seither weiter zu. Im Jahresvergleich erhöhten die Privathaushalte in Deutschland ihr Geldvermögen sogar um satte fünf Prozent - das ist das kräftigste Plus seit dem ersten Quartal 2010.

Dabei wäre noch mehr möglich gewesen. Denn während DAX & Co. kräftig anzogen, waren zahlreiche Sparer im Herbst 2012 weiter durch die Schuldenkrise im Euroraum verunsichert. Deshalb schichteten sie ihr Geld um. Dabei wählten sie Anlageformen, die wenig oder gar keine Zinsen abwarfen, aber vermeintlich risikoarm oder schnell verfügbar sind: Zuflüsse gab es bei Bargeld und Sichteinlagen sowie bei den Ansprüchen gegenüber Versicherungen.

Kurzfristige Bankeinlagen bevorzugt

"Die Vermögensbildung über Bankeinlagen einschließlich Bargeld, die mit knapp 20 Milliarden Euro einen Großteil zur Nettogeldvermögensbildung der Haushalte beitrug, ist trotz negativer realer Verzinsung ausschließlich auf Mittelzuflüsse bei den Sichteinlagen zurückzuführen", betonte die Bundesbank.

Aus anderen Anlagen zogen sich private Investoren hingegen zurück. So flossen aus Termin- und Spareinlagen einschließlich Sparbriefen gut acht Milliarden Euro ab. Die Bundesbank begründete diesen Trend mit "dem weiterhin historisch niedrigen Zinsumfeld sowie der allgemeinen Unsicherheit im Zusammenhang mit der Schuldenkrise in Europa".

Anleger nehmen Gewinne mit

Von festverzinslichen Wertpapieren trennten sich die privaten Haushalte im fünften Quartal in Folge, dieses Mal in einer Größenordnung von fünf Milliarden Euro. Auch Investmentzertifikate wurden im Umfang von einer Milliarde Euro verkauft.

Selbst Aktien wurden per saldo nur in geringer Menge von 0,3 Milliarden Euro gekauft. Hingegen legten die Ansprüche gegenüber Versicherungen im dritten Quartal 2012 erneut um rund neun Milliarden Euro zu nach plus 12,5 Milliarden Euro im Vorquartal.

Bürger verschulden sich für eigene vier Wände

Die Verschuldung der privaten Haushalte nahm – wie im Vorquartal – nur leicht zu. Per saldo wurden Kredite in Höhe von gut sechs Milliarden Euro aufgenommen, darunter primär Kredite für den Wohnungsbau. Damit beliefen sich die gesamten Verbindlichkeiten am Quartalsende auf 1562 Milliarden Euro und das Nettogeldvermögen der privaten Haushalte stieg auf 3309 Milliarden Euro.

In der Regel wächst das Geldvermögen der Deutschen stetig. Vor 20 Jahren hatte es noch einen Wert von 1926,5 Milliarden Euro, im dritten Quartal 2002 waren es 3517 Milliarden Euro. Nur in einigen Krisen gab es Dellen wie zuletzt im dritten Quartal 2011. Damals nagten die Turbulenzen an den Börsen am Wohlstand der Aktionäre. Die Finanzkrise 2008/2009 ließ das Vermögen sogar über einen längeren Zeitraum schrumpfen. Diese Verluste wurden längst wieder aufgeholt.

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