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Bundeskartellamt überprüft Übernahme der "Frankfurter Rundschau"


Zeitungsbranche  

Bundeskartellamt überprüft Übernahme der "FR" durch "FAZ"

01.02.2013, 10:05 Uhr | dapd, t-online.de

Bundeskartellamt überprüft Übernahme der "Frankfurter Rundschau". Die "Frankfurter Rundschau" steckt in der Krise (Quelle: dapd)

Die "Frankfurter Rundschau" steckt in der Krise (Quelle: dapd)

Zuerst wurde nur gemunkelt, nun ist es offiziell: Der Verlag der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) will die zahlungsunfähige "Frankfurter Rundschau" (FR) übernehmen. Die Bestätigung kam am Donnerstag vom Bundeskartellamt. Sein Präsident Andreas Mundt teilte mit, dass die Wettbewerbsbehörde die geplante Übernahme durch die FAZ prüft. Den rund 400 Mitarbeitern in der "FR"-Verwaltung und -Druckerei würde das aber wohl nicht helfen.

Großteil der FR-Stellen fällt wohl weg

Insolvenzverwalter Frank Schmitt hatte am Vortag mitgeteilt, dass es einen deutschen Interessenten gibt, der die Zeitung nach dem Insolvenzverfahren zum 1. März übernehmen und weiter herausgeben will. Allerdings sollen dann rund 400 der zurzeit etwa 450 Arbeitsplätze wegfallen. Um wen es sich bei dem potenziellen Investor handelt, wollte Schmitt nicht sagen, weil er zur Verschwiegenheit verpflichtet sei. Neben der "FAZ" hat offenbar noch ein türkischer Verlag Interesse an der Übernahme der "Frankfurter Rundschau" und ihrer Druckerei bekundet. Schmitt äußerte aber Zweifel an der Ernsthaftigkeit dieses Angebots.

Stark verkürzte Prüfungsfrist

Die Frist zur Prüfung des Übernahmeangebots der "FAZ" bzw. der Frankfurter Societäts-Druckerei als Verlag sei stark verkürzt, erklärte Kartellamtspräsident Mundt, weil das Weitererscheinen der "Frankfurter Rundschau" ohne neuen Investor nur noch bis Ende Februar gesichert sei. Die bisher liegenden Informationen ließen aber derzeit noch keine abschließende Entscheidung zu.

Marktposition spielt bei Prüfung eine Rolle

Den Ausschlag für die Zustimmung des Bundeskartellamts zur Übernahme dürfte nach seinen Worten die Antwort auf die Frage geben, ob es sich um eine sogenannte Sanierungsfusion handelt. Die Voraussetzungen dafür müssten ebenfalls geprüft werden, sagte Mundt. Für die Annahme einer solchen Sanierungsfusion sei unter anderem maßgeblich, ob die bestehende Marktposition der "FR" bei deren Ausscheiden aus dem Markt ohnehin der "FAZ" zuwachsen würde oder ob es einen ernsthaften alternativen Erwerber für die "FR" gebe.

Zweifel am einzig verbliebenen anderen Interessenten, dem türkischen Medienverlag Estetik Yayincilik, hatte Insolvenzverwalter Schmitt mit der Aussage genährt, dieser habe sein Angebot nur per E-Mail unterbreitet und nicht mit Sicherheiten unterlegt. Zudem seien der Kaufpreis wesentlich zu niedrig angesetzt und die vorgeschlagene Zahlungsweise in Raten nicht akzeptabel.

Mitarbeiter sollen in Transfergesellschaft wechseln

Wie Schmitt erläuterte, soll das Gros der "FR"-Mitarbeiter, die nicht übernommen werden, in eine Transfergesellschaft wechseln, auf deren Finanzierung sich die Alteigentümer, der Kölner Verlag DuMont Schauberg und die SPD-eigene ddvg, mit dem Insolvenzverwalter verständigt hatten. Dies soll aber schrittweise geschehen. Auch über den geplanten Betriebsübergang soll nämlich in der "FR"-Druckerei noch bis Ende März das "Handelsblatt" gedruckt werden. Die Produktion der "Frankfurter Rundschau" selbst ist dort noch bis Ende April geplant. Danach wird sie wahrscheinlich wie die "FAZ" und die mit ihr verlegerisch verbundene "Frankfurter Neue Presse" in der Societäts-Druckerei hergestellt.

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