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Libor-Skandal: Deutsche Bank feuert Händler - hohe Strafe für RBS

Libor-Skandal: Deutsche Bank feuert Händler - hohe Strafe für RBS

06.02.2013, 18:35 Uhr | dpa-AFX

Libor-Skandal: Deutsche Bank feuert Händler - hohe Strafe für RBS. Wegen Libor-Manipulationen müssen bei der Deutschen Bank weitere Händler gehen (Quelle: imago images)

Die Deutsche Bank soll wegen der vielen Rechtsstreitigkeiten Konsequenzen ziehen (Quelle: imago images)

Der Skandal um die Manipulationen des Libor-Zinssatzes hat Konsequenzen bei den beteiligten Banken. Die Deutsche Bank suspendierte nach internen Ermittlungen fünf weitere Händler. Die verstaatlichte britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) einigte sich mit den Behörden auf eine hohe Millionen-Strafe. 612 Millionen US-Dollar (452 Millionen Euro) muss das Institut an amerikanische und britische Behörden zahlen, wie die US-Finanzaufsicht CFTC mitteilte. Als Folge des Skandals tritt der Investmentbank-Chef John Hourican von seinen Ämtern zurück, wie es in einer Mitteilung der RBS hieß.

Zur Rolle der Deutschen Bank in dem Fall läuft auch noch eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht BaFin. Die betroffenen Mitarbeiter arbeiteten im Geldmarktteam in Frankfurt und waren unter anderem für die Festlegung von Referenzzinsen wie Libor und Euribor zuständig. "Nachdem die Bank festgestellt hat, dass sich eine bestimmte Zahl von Mitarbeitern unangemessen verhalten hatte, hat sie diese Mitarbeiter suspendiert oder entlassen und verfallbare Vergütungskomponenten einbehalten", erklärte ein Deutsche-Bank-Sprecher in Frankfurt.

RBS mit bisher zweithöchster Strafe

Die Zahlung der Royal Bank of Scotland ist die bisher zweithöchste Strafe im Zusammenhang mit den Libor-Ermittlungen. Spitzenreiter ist die Schweizer Großbank UBS, die im Dezember fast 1,2 Milliarden Euro zahlen musste. Die britische Barclays musste umgerechnet rund 340 Millionen Euro berappen. Konkret hat sich die RBS den Angaben zufolge darauf geeinigt, der britischen Bankenaufsicht FSA 137 Millionen Dollar, der US-Finanzaufsicht FTC 325 Millionen Dollar und dem US-Justizministerium 150 Millionen Dollar zu zahlen.

Der RBS-Vorsitzende Sir Philip Hampton sprach von einem "traurigen Tag für die Bank" und räumte schwerwiegende Mängel in deren Systemen und Kontrollen ein. Die Bank wolle alles dafür tun, um die Fehler der Vergangenheit wiedergutzumachen. Laut RBS waren insgesamt 21 Mitarbeiter in Manipulationen verwickelt.

Libor wichtige Größe

Die "London Interbank Offered Rate" (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Der Zins dient als Maßstab für Geldgeschäfte in Billionenhöhe. Geringste Ausschläge beim Libor oder Euribor ("Euro Interbank Offered Rate") können Millionen Gewinn oder Verlust bringen. An der Berechnung des Libor sind die britischen Geldinstitute und eine Reihe der weltweit größten internationalen Banken beteiligt. Kritiker fordern, die wichtigen Referenzzinsen sollten von unabhängigen Stellen festgestellt werden.

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