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Puma: Das Personal-Karussell dreht sich weiter


Bei Puma dreht sich das Personal-Karussell weiter

09.02.2013, 15:24 Uhr | dpa

 Puma: Das Personal-Karussell dreht sich weiter . Puma kämpft mit Sparprogramm und Stellenkürzungen gegen Gewinneinbrüche (Quelle: dapd)

Puma kämpft mit Sparprogramm und Stellenkürzungen gegen Gewinneinbrüche (Quelle: dapd)

Puma steckt in einer tiefen Krise. Im vergangenen Jahr brach der Gewinn des drittgrößten Sportartikelherstellers der Welt von Quartal zu Quartal stärker ein - und das in einer Zeit, in der der Konzern ohnehin grundlegend umgebaut wird. Die Folge: Ein striktes Sparprogramm und Stellenkürzungen.

Im Dezember wurde noch dazu bekannt, dass Kurzzeit-Chef Franz Koch in Kürze seinen Abschied nehmen wird. Außer ihm gehen in diesen Wochen viele weitere Top-Manager von Bord. Wenn Puma an diesem Donnerstag die Geschäftszahlen für 2012 präsentiert, werden daher nicht nur Fragen nach der Vergangenheit, sondern vor allem nach der Zukunft des Unternehmens im Fokus stehen.

Entscheidungen werden in Frankreich gefällt

Bislang schießen die Spekulationen ins Kraut, denn niemand weiß so recht, was bei Puma los ist. Seit der Ankündigung von Kochs Abgang herrscht Funkstille in Herzogenaurach, der MDAX-Konzern mit zuletzt 10.900 Mitarbeitern bleibt sorgsam unter dem Radar. Erst am Donnerstag werden die Unternehmensvertreter nicht mehr umhinkommen, in der Öffentlichkeit Stellung zu beziehen - ob sie dann konkrete Aussagen liefern, bleibt abzuwarten. Zumal die wirklich wichtigen Entscheidungen derzeit nicht in Franken, sondern in Frankreich fallen: Das Sagen hat bei Puma der mächtige Mehrheitsaktionär PPR.

Deshalb erst einmal die Fakten: Puma hatte sich unter dem vorherigen Vorstandschef Jochen Zeitz vom Pleite-Kandidaten zu einem prosperierenden Unternehmen entwickelt. 18 Jahre lang war Zeitz am Ruder, bevor er die Verantwortung im Juli 2011 an seinen Zögling Franz Koch abgab und in den Verwaltungsrat wechselte. Der damals erst 32 Jahre alte Strategiespezialist erbte nicht nur einen Weltkonzern, sondern auch eine Menge Probleme: Zeitz hatte vor allem auf Wachstum, Wachstum, Wachstum gesetzt. Die Produktions-, Vertriebs- und Organisationsstrukturen kamen bei diesem rasanten Tempo nicht mit.

Umbau notwendig

Koch muss deshalb den Konzern umbauen, die Organisation straffen und die Prozesse effizienter machen. Um die Kräfte zu bündeln, führt er ein regionales Geschäftsmodell ein und passt das Netz an Lagern der neuen Struktur an. Zudem konzentriert sich Puma unter Koch auf einige wenige Hauptkategorien wie Teamsport, Running oder Lifestyle. Die Kollektion wird um 30 Prozent ausgedünnt, auch bei den eigenen Shops gibt es einen Aderlass.

Zeitgleich mit dem ambitionierten Umbau erhöht jedoch die stetig schlechter werdende Ertragslage den Druck auf Koch, der mit verschärften Sparmaßnahmen reagiert. Im dritten Quartal bricht der Gewinn um gut 85 Prozent auf 12,2 Millionen Euro ein - trotz eines vor allem währungsbedingten Umsatzanstiegs von 6 Prozent auf 892 Millionen Euro. Auch für das Gesamtjahr kündigt Puma einen deutlichen Gewinnrückgang an.

Neue Phase

Dennoch überrascht Mitte Dezember die Meldung von Kochs Abgang - "im gegenseitigen Einverständnis" zu Ende März - nicht nur die Analysten, wird ihm doch solide Arbeit und hohes Ansehen attestiert. PPR begründet die Trennung mit dem Ausscheiden von Übervater Zeitz aus dem Verwaltungsrat: Puma trete dadurch "in eine neue Phase seiner Unternehmensentwicklung ein und verändert angesichts dieser Herausforderungen auch seine Topmanagement-Struktur". Entsprechend kündigen auch andere Spitzenmanager ihren Abschied an. Vom bisherigen Vorstand bleibt nur Vertriebschef Stefano Caroti übrig.

Seither wird darüber gerätselt, was der französische Mehrheitsaktionär PPR mit Puma vorhat. Zuletzt hielten die Pariser rund 82 Prozent der Anteile an den Franken, die derzeit wegen der Personalumbrüche als nahezu gelähmt gelten - in einer Zeit, in der die Konkurrenz jeden Vorsprung nutzt und in der unter anderem Entscheidungen für die umsatzträchtige Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien getroffen werden müssen.

Ob Puma seinen Laufrhythmus findet

Deshalb hängt nun alles davon ab, wie schnell Puma wieder seinen Laufrhythmus findet und zur Aufholjagd ansetzt. Eine entscheidende Rolle spielt dabei Jean-François Palus. Der Franzose ist derzeit der mächtigste Mann bei Puma: Als Chef der Sport-Lifestyle-Sparte von PPR ist er inzwischen auch Vorsitzender des Puma-Verwaltungsrats. Viel ist von dem ausgewiesenen Zahlenspezialisten außer seiner Leidenschaft für Rugby nicht bekannt. In Sachen Puma hat er bisher lediglich angekündigt, Kochs Transformationsprogramm fortzuführen und spätestens im Frühjahr einen neuen CEO zu benennen.

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