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EZB: Starker Euro ist Risiko für Preise und Konjunktur


EZB: Starker Euro ist Risiko für die Konjunktur

14.02.2013, 15:27 Uhr | dpa, dpa-AFX, t-online.de

EZB: Starker Euro ist Risiko für Preise und Konjunktur. Die Euroskulptur vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main (Quelle: dapd)

Die Euroskulptur vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main (Quelle: dapd)

Die Europäische Zentralbank (EZB) positioniert sich erneut gegen einen starken Euro. Darin sieht sie ein Risiko vor allem für den Außenhandel, wenn zeitgleich andere Währungen schwächer werden. Zwar seien die Inflationsgefahren unter dem Strich weitgehend ausgewogen, heißt es im Monatsbericht der EZB, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Jedoch stelle der erhöhte Wechselkurs des Euro für sich genommen schon ein "Abwärtsrisiko" dar.

Eine starke Währung verbilligt Einfuhren aus Drittländern. Der damit einhergehende Druck auf das Preisniveau kann dazu führen, dass die Inflationsrate merklich unter den von der EZB angestrebten Zielwert von knapp zwei Prozent fällt.

Europäische Exportwaren können teurer werden

Andererseits werden Waren aus der Eurozone im außereuropäischen Ausland tendenziell teurer, wenn der Euro an Wert gewinnt. Das könnte die konjunkturelle Erholung im Euroraum gefährden - und den Druck auf das Preisniveau zusätzlich verschärfen.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte vor einer Woche die Aufwertung des Euro als "Zeichen der Rückkehr des Vertrauens" in die europäische Gemeinschaftswährung bezeichnet. Langfristig bewege sich der Euro in der Nähe seines Durchschnittswerts.

"Verbale Intervention" führt zu Kursabsenkung

Zugleich erklärte Draghi, die Notenbank habe die Euro-Aufwertung als potenzielles Risiko für Konjunktur und Geldwertstabilität im Auge. Ökonomen bezeichneten das als "sanfte verbale Intervention", der Euro-Kurs sackte schlagartig um fast zwei Cent zum US-Dollar ab.

Zugleich warnte am Donnerstag EZB-Vizepräsident Vitor Constancio davor, einen Währungskrieg herbeizureden und Wechselkurse als politisches Ziel festzulegen. Die Politik müsse einsehen, dass die nationale Fiskal- und Geldpolitik Auswirkungen auf die Wechselkurse habe.

Euro hat seit Sommer 2012 zu anderen Währungen aufgewertet

Beispielhaft nannte Constancio Japan. Das Land steht, ebenso wie die USA, in der Kritik, über eine sehr expansive Haushalts- und Geldpolitik Abwertungsdruck auf ihre Währungen auszuüben. Der Euro hat seit Sommer 2012 zu vielen Währungen deutlich aufgewertet, insbesondere zum japanischen Yen, zum US-Dollar und zum britischen Pfund.

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