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George Soros wettet gegen Yen und macht eine Milliarde Dollar


George Soros wettet gegen Yen und macht eine Milliarde Dollar

15.02.2013, 08:09 Uhr | bv, t-online.de

George Soros wettet gegen Yen und macht eine Milliarde Dollar. US-Starinvestor George Soros: Erfahrung mit Wetten auf fallende Kurse (Quelle: Reuters)

US-Starinvestor George Soros: Erfahrung mit Wetten auf fallende Kurse (Quelle: Reuters)

Der Abwertungswettlauf einiger Weltwährungen - auch als "Währungskrieg" bekannt - hat spekulativen Hedge Fonds einen Milliardengewinn beschert. Allein Star-Investor George Soros soll bisher eine Milliarde Dollar daran verdient haben, dass Japan seinen Yen schwächte, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das berichtet das "Wall Street Journal Deutschland". Eine schwächere Währung soll heimische Produkte billiger machen und ihnen damit einen Vorteil auf dem Weltmarkt verschaffen.

Soros' Firma und andere Hedge-Fonds-Manager gingen beim Yen short, das heißt, sie verkauften die Währung, ohne sie zu besitzen, in der Hoffnung, sich günstiger mit der Währung eindecken zu können, wenn das entsprechende Options-Papier fällig wird. Diese Strategie schien zumindest seit November 2012 einigermaßen risikoarm gewesen zu sein, denn Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe hatte bereits vor seiner Wahl im Dezember seine Abwertungsstrategie propagiert.

Yen hat stark abgewertet

Seitdem ist der Wert der japanischen Währung um etwa 20 Prozent gefallen. Anfang November bekam man für einen Euro nur etwa 104 Yen, zuletzt waren es 124 Yen.

Soros' Hedge Fonds soll etwa 15 Milliarden Dollar schwer sein. Er spekuliert inzwischen nur noch mit Geld seiner Familie, nachdem er andere Anteilseigner im vergangenen Jahr ausbezahlt hatte. Genügend Investitionsvolumen für die gehebelten Währungsgeschichte ist also auf jeden Fall vorhanden. Legendär ist Soros' Wette gegen das britische Pfund in den 90er Jahren, die ihm ebenfalls einen Milliardengewinn eingebracht haben soll.

Kritik am Abwertungswettlauf aus Europa

Der Währungskrieg ist inzwischen ein starkes Thema auf der politischen Bühne. Zahlreiche europäische Politiker und Notenbanker haben das Vorgehen der abwertungsgeneigten Staaten kritisiert. Der Wert des Euro ist seit November um in der Spitze rund zehn Prozent gestiegen. Das belastet vor allem die Exportwirtschaft der weniger konkurrenzfähigen südlichen Euro-Staaten, wie EU-Währungskommissar Olli Rehn schon vor einer Woche warnte. Da die Konjunktur im Euroraum ohnehin lahmt, kommt die Aufwertung der Gemeinschaftswährung besonders ungelegen.

G20-Treffen soll Klarheit bringen

Die Europäische Zentralbank (EZB) will sich jedoch nicht an dem Abwertungswettlauf beteiligen, also den Euro-Kurs nicht künstlich drücken. Die Wechselkurse sollten sich weiterhin am Markt bilden, hieß es aus der Notenbank. Stattdessen wird es bei einem Treffen der G20-Staaten an diesem Freitag und Samstag in Moskau wohl Druck auf diejenigen Regierungen geben, die ihre Währungen künstlich verbilligen oder billig halten. Vor allem Japan steht hier im Fokus. Und die Hedge Fonds werden dies genau beobachten, denn wenn der Yen vom Rückwärts- wieder in den Vorwärtsgang schaltet, kann der schöne Milliarden-Gewinn ganz schnell wieder verschwinden.

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