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"Frankfurter Rundschau" steckt Rückschlag ein: Druckhaus schließt


Druckhaus schließt: Weiterer Nackenschlag für die "FR"

22.02.2013, 14:41 Uhr | dpa-AFX, dapd, t-online.de

"Frankfurter Rundschau" steckt Rückschlag ein: Druckhaus schließt. Das Verlagsgebäude der Rundschau in Frankfurt-Sachsenhausen. (Quelle: dpa)

Das Verlagsgebäude der Rundschau in Frankfurt-Sachsenhausen. (Quelle: dpa)

Erneuter Rückschlag im Kampf um das Weiterbestehen der insolventen "Frankfurter Rundschau": Das Angebot eines türkischen Verlegers haben die Gläubiger als nicht tragfähig abgelehnt. Jetzt ist nur noch die "FAZ" interessiert. Für die "FR"-Druckerei bedeutet es auf jeden Fall das Aus, für die meisten Redakteure auch.

Im Bieter-Verfahren um die insolvente "Frankfurter Rundschau" ist der türkische Verleger Burak Akbay aus dem Rennen. Einziger verbleibender Interessent ist somit die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Die Gläubiger seien gegen ein Angebot von Akbays Unternehmen Estetik Yayincilik, wie aus einem Rundschreiben der Insolvenzverwaltung an die Mitarbeiter der Traditionszeitung hervorgeht.

"Das zuletzt von Estetik vorgelegte Angebot ist vom Gläubigerausschuss als nicht ausreichend abgelehnt worden", heißt es in dem Schreiben. "Daraus folgt die Stilllegung des Druckzentrums."

Die "FAZ" würde maximal 28 Mitarbeiter übernehmen

Für die "FR" würde eine Übernahme durch die konkurrierende "FAZ" zwar eine Perspektive als Zeitung versprechen, für die weitaus meisten der betroffenen 450 Mitarbeiter in Redaktion und verlagsinterner Druckerei allerdings das Aus bedeuten. Denn die "FAZ" würde maximal 28 Mitarbeiter aus der Redaktion übernehmen, an der Druckerei hat sie, im Gegensatz zum ausgeschiedenen Akbay, kein Interesse. Bis Ende Februar muss eine Entscheidung fallen.

Trotz Nachbesserung halten Gläubiger das Konzept nicht für tragfähig

Nach Überzeugung der Gläubiger ist das Konzept Akbays nicht tragfähig genug, obwohl es erst vor wenigen Tagen nachgebessert worden war. Außerdem sei der Kaufpreis deutlich zu niedrig, die angebotenen Sicherheiten für die Zahlung zudem nicht ausreichend. Der Sprecher der Insolvenzverwaltung, Ingo Schorlemmer, schloss aus, dass es ein weiteres Angebot Akbays geben werde. "Die Gläubiger würden sich auch mit einem eventuellen neuen Angebot gar nicht beschäftigen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Etwa 400 Beschäftigte kriegen Angebot für Transfergesellschaft

Insolvenzverwalter Schmitt äußerte in dem Schreiben sein Bedauern, dass die meisten Mitarbeiter der FR ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Den voraussichtlich Betroffenen sind inzwischen die Verträge für den Wechsel in eine Transfergesellschaft vorgelegt worden. Es handelt sich laut FR-Betriebsrat um 337 Mitarbeiter in Druckerei und Verlag sowie weitere 60 bis 70 Beschäftigte aus den Tochtergesellschaften.

Die Gesellschaft sichert für bis zu sechs Monate eine Lohnfortzahlung während der Suche nach einer neuen Beschäftigung. Vor allem in Verwaltung und Druckzentrum dürfte schon Anfang März ein starker Stellenabbau erfolgen.

Im Druckzentrum werden nach Schätzungen etwa die Hälfte der Beschäftigten betroffen sein, nachdem der Druckauftrag des Axel-Springer-Verlags bereits weggefallen ist. Die übrigen Mitarbeiter können bis Ende April noch das «Handelsblatt» und bei einem positiven Bescheid des Kartellamts auch die FR dort weiter produzieren. Ab Mai würde die «Frankfurter Rundschau» dann in der Druckerei des Societäts-Verlags produziert werden.

Kartellamt prüft "FAZ"-Angebot

Derzeit prüft das Bundeskartellamt das "FAZ"-Angebot. "Lehnt das Kartellamt eine Übernahme ab, bin ich gezwungen, die Verlagstätigkeit zum Ende des Monats Februar einzustellen", teilte Insolvenzverwalter Frank Schmitt den "FR"-Mitarbeitern in dem Rundschreiben mit. Die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde ist erforderlich, weil mit der Übernahme der «Frankfurter Rundschau» mit dieser, der FAZ und der «Frankfurter Neuen Presse» drei Frankfurter Tageszeitungen vom selben Verlag herausgegeben würden.

Insolvenzverwalter rechnen mit Zustimmung

Schmitts Sprecher Ingo Schorlemmer äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur dapd die Überzeugung, dass die Voraussetzungen für eine Zustimmung des Bundeskartellamts zu der Übernahme gegeben seien. Wie das Bundeskartellamt entscheide, sei aber noch nicht bekannt. Er rechne jedoch fest damit, dass die Entscheidung noch bis Ende Februar falle.

Die "Frankfurter Rundschau" hatte im November angesichts hoher Verluste Insolvenz angemeldet. Hauptgesellschafter sind die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg und die SPD-Medienholding ddvg.

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