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S&K Immobilien: Offenbar auch Finanzmagazin in Anlageskandal verwickelt


S&K-Anlageskandal  

S&K Immobilien: Offenbar auch Finanz-Magazin in Anlageskandal verwickelt

22.02.2013, 13:18 Uhr | dpa, t-online.de

S&K Immobilien: Offenbar auch Finanzmagazin in Anlageskandal verwickelt. Die Frankfurter Immobiliengruppe S&K steht unter Betrugsverdacht (Quelle: dpa)

Die Frankfurter Immobiliengruppe S&K steht unter Betrugsverdacht (Quelle: dpa)

Der Anlageskandal um das betrügerische Schneeballsystem der Frankfurter Immobiliengruppe S&K weitet sich aus. Offenbar ist auch die Herausgeberin und Gesellschafterin des Magazins "Finanzwelt" in den spektakulären Fall verwickelt. Das "Handelsblatt" berichtet, dass die Räume von Dorothee S. durchsucht worden seien. Der Vorwurf der Staatsanwälte: schönfärberische Berichterstattung gegen üppige Beraterhonorare. Mit einer schnellen Anklage ist vorerst jedoch nicht zu rechnen.

Das Verfahren sei selbst für Frankfurter Verhältnisse sehr umfangreich und sicher nicht in wenigen Monaten abzuschließen, sagte ein Sprecher der federführenden Staatsanwaltschaft. Die am Dienstag gestarteten Durchsuchungen in 130 Objekten seien rechtlich noch nicht abgeschlossen, auch die Sicherung der Vermögenswerte sei noch im vollen Gang.

Rund 50 Beschuldigte

Unverändert sind sechs von zusammen rund 50 Beschuldigten in Untersuchungshaft. Die Männer sollen in den nächsten Tagen zu dem von ihnen mutmaßlich installierten betrügerischen Schneeballsystem befragt werden. Beim Hafttermin am Mittwoch hatten sie sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Nach Informationen von "Manager-Magazin" online soll es sich um vier Männer aus der Anlagebranche, darunter die beiden S&K-Gründer, sowie einen Rechtsanwalt und einen Architekten handeln. Letzterer steht im Verdacht, ohne Zulassung frisierte Wertgutachten über die S&K-Immobilien abgegeben zu haben.

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"Beraterhonorar" für Journalistin

Keine Details nannte der Justizsprecher zum Fall der Journalistin, die laut "Handelsblatt" gegen Schmiergeld in ihrer Zeitschrift für die windigen S&K-Anlagen geworben haben soll. Die Zeitung meldete, dass die Staatsanwaltschaft von der Annahme ausgehe, dass die "Finanzwelt"-Herausgeberin ihre Zeitschrift zum Zwecke der persönlichen Bereicherung als Werbebroschüre von der S&K-Gruppe missbrauchen ließ. So habe sie für die Unterstützung der Hauptbeschuldigten Stephan Schäfer und Jonas Köller allein 6000 Euro monatlich als "Beraterhonorar" erhalten.

Schadenshöhe noch unklar

Unklar blieben auch die im dreistelligen Millionenbereich verortete Schadenshöhe und die Zahl der Geschädigten, die bislang nur mit "mehrere Tausend" umschrieben wird. Wegen der Vielzahl der Objekte kann die Justiz auch noch nicht sagen, welche Werte sie im Interesse der geschädigten Anleger bei den Verdächtigen sicherstellen konnte. Es geht unter anderem um Immobilien-Fonds, Konten und teure Sportwagen.

Interessengemeinschaften für Betroffene gegründet

Die S&K Gruppe ist mit verschiedenen Fondsanbietern verbunden. Ein Partner ist der Hamburger Fondsanbieter United Investors Emissionshaus GmbH, die die beiden Fonds Deutsche S&K Sachwerte und Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 im Angebot hat. Angesichts der brisanten aktuellen Ereignisse rufen Rechtsanwälte derzeit Interessengemeinschaften ins Leben.

Kein Grund für eilige Beratung

Für die Opfer besteht jedoch aus Sicht des Verbraucherschutzes derzeit kein Grund für hektische Aktivitäten. "Man muss nicht sofort zum Anwalt rennen. Erst einmal gilt es, Ruhe zu bewahren und die Entwicklung der Geschehnisse zunächst zu beobachten", sagte der Kapitalmarktexperte Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Warnung vor Garantien

Derzeit seien viele Anwaltsbüros unterwegs, um in dem Fall mit mehreren tausend Geschädigten neue Mandanten zu gewinnen. Für die Geschädigten sei nicht ganz einfach zu erkennen, wer ihre Interessen besonders gut vertreten könne und ob bei den mutmaßlichen Betrügern überhaupt etwas zu holen sei, das den Aufwand rechtfertige.

"Ich warne vor Kanzleien, die eine Garantie aussprechen, dass man sein Geld auf jeden Fall zurückbekommt", sagte Feck. Das könne zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös beurteilen. "Ein schönes Urteil nutzt wenig, wenn dann nichts zu holen ist. Das Verfahren ist einfach kein Selbstläufer", warnte der Fachanwalt.

Staatsanwaltschaft Frankfurt hat die beste Informationslage

Nach den bundesweiten Durchsuchungen vom Dienstag und Mittwoch bei mehreren Firmen unter anderem in Frankfurt, Hamburg und München verfüge derzeit die Staatsanwaltschaft Frankfurt über die besten Informationen, so Feck. Die Justiz habe auch Vermögenswerte gesichert, die später unter den Geschädigten verteilt werden könnten. "In einigen Wochen ist es sicher sinnvoll, über einen Anwalt Einsicht in die Ermittlungsakte zu verlangen", sagte der Verbraucherschützer.

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