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GfK-Experte warnt vor steigender Inflation


GfK-Experte warnt vor steigender Inflation

27.02.2013, 08:13 Uhr | dpa, AFP, dpa-AFX

GfK-Experte warnt vor steigender Inflation. Die lockere Geldpolitik der Notenbanken befeuert die Angst vor Inflation (Quelle: imago/Newscast)

Die lockere Geldpolitik der Notenbanken befeuert die Angst vor Geldentwertung (Quelle: imago/Newscast)

Die Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte bald die Inflation in Deutschland anheizen. Das sagte der GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. "Es ist im Moment so, dass sich diese zusätzliche Geldmenge mehr oder weniger im Finanzbereich bewegt und weniger in Form von Investitionen und dergleichen in den realen Sektor übergeschwappt ist", erklärte der Experte des Nürnberger Marktforschungsunternehmens. Wenn diese Geldmenge in die Realwirtschaft gelange, werde das jedoch Auswirkungen auf die Preise haben.

Die EZB will genau das vermeiden und hat deshalb stets betont, das Geld rechtzeitig wieder einzusammeln. Europas Währungshüter bieten den Geschäftsbanken derzeit Zentralbankgeld zu historisch niedrigen Zinsen an, um das Geschäft der Banken untereinander sowie das Kreditgeschäft in den Euro-Krisenländern anzukurbeln.

Inflation zuletzt gesunken - Sorge auch in USA

Für dieses Jahr sieht auch Bürkl noch keinen stärkeren Anstieg der Inflationsrate, zumal die Jahresteuerung zuletzt im Januar auf 1,7 Prozent gesunken ist. "Aber mittelfristig steckt hier schon ein Gefahrenpotenzial drin." Hohe Inflation gilt als Gift für das Konsumklima.

Auch in den USA wächst die Sorge vor einer steigenden Inflation infolge der lockeren Geldpolitik der dortigen Notenbank Federal Reserve. Das war vergangene Woche aus den Mitschriften der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed hervorgegangen. Mehrere Teilnehmer äußerten Bedenken über weitere Aufkäufe von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren.

Binnenkonsum für die Wirtschaft wichtig

In Deutschland tragen die Ausgaben der Privathaushalte knapp 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Für 2013 rechnet die GfK mit einem Zuwachs um ein Prozent - auch dank der anstehenden Tarifrunden. "Das Einkommen ist natürlich eine ganz wichtige Voraussetzung für den Konsum. Im Moment zeichnet sich ab, dass die Tariferhöhungen höher sein werden als die zu erwartende Inflationsrate in diesem Jahr, also dass es auch reale Einkommenszuwächse gibt", erläuterte Bürkl. Dies werde die Verbraucherstimmung stützen.

"Der Konsum könnte auch dadurch wachsen, dass die Verbraucher noch weiter ihr Sparen einschränken", sagte Bürkl. Allerdings liege die Sparquote schon auf einem sehr niedrigem Niveau, weil die durch die Finanzkrise verunsicherten Bürger auch wegen der niedrigen Zinsen ihr Geld lieber für teure Anschaffungen ausgäben.

Immobilien werden wohl bald zu teuer und knapp

Der Run auf Immobilien könnte im Übrigen wegen des knapper werdenden Angebots nachlassen, prognostizierte Bürkl. "Wenn es im Immobilienbereich nicht mehr oder nur noch zu stark überhöhten Kosten möglich ist, das Geld anzulegen, dann werden die Verbraucher vermutlich zu anderen größeren oder werthaltigen Anschaffungen tendieren. Das kann zum Beispiel im weitesten Sinne alles sein, was mit Gold zu tun hat."

Aktien als Inflationsschutz oder als Mittel gegen die zu niedrigen Sparzinsen waren dagegen bei den Deutschen zuletzt schon wieder weniger gefragt. Die Zahl der Aktionäre sank nach einem Zwischenhoch Anfang 2012 inzwischen wieder ab. In der zweiten Jahreshälfte kehrten rund 1,3 Millionen Anleger der Börse wieder den Rücken - nachdem sie Gewinne mitgenommen hatten. Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) gab es Ende 2012 rund 8,8 Millionen Menschen, die direkt und/oder indirekt Geld in Aktien investiert hatten. Das waren per Saldo 200.000 mehr als 2011.

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