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Tempolimit für superschnellen Börsenhandel beschlossen


Tempolimit für superschnellen Börsenhandel beschlossen

28.02.2013, 13:51 Uhr | AFP, dapd, t-online.de, dpa-AFX

Tempolimit für superschnellen Börsenhandel beschlossen. Beim Hochfrequenzhandel werden in Sekunden Aktien ge- und verkauft (Quelle: dpa)

Beim Hochfrequenzhandel werden in Sekunden Aktien ge- und verkauft (Quelle: dpa)

Die Regierung nimmt den superschnellen Computerhandel an den Börsen schärfer an die Kandare. Der Bundestag hat mit schwarz-gelber Mehrheit die Gesetzespläne zur Regulierung des boomenden "Hochfrequenzhandels" beschlossen. Die Teilnehmer - also Kapital- und Investmentgesellschaften - brauchen demnach künftig eine Zulassung nach dem Kreditwesengesetz. Sie müssen zudem dafür sorgen, dass ihre Computersysteme nicht den Handel stören.

Neues Gesetz stärkt BaFin

Darüber hinaus werden die Rechte der Finanzaufsicht BaFin zum Eingreifen in den Hochfrequenzhandel klarer gestaltet. Bestimmte Handelsstrategien gelten künftig als Marktmanipulation, was ein scharfes Vorgehen der Behörden erlaubt. Börsenbetreiber sollen dem Gesetz zufolge künftig dazu verpflichtet werden, Hochfrequenzhändler bei extremer Handelsaktivität Gebühren aufzuerlegen. Eine von der SPD geforderte Mindesthaltedauer von Aufträgen gibt es nicht.

Mit dem Tempolimit sollen Risiken durch die automatisch in Millisekunden ausgelösten Börsengeschäfte eingedämmt sowie extreme, irrationale Kursschwankungen ohne Bezug zur Wirtschaft verhindert werden. Nach Darstellung von Union und FDP ist es die weltweit erste Regulierung, die Opposition nannte die Pläne unzureichend. Der Bundesrat will sich voraussichtlich am 22. März mit dem Gesetz befassen. Die Länderkammer muss dem Gesetz aber nicht zustimmen.

Auch in Deutschland droht "Flash Crash"

Beim Hochfrequenzhandel kaufen und verkaufen Computer elektronisch automatisiert Wertpapiere nach den Vorgaben ihrer Betreiber. Dies geschieht mittels bestimmter Regeln - sogenannter Algorithmen - binnen Sekundenbruchteilen. In Deutschland macht der Hochfrequenzhandel Schätzungen zufolge mehr als 40 Prozent des gesamten Handelsvolumens aus.

Im Frühjahr 2010 kam es zum Beispiel in den USA zu einem "Flash Crash", einem blitzartigen Absturz der Börsen. Einige Aktien verloren am 6. Mai des Jahres mehr als 90 Prozent ihres Wertes. Die Experten waren zunächst ratlos, was der Auslöser war. Spätere Analysen ergaben, dass die Computerprogramme für den ultraschnellen Handel den Absturz zumindest beschleunigt hatten.

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