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Norwegen vermehrt Wohlstand schlagartig mit Erdöl und Erdgas


Erdöl: Norwegens Wohlstand schlagartig vermehrt

04.03.2013, 08:08 Uhr | dapd

Norwegen vermehrt Wohlstand schlagartig mit Erdöl und Erdgas. Vor Norwegens Küsten lagern noch riesige Öl- und Gasvorkommen (Quelle: dpa)

Vor Norwegens Küsten lagern noch riesige Öl- und Gasvorkommen (Quelle: dpa)

Für Ola Borten Moe ist dies ein guter Tag. Wenn ein Erdölminister mitteilen darf, dass sich die bekannten Energievorräte unter dem Meeresboden seines Landes auf einen Schlag um schätzungsweise 15 Prozent vermehrt haben, dann kann das gar nicht anders sein. Doch den Rohstoffschatz zu heben, wird nicht gerade einfach. Umweltverbände haben bereits Widerstand angekündigt.

Neue Ressourcen nördlich von Norwegen

"Diese neuen Ressourcen repräsentieren enorme Werte", strahlt der jugendliche Ressortchef. "Speziell erfreulich ist das auch für Nordnorwegen, das sich damit nun wirklich als neue Erdölprovinz positionieren kann".

Dass sich unter der Barentssee südöstlich von Spitzbergen und rund um das ebenfalls norwegische Inselchen Jan Mayen 500 Kilometer vor der grönländischen Küste noch riesige, unentdeckte Lagerstätten von Erdöl und Erdgas verbergen, das konnte man bislang vielleicht vermuten. Sicher gewusst hat es niemand. Denn jahrzehntelang war es aus politischen Gründen unmöglich, die Gegend geologisch zu erkunden.

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Grenzabkommen macht's möglich

Erst 2010 legten Russland und Norwegen einen 40 Jahre schwelenden Gebietsstreit bei und einigten sich auf eine gemeinsame Seegrenze in den arktischen Gewässern. Damit war der Weg frei für eine Forschungsflotte, die das norwegische Erdöldirektorat in das 44.000 Quadratkilometer große Meeresgebiet entsandte, und die jetzt mit froher Kunde heimkehrte.

Seismische Messungen hatten ausgewiesen, dass sich in der Tiefe der südöstlichen Barentssee vermutlich rund 300 Millionen Standardkubikmeter Erdöläquivalente verbergen. Rund um die einsame Gletscherinsel Jan Mayen sollen es weitere 90 Millionen Standardkubikmeter Erdöläquivalente sein. Mit der Maßeinheit eines Erdöläquivalents wird die Energiemenge und nicht die Liter-Zahl angegeben.

Unsicherheit der Prognose

Das sind riesige Mengen. Doch mit dieser Prognose sind auch Unsicherheiten verbunden. Das Erdöldirektorat mahnt zur Vorsicht. Noch handele es sich nicht um tatsächliche Funde, sondern nur um Annahmen aufgrund seismischer Untersuchungen. Gewissheit müsse sich erst aus Probebohrungen erweisen.

Allerdings liegt das Gebiet zwischen dem riesigen russischen Gasfeld "Shtokman" und dem norwegischen "Schneewittchen"-Gasfeld, damit ist die Wahrscheinlichkeit groß, tatsächlich etwas zu finden. Das Erdöldirektorat betont auch, es müsse mit Unsicherheiten und Fehlmargen gerechnet werden. So kann die Menge von Erdöläquivalenten im südöstlichen Barentsmeer zwischen 55 und 565 Millionen Kubikmeter betragen und die um Jan Mayen zwischen null und 460 Millionen schwanken.

Ein Wermutstropfen ist zudem, dass sich vermutlich zum größeren Teil Gas statt Erdöl finden wird. Bei den sinkenden Gaspreisen sind das nicht nur gute Nachrichten. Doch selbst bei konservativen Annahmen und einem großen Gasanteil liegen für Norwegen in den Tiefen des südöstlichen Barentsmeeres riesige Werte verborgen.

Produktion noch in weiter Ferne

Das Gebiet im südöstlichen Barentsmeer ist noch "ungeöffnet". Es ist noch nicht in Bohrfelder unterteilt und damit auch noch nicht für Probebohrungen bereit. Erst muss nun das norwegische Parlament grünes Licht geben und dann den Erdölgesellschaften Erkundungsfelder für Probebohrungen zuteilen. Bis die Produktion im Gang ist, werde es deshalb noch 15 bis 20 Jahre dauern, meint Erdöldirektorin Nyland

Zudem sind Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace, Bellona und WWF Norwegen gegen Ölbohrungen in der südöstlichen Barentssee und haben Widerstand angekündigt. Auf noch mehr Skepsis stoßen Bohrungen um die Insel Jan Mayen, die seit 2010 unter Naturschutz steht.

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