Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Kurssturz nach Kapitalerhöhung: Commerzbank kauft sich frei


Commerzbank kauft sich frei - Kurs stürzt ab

13.03.2013, 13:37 Uhr | dapd , dpa-AFX

Kurssturz nach Kapitalerhöhung: Commerzbank kauft sich frei. Blick auf das Commerzbank-Hauptgebäude in Frankfurt am Main (Quelle: dapd)

Blick auf das Commerzbank-Hauptgebäude in Frankfurt am Main (Quelle: dapd)

Das gefällt den Anlegern gar nicht: Die Commerzbank will durch eine Kapitalerhöhung Geld einsammeln, um Staatshilfen abzuzahlen. Der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin soll 1,6 Milliarden Euro zurückerhalten. Nach der Kapitalerhöhung sinkt der Staatsanteil vermutlich unter die wichtige Marke von 20 Prozent, die Politik würde ihre Sperrminorität verlieren. Die Börse reagierte stark verschnupft auf den Schritt, der schon seit gestern gerüchteweise in den Medien diskutiert wurde.

Die Commerzbank-Aktie reagierte auf die Nachricht mit einem neuerlichen heftigen Kursrutsch: Zeitweise wurde das Papier mit einem Abschlag von 14 Prozent bei 1,20 Euro gehandelt. Bereits am Dienstag hatte ein Bericht des "Manager Magazins" über die geplante Kapitalerhöhung die Anteile ins Minus gedrückt, die Aktie schloss am DAX-Ende.

Auch die Allianz erhält Hunderte Millionen

Insgesamt will die Commerzbank 2,5 Milliarden Euro Kapital einnehmen. Mit dem Geld will das zweitgrößte deutsche Bankhaus die Stillen Einlagen des SoFFin und der Allianz zurückzahlen, wie der Konzern mitteilte. Der Schritt solle von der auf den 19. April vorgezogenen Hauptversammlung beschlossen werden.

Damit zahle das Institut "schneller als geplant all jene Bestandteile der staatlichen Unterstützung zurück, die wir selbst ablösen können", sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Blessing. Der Versicherungskonzern Allianz - mit dem sich die Commerzbank unmittelbar vor dem Ausbruch der Finanzkrise auf die Übernahme der kriselnden Dresdner Bank geeinigt hatte - erhält 750 Millionen Euro.

Aktienmenge soll optisch teurer werden

Die Bank will außerdem ihr Image als Penny-Stock ablegen: Die Aktien sollen im Verhältnis 10 zu 1 zusammengelegt werden, die Zahl der Papiere somit von derzeit 5,83 Milliarden auf 583 Millionen Stück sinken, wie die Bank bei der Bekanntgabe ihrer Kapitalerhöhung mitteilte.

"Mit der Aktienverknappung macht sich die Commerzbank optisch wertvoller. Damit ist die Gefahr gebannt, dass die Aktie unter einen Euro fällt," sagt Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank.

Staatshilfen von insgesamt 18,2 Milliarden Euro

Der Staat war nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers Mitte September 2008 in zwei Schritten bei der Commerzbank eingestiegen, die wiederum kurz vor dem Bankrott des US-Instituts die mit etlichen Altlasten behaftete Dresdner Bank übernommen hatte. Insgesamt flossen 18,2 Milliarden Euro staatliche Hilfsgelder, davon 16,4 Milliarden Euro als Stille Einlage. Den Löwenanteil davon hatte die Bank mit einer früheren Kapitalerhöhung getilgt.

Die Bank verbessere nun "unter vollständiger Anwendung von Basel III" ihre Kapitalausstattung und erhöhe die künftige Ausschüttungsfähigkeit, sagte Blessing. Für die Kapitalerhöhung garantieren der Mitteilung zufolge die Deutsche Bank, Citi und HSBC. Sie übernehmen das neue Aktienpaket und platzieren es auf dem Kapitalmarkt.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
AnzeigeREIFENKONFIGURATOR

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal