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Opel: Erste Mitarbeiter sagen Ja zu Sanierungsplan


Opel: Erste Mitarbeiter sagen Ja zu Sanierungsplan

15.03.2013, 13:10 Uhr | dpa-AFX, dpa, dapd

Opel: Erste Mitarbeiter sagen Ja zu Sanierungsplan. Polieren statt abservieren: Opels Zukunft soll mit einem Bündel an Maßnahmen gesichert werden (Quelle: dapd)

Polieren statt abservieren: Opels Zukunft soll mit einem Bündel an Maßnahmen gesichert werden (Quelle: dapd)

Die IG-Metall-Mitglieder an den Opel-Standorten Kaiserslautern, Rüsselsheim und Dudenhofen haben einen wichtigen Schritt in Richtung Job-Erhalt getan: Wie die Gewerkschaft mitteilte, haben die Metaller dem Sanierungsplan für den angeschlagenen Autobauer zugestimmt. Die Belegschaft habe den Kompromiss von Gewerkschaft, Adam Opel AG und Gesamtbetriebsrat mit großer Mehrheit angenommen. Am Standort Eisenach sollen die Mitarbeiter Anfang kommender Woche abstimmen. Vom Standort Bochum heißt es dagegen: Dieser Plan ist nicht abstimmungsfähig.

Dort kämpft der Betriebsrat um die Sicherung von Arbeitsplätzen und Produktionszusagen und lehnt den Plan bisher ab. Zunächst soll bis Monatsende nachverhandelt werden.

Kritik an Nachteilen nur für Bochum

"Wir sollen abgewickelt werden und das sollen wir auch noch unterschreiben", sagte der Betriebsratchef Rainer Einenkel. Er kritisierte etwa, dass betriebsbedingte Kündigungen bei Opel zwar bis zum 31. Dezember 2016 ausgeschlossen werden sollen, nicht aber in Bochum: Bis Ende 2014 müssten 600 Beschäftigte ausscheiden, etwa über Abfindung, Altersteilzeit oder Eigenkündigung: "Wenn diese Quote nicht erreicht wird, kann ab 1.1.2015 betriebsbedingt gekündigt werden."

Der Plan sieht unter anderem vor, dass die Belegschaft im Gegenzug für die Verlängerung des Kündigungsschutzes um zwei Jahre Tariferhöhungen stundet. Trotzdem will Opel nach 2016 in Bochum keine Autos mehr bauen, aber im Warenverteilzentrum und einer neuen Komponentenfertigung rund 1200 Arbeitsplätze erhalten. "Was mit hochwertigen Komponentenarbeitsplätzen gemeint ist, für welche Modelle und für welche Laufzeit das geplant ist, konnte seitens des Vorstandes niemand sagen", schimpfte Einenkel. Er kritisierte die Zusagen als zu schwammig.

Bis Monatsende besteht noch Hoffnung

Nach aktuellem Stand haben die Arbeitnehmervertreter in Bochum noch bis Monatsende Zeit, in Verhandlungen mit dem Management Verbesserungen zu erreichen. "Innerhalb dieser Frist wollen wir gemeinsam Druck machen, um für Bochum eine Lösung zu schaffen", sagte der Chef des IG-Metall-Bezirks Mitte, Armin Schild. Er sei zuversichtlich, dass bis dahin eine akzeptable Lösung gefunden werden könne. Misslingt die Einigung, würde für den Standort der aktuelle Standortsicherungsvertrag gelten. Dieser sichert Werke und Arbeitsplätze aber nur bis Ende 2014.

Neuer Opel-Chef pocht auf "Gewinner-Mentalität"

Bei seiner ersten Betriebsversammlung am Stammsitz Rüsselsheim hatte am Vormittag der neue Opel-Chef Karl-Thomas Neumann die Belegschaft zu mehr Zuversicht aufgerufen. "Ich möchte, dass hier wieder eine Gewinner-Mentalität einzieht", sagte Neumann. Er habe keinen Zweifel daran, dass Opel wieder zu alter Stärke zurückfinden werde.

Allerdings werde der Weg dorthin weder einfach noch kurz. Die Kosten müssten gedrückt und das Image aufpoliert werden. Opel fährt seit Jahren Verluste ein, die Absatzkrise in Europa verschärft das Problem der teuren Überkapazitäten zusätzlich.

"Jetzt die richtigen Weichen stellen"

Am Sanierungsplan führe daher kein Weg vorbei, betonte Neumann. Er sei sich sehr wohl bewusst, dass der Vertrag spürbare Einschnitte für alle Mitarbeiter bedeute: "Aber wir alle müssen uns bewusst sein, dass dieser Beitrag jetzt notwendig ist. Wir müssen jetzt die richtigen Weichen stellen, wir haben keine Zeit zu verlieren."

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