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Krombacher, Warsteiner & Co. unter Verdacht: Kartellamt ermittelt gegen "Bierkartell"


Kartellamt ermittelt gegen "Bierkartell"

22.03.2013, 13:53 Uhr | t-online.de , dapd

Krombacher, Warsteiner & Co. unter Verdacht: Kartellamt ermittelt gegen "Bierkartell". Die großen der Bierbranche in Deutschland scheinen sich beim Preis abzusprechen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die großen der Bierbranche in Deutschland scheinen sich beim Preis abzusprechen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Bundeskartellamt ist verbotenen Mauscheleien bei Bierpreisen auf der Spur: Die Behörde ermittelt wegen des Verdachts auf illegale Absprachen gegen mehr als ein Dutzend Brauereien hierzulande. Das Verfahren befinde sich bereits in der letzten Ermittlungsphase und soll noch im Sommer abgeschlossen werden, sagte ein Behördensprecher. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" sollen einige der größten deutschen Brauer unter den Verdächtigen des "Bierkartells" sein.

Größtes Verfahren in der Branchenhistorie

Das Magazin berichtete, es handele sich um das größte Kartellverfahren in der Geschichte der Bierbranche. Der Marktanteil der Unternehmen, gegen die das Kartellamt ermittle, belaufe sich zusammen auf rund 50 Prozent. Den Brauern drohen nach den Angaben Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe. Der Behördensprecher wollte dies allerdings nicht bestätigen. Die Höhe mögliche Bußgelder sei noch offen, sagte er.

Zu den Beschuldigten zählen nach Angaben des Magazins unter anderem die Brauereien Warsteiner und Krombacher sowie die internationalen Braugruppen Carlsberg (Holsten) und AB-Inbev (Becks). Außerdem wird demnach gegen die Familienunternehmen Erdinger, Bitburger und die Getränkesparte des Lebensmittelkonzerns Oetker mit den Marken Radeberger und Jever ermittelt.

Warsteiner und Bitburger bestätigen Ermittlungen

Die Warsteiner Brauerei bestätigte auf dapd-Anfrage, dass das Kartellamt gegen das Unternehmen ermittle. "Es geht um die Frage, ob unser Unternehmen möglicherweise in der Vergangenheit an horizontalen Preisabsprachen teilgenommen hat", berichtete die Brauerei. Ergebnisse der Untersuchung lägen dem Unternehmen aber noch nicht vor.

Auch eine Bitburger-Sprecherin räumte ein: "Das Kartellamt hat uns darüber informiert, dass ein Verfahren wegen des Verdachts der Verletzung des Wettbewerbsrechts eingeleitet worden ist." Darüber hinaus wollte das Unternehmen sich nicht zu dem laufenden Verfahren äußern. Radeberger, Carlsberg, AB-Inbev und Erdinger lehnten jede Stellungnahme zu den Vorwürfen ab. Von Krombacher war zunächst keine Reaktion zu erhalten.

Konsumgütermarkt im Visier der Branchenwächter

Das Bundeskartellamt hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Kartellverstöße im deutschen Konsumgütermarkt aufgedeckt. So verhängte die Behörde gegen 15 Drogerieartikel-Hersteller - darunter Henkel, Beiersdorf und Procter & Gamble - Geldbußen in einer Gesamthöhe von 63 Millionen Euro, weil sie an einem verbotenen Informationsaustausch über Rabatte und Preiserhöhungen teilgenommen haben sollen.

Die Bußgelder gegen elf Süßwarenhersteller - darunter Ritter, Katjes, Haribo und Nestle - wegen verschiedener Kartellverstöße summierten sich auf rund 60 Millionen Euro. Von den Kaffeeröstern Tchibo, Melitta und Dallmayr verlangte die Behörde im Jahr 2009 wegen verbotener Preisabsprachen sogar Bußgelder von fast 160 Millionen Euro.

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