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Post und Postbank leiden unter Mitarbeitermangel


Grippewelle  

Post und Postbank leiden unter Mitarbeitermangel

26.03.2013, 12:12 Uhr | t-online.de, mmr

Post und Postbank leiden unter Mitarbeitermangel  . Geschlossene Postbank-Filiale  (Quelle: imago/ Horst Galuschka)

Geschlossene Postbank-Filiale (Quelle: imago/ Horst Galuschka)

Seit Wochen grassiert in Deutschland eine Grippewelle und dezimiert die Mitarbeiterschaft in vielen Firmen. Besonders stark scheint die Post betroffen zu sein. Die Beschwerden von Kunden über geschlossene Postbank-Filialen reißen nicht ab, in manchen Ortschaften wird tagelang keine Post mehr ausgetragen. Die Post begründet die Ausfälle mit Krankheiten, Arbeitnehmervertreter sehen hingegen ein grundsätzliches Problem.

In vielen Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens, in Hessen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern standen Postbank-Kunden in den vergangenen Wochen oft vor verschlossenen Türen ihrer örtlichen Filiale - und das während der regulären Öffnungszeiten. In Hannover schloss eine Postbank in der vergangenen Woche gleich für mehrere Tage die Pforten. Dort fehlte zunächst sogar das Hinweisschild an der Tür, berichtete das "Handelsblatt".

Besonders kurios: In Bocholt konnte vor zwei Wochen gar kein Schild aufgehängt werden, da der Mitarbeiter erkrankte, der den Schlüssel zum Gebäude hatte. In den niedersächsischen Ortschaften Ostrhauderfehn, Bredenbeck und Wennigsen sowie im schwäbischen Ravensburg blieb die Postzustellung aus.

Krankenstand von bis zu 60 Prozent

Die Post macht für die Ausfälle eine Grippewelle verantwortlich. "Vor allem im westlichen Ruhrgebiet, am Niederrhein sowie rund um Hannover hatten wir in vielen Filialen einen Krankenstand von bis zu 60 Prozent bei der Stammbelegschaft", sagte Sprecher Rüdiger Grimmert dem Bonner "General-Anzeiger". Trotz etwa 1500 Aushilfskräften, die die Postbank als Springer für ihre rund 6000 Filialen einsetzen könne, sei ein Ausgleich da nicht mehr zu realisieren.

Eine Post-Sprecherin in Ostfriesland räumte ein, dass derzeit Kapazitäten fehlen, um die Bezirke "flächendeckend und tagesaktuell zu beliefern". Das bedeutet: "Wir müssen Bezirke zusammenlegen, da schaffen es die Zusteller nicht immer, alle Pakete abzuliefern." Die Postbank verweist auf krankheitsbedingte Ausfälle: "Die Antwort lautet ganz einfach Grippewelle", so Pressesprecherin Iris Laduch-Reichelt auf Anfrage der "Neuen Ruhrzeitung NRZ" bereits Anfang März.

Krank machender Vertriebsdruck

Hingegen heißt es bei der Gewerkschaft Postbank, Telekom und Call-Center (DPVKOM), die Grippe sei allenfalls nur eine von mehreren Ursache. Dem Unternehmen fehle es schlicht an Personal, sagt Sprecher Maik Brandenburger, dessen Gewerkschaft etwa 5000 der insgesamt 19.000 Postbank-Mitarbeiter vertritt. "Auf den Postbankern lastet ein hoher Vertriebsdruck. Viele sind dem nicht gewachsen und werden krank." Bei einem erhöhten Krankenstand würden dies die Kunden sofort merken.

Die Vermutung, die zahlreich geschlossenen Postbank-Schalter hätten vielleicht mit Personalabbau zu tun, weist Laduch-Reichelt hingegen entschieden zurück. "Wir messen unsere Kundenströme genau und versuchen so unsere Mitarbeiter möglichst effizient einzusetzen", betont die Postbank-Sprecherin.

Postbank-Image leidet

DPVKOM-Sprecher Brandenburger sorgt sich um das Image der Postbank, die im Jahr 2012 von der Deutschen Bank vollständig übernommen wurde: "Das Unternehmen muss alles dafür tun, den guten Ruf der Postbank zu bewahren. Das geht nur mit genügend Personal, das gut ausgebildet ist und vernünftig bezahlt wird."

Immer größere Zustellbezirke für Postboten

Was die Postzustellung betrifft, wird in den Augen von Ver.di-Sprecher Erwin Wolf der Druck dem subjektiven Empfinden nach auf die Post-Bediensteten immer größer, da die Postboten "Jahr für Jahr größere Bezirke" abdecken müssten. "Die Belastungen in der Briefzustellung sind zum Teil unerträglich", zitiert ihn die "Schwäbische Zeitung".

Als Ursachen für die "enge Kalkulation" der Deutsche Post AG sieht der Ver.di-Vertreter im Übrigen nicht zuletzt die Konkurrenz im Bereich der Briefzustellung. Auch die Verlagerung eines Großteils offizieller wie privater Korrespondenz ins Internet mache der Deutschen Post AG zu schaffen. Die gute Nachricht für die Bürger: Da die Grippewelle langsam abflaut, "können wir in Ravensburg wieder regulär zustellen", gibt Post-Pressesprecher Hugo Gimbel aus Stuttgart Entwarnung.

Post kommt später

Einen Anspruch darauf, seine Briefe und Päckchen schon am frühen Morgen zu bekommen, gebe es allerdings nicht: "Wir arbeiten mit Vollzeitkräften", erläutert Gimbel in der "Schwäbischen Zeitung". Die Post werde sukzessive bis in den Nachmittag hinein ausgetragen. Da die Zustellbezirke alljährlich angepasst werden, wenn etwa ein Neubaugebiet dazu gekommen ist, kann es vorkommen, dass jemand, der seine Post bislang um 10 Uhr im Briefkasten hatte, sie nun erst um 14 Uhr bekommt.

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