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Aldi rüstet auf: Größere Filialen und Sortimente


Aldi rüstet auf: Größere Filialen und Sortimente

29.03.2013, 14:46 Uhr | dpa

Aldi rüstet auf: Größere Filialen und Sortimente. Nach Jahren der Stagnation gibt Aldi Nord wieder Gas (Quelle: dpa)

Nach Jahren der Stagnation gibt Aldi Nord wieder Gas (Quelle: dpa)

Der Discounter Aldi geht mit Schwung ins Jubiläumsjahr: 100 Jahre wird das Familienunternehmen Albrecht in diesem Jahr alt. Moderne Filialen und ein erweitertes Sortiment sollen im hart umkämpften deutschen Heimatmarkt weiteres Wachstum sichern.

Neue Kleidung für Aldi-Nord-Mitarbeiter

Der alte Krämerkittel hat ausgedient. Aldi Nord rüstet seine bundesweit 28.000 Mitarbeiter mit neuer Berufsbekleidung aus. Blusen, Hemden und Westen sehen Beobachter wie die "Lebensmittel Zeitung" als ein Signal für den Aufbruch in andere Zeiten.

Aufgemöbelte Filialen, Backstationen und Markenprodukte sollen beim Discounter mehr Geld in die Kassen spülen. Auch das als moderner geltende Schwesterunternehmen Aldi Süd hat sein Sortiment erweitert. Mit dem Verkauf von Tickets für Fernbuslinien bauen Aldi Nord und Aldi Süd außerdem ihr Reiseangebote im Internet aus.

Aldi Nord findet wieder Anschluss

"Aldi schafft sich mit dem Ausbau der Filialen und des Sortiments eine eigene Firmenkonjunktur", sagte Handelsexperte Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Besonders deutlich werde das beim Discounter Aldi Nord, der in Deutschland nach einer mehrjährigen Stagnationsphase seit dem vergangenen Jahr wieder zulege und Anschluss an die bisher schnellere Schwester im Süden finde.

"Aldi kann vom Sterben der Fachhändler profitieren, insbesondere wenn der Bäcker oder Metzger um die Ecke zumacht." Umfangreichere Sortimente kämen gerade älteren Menschen entgegen, die nicht in mehreren Läden einkaufen wollten. Vor Feiertagen hole sich Aldi mit dem Premium-Angebot "Gourmet" immer wieder viele Gelegenheitskäufer ins Haus.

"Aldi Nord ist erwacht"

Auch die Konkurrenz nimmt die Veränderungen wahr. "Aldi Nord ist erwacht", sagte vor kurzem ein hochrangiger Manager eines anderen Discounters anerkennend. Allerdings müsse das nicht automatisch ein Nachteil sein. Wenn Aldi Nord zulege, könnten die Discounter bei den Verbraucher insgesamt wieder stärker im Fokus stehen.

Die GfK hält es für möglich, dass die Lebensmittel-Discounter insgesamt in diesem Jahr ein "Comeback" erleben werden. Darauf deuteten Umsatzzuwächse seit August 2012 hin. Im Januar und Februar 2013 belief sich das Plus auf insgesamt fünf Prozent. Wachstumstreiber sind laut der GfK Aldi Nord und Aldi Süd. Fünf von sechs Haushalten in Deutschland kaufen Daten zufolge regelmäßig oder spontan bei Aldi Nord und Aldi Süd ein.

Ist Aldi auf dem Weg zu einem Supermarkt?

"Was das Sortiment angeht, nähern sich beide tatsächlich an: Discounter erweitern ihre Sortimente, Aldi ergänzt um Markenartikel, Supermärkte haben ihre Eigenmarken ausgeweitet und folgen den Preisen von Aldi und Lidl", stellten der Ex-Aldi-Manager Dieter Brandes und sein Sohn Nils, die Handelsunternehmen beraten, Anfang 2013 fest.

Aldi tendiere zu einem neuen Format: Durch den steigenden Non-Food-Anteil - also Artikel, die nicht zum Kernsortiment Lebensmittel gehören - werde Aldi zunehmend zu einer Art Warenhaus. Aldi verkaufe deutlich mehr als 3000 Non-Food-Artikel pro Jahr. "Der Umsatzanteil beträgt 20 Prozent, bald vielleicht 30 Prozent", meinen die beiden Experten.

Komplexität nimmt zu

Die Listung von Coca-Cola sehen Dieter und Nils Brandes aber als Verstoß gegen das Aldi-Prinzip. Zum Discountkonzept gehöre, möglichst viele Eigenmarken zu verkaufen. Discountexperte Matthias Queck sieht Aldi im Spagat. "Mit frischen Backwaren, Nutella und Coca-Cola wird Aldi Nord Boden gut machen."

Es nehme aber auch die Komplexität der Betriebsabläufe zu. "Da gilt es, die Kosten im Griff zu behalten." Wenn der führende Discounter einen neuen Artikel ins Sortiment nehme, werde er über Nacht zu einem der größten Verkäufer. Der Marktanteil von Aldi Nord und Aldi Süd am gesamten deutschen Lebensmittelhandel liege bei 15 Prozent. Bei einzelnen Produkten liege dieser noch deutlich höher.

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