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Goldpreis weiter auf Talfahrt: Anleger sind schuld


Finanzinvestoren versenken den Goldpreis

04.04.2013, 15:45 Uhr | t-online.de - Frank Lansky, mit dpa-AFX

Goldpreis weiter auf Talfahrt: Anleger sind schuld. Gold hat zuletzt ein wenig an Glanz verloren (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gold-Münzen und -Barren (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Harte Zeiten für die Fans von Edelmetall: Innerhalb von drei Tagen rauschte der Preis für die Feinunze Gold von 1603 bis auf 1540 Dollar ab. Auch mittelfristig zeigt der Trend nach unten: Zum 31. März hat das gelbe Metall das erste Mal seit 2001 auf Schlusskurs-Basis zwei Quartale hintereinander einen Verlust verbucht. Experten machten im Gespräch mit t-online.de ungeduldige Anleger für den Absturz verantwortlich.

Frustrierte Anleger verkaufen Gold

Das einzig bedeutende Argument für den bröckelnden Goldpreis sei derzeit die Ungeduld von Finanz-Investoren, urteilte Daniel Briesemann, Analyst bei der Commerzbank, im Gespräch mit t-online.de. "Die starken Verluste am Dienstag und Mittwoch kamen über die Futures-Märkte, große Finanz-Anleger ziehen sich aus dem Edelmetallmarkt zurück, wahrscheinlich fließt das Geld in Aktien."

Und weiter: Bei den Anlegern herrsche angesichts der Hausse an den Börsen große Frustration über die Lethargie bei den Rohstoffen. Der Dow Jones Industrial und der S&P 500-Index hatten jüngst neue Rekordhochs markiert.

Das Commerzbank-Team kommentierte am Donnerstag, der aktuelle Preisrückgang sei von kräftigen ETF-Abflüssen begleitet worden - insgesamt fielen die Bestände Gold-Indexfonds an einem Tag um knapp zehn Tonnen, dies sei der stärkste Abbau seit zwei Wochen gewesen.

Nach dem Unterschreiten wichtiger charttechnischer Unterstützungen könnte es seitens der Anleger zu weiteren Verkäufen kommen und der Goldpreis kurzfristig weiter nachgeben.

Die Angst vor der Krise schwindet

Natürlich spiele auch die US-Wirtschaft eine Rolle, diese befinde sich mittel- bis langfristig im Erholungsmodus, fuhr Briesmann fort. Allerdings führe die US-Notenbank ihr Anleihekauf-Programm unverändert fort – und die hohe Liquidität spreche für Gold, wenn sich auch die Geldflut noch nicht in steigenden Preisen bemerkbar gemacht habe.

Langfristig sei der Bullenmarkt bei Gold somit keineswegs beendet, zeigte sich der Experte überzeugt. Die Commerzbank sieht den Goldpreis zum Jahresende 2013 bei 1800 Dollar je Unze.

Gold-Bestände im SPDR sinken

Auch Thorsten Proettel, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, machte für den schwachen Goldpreis vor allem die sehr guten Börsen in den USA verantwortlich. "Amerikanische Anleger sind zurzeit nicht an Gold als Krisenhafen interessiert, sie suchen stattdessen das Risiko", sagte der Experte im Gespräch mit t-online.de. Denn die Wirtschaft in den USA laufe relativ gut, die Häuserpreise stiegen, die Arbeitslosenquote sinke.

Ablesen lasse sich das Desinteresse der Privatinvestoren am weltweit größten Gold-Fonds SPDR Gold Trust: Die Bestände im Fonds von State Street Global Advisors seien innerhalb rund eines Quartales um rund 140 Tonnen gesunken – von rund 1351 Tonnen am 1. Januar dieses Jahres bis auf 1209 Tonnen zum 2. April. "Das ist der tiefste Stand seit Juni 2011", kommentierte Proettel.

US-Dollar als Anlage-Währung gesucht

Ein weiterer Faktor sei die Tatsache, dass der Dollar zuletzt zugelegt habe – Gold sei somit nicht mehr als Absicherung gegen einen weichen Greenback gefragt. Der Dollar-Index, der die Entwicklung der amerikanischen Währung gegenüber sechs wichtigen Devisen wiedergibt, hat jüngst den höchsten Stand seit August erklommen. Gold bewegt sich in der Regel invers zum Dollar – bei einem festen Dollar wird Gold in Indien oder Russland in heimischer Währung zu teuer.

Während die USA und der Dollar zulegten, dauere die Misere in Europa an, fuhr Proettel fort: "Die Eurozone braucht noch eine Weile, um aus der Krise zu kommen – das zeigen die Probleme in Zypern, Italien und Frankreich". Tatsächlich hat die Arbeitslosigkeit in den 17 Euro- Ländern im Februar den höchsten Stand seit elf Jahren erreicht.

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