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Bitcoin: Digitalgeld mutiert zur Spekulationsblase


Bitcoin-Währung: Digitalgeld mutiert zur Spekulationsblase

05.04.2013, 14:27 Uhr | dpa-AFX, t-online.de, dpa

Bitcoin: Digitalgeld mutiert zur Spekulationsblase. Seit 2009 gibt es die digitale Währung Bitcoin (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Seit 2009 gibt es die digitale Währung Bitcoin (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Cyber-Währung Bitcoin gilt für viele Fans als eine sicherere Alternative zum "normalen" Geld. Doch die Kursexplosion der vergangenen Wochen ruft immer mehr Kritiker auf den Plan, die den Rummel um das virtuelle Geld für nichts anderes als Zockerei halten. "Der Chartverlauf entspricht dem klassischen Muster einer aggressiven Spekulationsblase", sagt Analyst Sebastien Galy von der Großbank Société Générale.

Kurs kletterte um mehr als das Zehnfache

Seit Jahresbeginn kletterte der Bitcoin-Kurs von zehn auf fast 150 US-Dollar. Sogar große Vermögensverwalter zeigten angeblich Interesse an der "Hackerwährung". Doch solche Kursanstiege sind eigentlich das Gegenteil von dem, was eine zuverlässige Währung ausmachen soll.

"Wenn der Bitcoin zu teuer wird, verliert er seinen Nutzen als Zahlungsmittel", sagt Galy. Die Währung wird dann bloß gehortet statt ausgegeben, Investoren mutieren zu Spekulanten. "Es gibt jeden Grund anzunehmen, dass der Bitcoin-Boom bald endet", schreibt das renommierte Londoner Wirtschaftsmagazin "Economist".

Bitcoin als reales Zahlungsmittel

US-Starökonom Paul Krugman hält die Verwendung von Währungen als Zahlungsmittel für entscheidend: "Was wir von einem monetären System wollen, ist nicht, dass es Leute reich macht, die Geld horten. Wir wollen, dass es für Transaktionen genutzt wird und die Wirtschaft als Ganzes reich macht." Das ist beim Bitcoin nicht wirklich der Fall, auch wenn seine Verbreitung zunimmt.

Die seit 2009 existierende Währung lässt sich im Internet gegen Euro oder Dollar tauschen, in manchen Geschäften in großen Metropolen kann damit auch ganz normal bezahlt werden. Als Urheber des Konzepts gilt der Legende nach jemand namens Satoshi Nakamoto - eine Art Phantom. Wer sich genau dahinter verbirgt, ist ein Mysterium.

"Das neue Gold"

Als Auslöser für die Kursrallye wird meist die extrem lockere Geldpolitik der führenden Notenbanken angeführt, die Anleger aus den etablierten Währungen treibt. Die Diskussion über die Beteiligung von Sparern an Euro-Hilfsprogrammen nach der Zypern-Rettung dürfte zuletzt auch eine Rolle gespielt haben.

Tatsächlich tummeln sich Anhänger des Bitcoins vornehmlich im Lager der Papiergeld-Skeptiker. So haben zuletzt verstärkt Edelmetall-Fans, die Staaten und Notenbanken misstrauen, die Cyber-Währung für sich entdeckt. Bitcoins seien "das neue Gold", meint sogar der britische "Telegraph". Kurios ist jedoch, dass ausgerechnet diese auf handfeste Werte fixierte Szene nun verstärkt auf virtuelle Bits und Bytes setzt.

Basis: Vertrauen

Bitcoins werden gezielt knapp gehalten. Die Produktion soll 2033 bei 21 Millionen Bitcoins eingestellt werden. Entstanden sind bislang rund die Hälfte. Die gezielte Verknappung der Geldmenge ist vom früheren Goldstandard inspiriert und soll vor Inflation schützen.

Sie basieren aber - anders als Gold, das als rarer Rohstoff ein Wert an sich ist - allein auf Vertrauen. Ähnlich wie das bei vielen seiner Fans verpönte Papiergeld. Statt auf Zentralbanken, die für Währungen bürgen, muss man sich als Bitcoin-Nutzer auf andere User und Internet-Portale verlassen.

Angriffe destabilisieren Währung

Experten warnen vor Sicherheitslücken in den Bitcoin-Börsen. Immer wieder kommt es zu Angriffen und auch Plünderungen.

Zuletzt wurde das Portal "Mt.Gox" Opfer dieser unangenehmen Hacker-Attacken. Damit solle die Währung destabilisiert werden, vermuten die Macher der Handelsplattform in einer Mitteilung an alle "Bitcoiners". Doch leider könne man da "ziemlich wenig machen", heißt es weiter.

Bereits seit längerem steht die Währung im Ruf, vor allem für illegale Zwecke verwendet zu werden. Geheimdiensten und Zentralbanken ist das Hackergeld ein Dorn im Auge, da Transaktionen damit nicht zurückzuverfolgen sind.

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