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EU gibt grünes Licht für größten Verlag der Welt


EU gibt grünes Licht für größten Verlag der Welt

05.04.2013, 18:34 Uhr | AFP

EU gibt grünes Licht für größten Verlag der Welt . Bertelsmann (Random House) soll mit 53 Prozent die Mehrheit halten (Quelle: dpa)

Bertelsmann (Random House) soll mit 53 Prozent die Mehrheit halten (Quelle: dpa)

Die EU-Kommission erlaubt den beiden Medienriesen Bertelsmann und Pearson den Zusammenschluss ihrer Verlage Random House und Penguin zum größten Verlag der Welt. Es gebe "keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken", teilte die Kommission mit. Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen werde "weiterhin mit mehreren starken Wettbewerbern konkurrieren".

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Kosten sparen und angreifen

Der Bertelsmann-Konzern und Pearson hatten die Fusionspläne Ende Oktober bekannt gegeben. Die beiden Unternehmen wollen durch den Zusammenschluss ihrer Verlage Kosten sparen und beim Geschäft mit elektronischen Büchern ganz vorn dabei sein. Sie wollen die Fusion in der zweiten Jahreshälfte 2013 abschließen. Gemeinsam werden beide Verlage in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Indien, Südafrika, China, Spanien und Lateinamerika vertreten sein.

Weiterhin genügend Konkurrenz

Sowohl beim Erwerb von Urheberrechten für englischsprachige Bücher als auch beim Verkauf solcher Titeln müsse sich das neue Unternehmen "weiterhin gegen mehrere große und zahlreiche kleine und mittlere Verlage behaupten", teilte die EU-Kommission als oberste europäische Wettbewerbsbehörde mit. Beim Fremdvertrieb von Büchern sowie der Buchproduktion seien die Marktanteile der beiden gering, so dass auch künftig viele andere Anbieter in diesen Bereichen tätig seien.

Weitere Etappe geschafft

Bertelsmann und Pearson begrüßten die Entscheidung. "Sie markiert eine weitere wichtige Etappe auf dem Weg zur Vollendung der geplanten Transaktion", hieß es in einer Erklärung. Aus den USA, Australien und Neuseeland erhielten sie bereits grünes Licht für den Zusammenschluss. Die Fusion werde noch von weiteren Kartellbehörden in verschiedenen Teilen der Welt geprüft. "Die beiden Unternehmen sind zuversichtlich, die Genehmigungen im Laufe des Jahres zu erhalten", teilten sie mit.

Bertelsmann erhält Mehrheit

An der gemeinsamen Verlagsgruppe Penguin Random House soll Bertelsmann 53 Prozent und Penguin 47 Prozent halten. Bertelsmann hatte die US-Verlagsgruppe Random House 1998 gekauft und daraus im Laufe der Jahre eine internationale Verlagsgruppe geformt. Sie umfasst heute 200 Verlage in 16 Ländern. Random House ist bereits der weltweit größte englischsprachige Verlag.

Der deutsche Unternehmensbereich mit Sitz in München soll laut Bertelsmann nicht Teil des neuen Riesenverlags werden. In Deutschland gehören 45 Verlage zu Random House, etwa Blanvalet, Blessing, btb, Goldmann, Heyne, Knaus, Luchterhand und der Hörverlag.

Penguin Books weltweit bekannt

Penguin Books mit dem schwarz-weißen Pinguin als Markenzeichen war 1935 von Allen Lane gegründet worden, der für eine Zugfahrt ein gutes und günstiges Buch gesucht, keines gefunden und daher einen Verlag für anspruchsvolle Taschenbücher gegründet hatte. Unter den ersten Titeln waren Werke von Ernest Hemingway, Agatha Christie und Dorothy L. Sayers. Heute ist Penguin nach eigenen Angaben die weltweit bekannteste Buchmarke und in den schnell wachsenden Märkten der Entwicklungsländer stark vertreten.

Bertelsmann mit Stammsitz in Gütersloh ist nach eigenen Angaben in rund 50 Ländern der Welt aktiv. Kerngeschäfte sind das Fernsehen mit der RTL-Gruppe, das Verlagsgeschäft mit Random House, Zeitschriften mit Gruner+Jahr sowie Dienstleistungen. Das Unternehmen zählt mehr als 100.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von rund 16 Milliarden Euro.

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