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Lufthansa: Flugpreise müssen steigen


Lufthansa: Flugpreise müssen steigen

08.04.2013, 15:17 Uhr | t-online.de -jbü, AFP,dpa

Lufthansa: Flugpreise müssen steigen. Die Lufthansa durchläuft derzeit das härteste Sparprogramm der Unternehmensgeschichte (Quelle: Reuters)

Die Lufthansa durchläuft derzeit das härteste Sparprogramm in der Unternehmensgeschichte (Quelle: Reuters)

Fliegen ist zu günstig, sagt der Lufthansa-Aufsichtsratschef Jürgen Weber. Die Branche, die er seit über 40 Jahren in Diensten der größten deutschen Fluglinie mitgestaltet, habe seit ihrem Bestehen in den vergangenen knapp 100 Jahren "unterm Strich kein Geld verdient". Als Konsequenz seien höhere Flugpreise eindeutig nötig, sagte Weber dem "Handelsblatt".

Die Luftfahrtbranche müsse sich zu einer normalen Industrie entwickeln, sagte Weber. Weiter meinte er, wenn die Fluggesellschaften etwa durch Fusionen bestehende Überkapazitäten abbauen würden, ergäben sich daraus auch "vernünftige" Ticketpreise.

Rote Zahlen im Passagiergeschäft

Die Lufthansa steht von verschiedenen Seiten unter Druck. Neben Billigfliegern machen der Fluggesellschaft auch stark wachsende Airlines aus arabischen Staaten zu schaffen, die auf langen Strecken teils kostengünstiger arbeiten und deswegen Tickets billiger anbieten können als der deutsche Branchenprimus. Sorgen macht das Passagiergeschäft: Hier schreibt die Fluglinie rote Zahlen.

Lufthansa hat 2012 Gewinne geschrieben

Andererseits verwundert Webers Aussage, der seit knapp zehn Jahren dem Aufsichtsrat des Unternehmens vorsteht und deshalb auch "Mr. Lufthansa" genannt wird. So hat die Fluggesellschaft im vergangenen Jahr durchaus Gewinne geschrieben: 2012 blieben von 30 Milliarden Euro Umsatz operativ 524 Millionen Euro hängen, auch wenn das 36 Prozent weniger sind als im Jahr davor.

Weltluftfahrtverband erhöht die Prognosen für das laufende Jahr

Erst kürzlich hatte der Weltluftfahrtverband Iata seine Erwartungen für das laufende Jahr angehoben: Die Airlines weltweit sollen demnach einen Gewinn von 10,6 Milliarden Dollar erzielen. Risiken gibt es allerdings, sagt auch der Verband, etwa die unsichere Wirtschaftslage der Eurozone und steigende Treibstoffkosten. Der Kostenblock für Kerosin wächst auch bei der Lufthansa so stark wie kein anderer, im Schnitt um 19 Prozent jährlich. 7,4 Milliarden Euro musste die Gesellschaft dafür im vergangenen Jahr bezahlen.

Ein Analyst sagte im Gespräch mit T-Online, global betrachtet könne Webers Aussage vermutlich bestätigt werden. Die Lufthansa sei ein positives Beispiel, andere Airlines etwa in den USA seien aber in den vergangenen Jahren durch die Insolvenz gegangen oder würden durch staatliche Subventionen vor der Pleite geschützt.

Um auf den Kostendruck zu reagieren, durchläuft die Lufthansa derzeit ein Spar- und Kürzungsprogramm mit Namen "Score". Der Konzern will unter anderem weltweit 3500 Stellen in der Verwaltung streichen und dadurch zusammen mit anderen Schritten sein Ergebnis im laufenden Geschäft um 1,5 Milliarden Euro verbessern.

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