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Zertifikate: Neuer Schwung für die Generika-Branche


Zertifikate: Neuer Schwung für die Generika-Branche

08.04.2013, 13:46 Uhr | ZertifikateJournal AG

Zertifikate: Neuer Schwung für die Generika-Branche. Die Generika-Branche boomt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Generika-Branche boomt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wieder einmal hat ein neues Wort den Kapitalmarkt erreicht. Es geht um "Evergreening". So nennt man die Bemühungen von Pharmakonzernen ein auslaufendes Patent mit Hilfe von kleineren Änderungen des Wirkstoffes mit einer neuen Schutzfrist zu versehen. Die Strategie hinter diesem Evergreening ist klar: Pharma-Riesen können im Erfolgsfall Wirkstoffe weiter zu hohen Preisen verkaufen und müssen keine Nachahmer (also Generika-Hersteller) fürchten, die nach dem Ende des Patentschutzes den Wirkstoff billig auf den Markt werfen.

Dauer-Patente in der Pharma-Branche

Die Schweizer Novartis hat das Evergreening in den vergangenen Jahren vielfach mit großem Erfolg praktiziert. In zahlreichen Ländern konnte so ein neuer Patentschutz für einzelne Medikamente und Wirkstoffe erreicht werden. Entsprechend positiv entwickelte sich auch die Novartis-Aktie: Sie kannte in den vergangenen Monaten nur den Weg nach oben. Auf Euro-Basis notiert sie auf Rekordniveau, in der Heimatwährung jedoch (noch) nicht.

Nun erlebte der Pharma-Riese allerdings in Indien eine deftige juristische Schlappe. Denn der Oberste Gerichtshof in Neu-Delhi hat erst vor wenigen Tagen nach einer Prozessdauer von stolzen sieben Jahren entschieden, dass Generika-Hersteller das unter dem Handelsnamen Glivec vermarktete Krebs-Medikament weiterhin sehr kostengünstig anbieten dürfen.

Hohe Gewinnmargen

Die Preisunterschiede sind tatsächlich sensationell: Während Novartis für die Monatsdosis in Indien rund 1860 Euro nimmt, verlangen die Nachahmer lediglich knapp 140 Euro. Dies zeigt gleichzeitig, welch hohe Margen Pharma-Giganten für patentierte Wirkstoffe erzielen können und erklärt zudem, weshalb sich Unternehmen wie Novartis auf jahrelange und teure Rechtsstreitigkeiten in vielen Ländern einlassen. In rund 40 Staaten hat Novartis übrigens für Glivec entsprechende Patente erhalten.

Das indische Urteil könnte nun aber richtungweisend sein, nachdem auch schon andere Pharmakonzerne wie Bayer, Roche oder Pfizer entsprechende Niederlagen hinnehmen mussten. Denn gerade in armen Schwellenländern sind billige Medikamente zwingend notwendig. Exemplarisch sei dabei auch die Behandlung der vielen Aids-Patienten in den afrikanischen Staaten genannt. Experten erwarten daher in zahlreichen Emerging Markets und den "Armenhäusern" der Erde neue Gesetze, die das Evergreening unterbinden. Schließlich geht es für die Bevölkerung darum, lebensnotwendige Medikamente zu bezahlbaren Preisen zu erhalten.

Generika bleiben langfristig auf Wachstumskurs

Während der Novartis-Aktienkurs unter dem indischen Urteil kaum zu leiden hatte, freuen sich natürlich die Generika-Hersteller rund um den Erdball über die verbesserten Chancen. Diese Branche befindet sich ohnehin schon seit vielen Jahren auf Wachstumskurs. Denn die Kosten für die Gesundheitssysteme laufen völlig aus dem Ruder.

Bestes Beispiel dafür sind die Vereinigten Staaten. Dort hatte Präsident Barack Obama die Gesundheit zu einem der Kernthemen in seinem ersten Präsidentschafts-Wahlkampf gemacht. Anschließend wollte er das amerikanische Gesundheitssystem zügig und komplett neu aufstellen. So soll im nun laufenden Jahr tatsächlich jeder US-Bürger krankenversichert sein. Das entsprechende Gesetz ist allerdings erst im Sommer 2012 vom höchsten US-Gericht abgesegnet worden. Daher darf bezweifelt werden, dass das Vorhaben tatsächlich schon 2013 Realität wird. Auch in Deutschland stößt das Gesundheitssystem immer wieder an seine Grenzen. Nahezu jede Regierung versucht sich an neuen Reformen.

Die Übernahme-Welle rollt

Trotzdem sind die Kosten nicht nachhaltig in den Griff zu bekommen. Kein Wunder, dass auch hierzulande Generika-Hersteller gefragt sind. So können immerhin die Kosten für einst teure Wirkstoffe schnell gesenkt werden. Der entscheidende Vorteil dieser Branche: Es müssen keine teuren Forschung- und Entwicklungsaufwendungen getätigt werden. Generika-Hersteller warten lediglich auf das Auslaufen eines Patentschutzes und bauen den Wirkstoff dann "eins zu eins" nach.

Dies haben längst auch die großen Pharma-Konzerne erkannt. Daher kam es in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Übernahmen von Nachahmer-Gesellschaften. So hat sich beispielsweise ausgerechnet Novartis im Vorjahr das US-Unternehmen Fougera Pharmaceuticals für rund 1,5 Milliarden US-Dollar einverleibt. Und auch das bekannteste deutsche Generika-Unternehmen Stada wird immer wieder als potentieller Übernahmekandidat am Parkett gehandelt. Allerdings stemmen sich die Hessen schon viele Jahre erfolgreich gegen entsprechende Vorhaben. Ihre Strategie: Sie kaufen selbst kontinuierlich kleine Firmen zu.

Zertifikate auf Generika-Konzerne

Die Zertifikate-Industrie hat schon frühzeitig das Potential der Branche erkannt und entsprechende Themen-Produkte an den Markt gebracht. Den Anfang machte schon im Jahr 2002 die niederländische ABN Amro (heute RBS). In Zusammenarbeit mit der Apotheker- und Ärztebank entstand das "Generika Select"-Zertifikat (ISIN DE0008537960). Dabei können bis zu 25 Werte in den Korb aufgenommen werden, wobei neben klassischen Generika-Anbietern auch große Pharma-Konzerne mit angeschlossener Generika-Abteilung Einzug halten dürfen.

Die Performance kann sich sehen lassen: Wer zur Emission einstieg, sitzt inzwischen auf einem Gewinn von rund 140 Prozent. Damit entwickelte sich das Ex-ABN-Zertifikat besser als der DAX in diesem langen Zeitraum, wobei die Outperformance vor allem ab dem Jahr 2009 entstand, als das Übernahmefieber die Branche erstmals erfasste.

Trotzdem geben wir für den "Oldie" keine Kaufempfehlung ab. Denn mit Sanofi und Novartis sind eben auch zwei Werte unter den größten Positionen, bei denen Generika bislang nur eine Randaktivität sind. Dies gilt auch die deutsche Fresenius, die mit rund 5,1 Prozent ebenfalls zu den größten Werten des Portfolios gehört.

Große Firmen im Zertifikat

Besser gefällt uns das ebenfalls bei der RBS angebotene "Global Generika Index"-Zertifikat aus dem Jahr 2006 (ISIN NL0000605582), welches ohne Währungssicherung auskommt. Bei einer halbjährlichen Anpassung gelangen stets die zwölf größten Generika-Hersteller der Welt in den Index. Die Gefahr eines Klumpenrisikos wird geschickt umschifft, da halbjährlich alle Index-Mitglieder gleichgewichtet werden.

Aufgrund der aktuellen Kursentwicklung sind die beiden US-amerikanischen Titel Hospira (8,9 Prozent) und Valeant Pharmaceuticals (8,6 Prozent) die Schwergewichte, gefolgt von Daiichi Sankyo (8,5 Prozent) und Mylan aus den USA (8,7 Prozent). Für die deutsche Stada hat es hingegen nicht für eine Index-Aufnahme gelangt. Wer vor fünf Jahren das Zertifikat erwarb, sitzt inzwischen auf einem Gewinn von knapp 90 Prozent, wobei der DAX in diesem Zeitraum klar geschlagen werden konnte.

Ebenfalls schon seit 2006 ist das "Generika Open End" der Société Générale (ISIN DE000SG1GEN1) am Markt, dessen Performance im Fünf-Jahres-Zeitraum nahezu gleich gut ist. Allerdings sind hier derzeit lediglich sieben Werte enthalten, die von Experten des Emissionshauses zusammen mit einem externen Berater ausgewählt werden. Bei der jüngsten regulären Anpassung, die im Januar erfolgte, wurden alle Werte gleichgewichtet. Dabei ist neben bekannten Generika-Größen wie Teva Pharmaceuticals und Mylan auch die deutsche Stada.

Nicht mehr erwerbbar ist das "Generika Active Open End"-Zertifikat (ISIN DE000WLZ0CB2) der Helaba (früher WestLB). Hier stellt der Emittent lediglich Rückgabekurse, weshalb wir dieses Produkt nicht im Detail unter die Lupe nehmen.

Favorit von der RBS

Aufgrund der recht breiten Streuung über zwölf Werte und mit Blick auf die regelmäßige Gleichgewichtung der Mitglieder ist das "Global Generika Index"-Zertifikat der RBS unser Favorit. Anleger können sich das Produkt ins Depot nehmen. Der Anlagehorizont sollte sich aber über mehrere Jahre erstrecken. Dividenden werden dem Index zugerechnet. Im Gegenzug nimmt der Emittent eine akzeptable Managementgebühr von 1,0 Prozent pro Jahr.

Wette auf Stada

Jeder Index oder Aktienkorb, der die Stada-Aktie zuletzt enthalten hatte, kann sich freuen. Denn die Aktie hat in den vergangenen drei Monaten rund 30 Prozent zugelegt. Hauptgrund dafür waren gute Geschäftszahlen. So sorgt vor allem die kontinuierliche Internationalisierung des Geschäfts für eine größere Unabhängigkeit vom doch inzwischen streng regulierten Heimatmarkt. Anlegern und Analysten gefiel aber auch der optimistische Ausblick des Managements, welches weiter steigende Umsätze und Gewinne für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ankündigte.

Mit Blick auf die jüngste Aufwärtsbewegung der Aktie dürfte die Luft allerdings dünner werden, zumal sich das Papier exakt an den Hochs aus dem Jahr 2010 bewegt. Sollte hier der Ausbruch gelingen, sollten Anleger zum Direktinvestment oder zu Hebelprodukten greifen, da derzeit keine attraktiven Bonus-Zertifikate (egal, ob mit oder ohne Cap) verfügbar sind.

Die konservative, trotzdem aber renditestarke Alternative ist ein Discounter der Citi (ISIN DE000CF0F308) mit Fälligkeit im März 2014. Geht die Aktie dann oberhalb des Caps von 30,00 Euro durchs Ziel, erzielen Anleger eine Maximalrendite von 10,9 Prozent oder 11,2 Prozent p.a. In den Verlust rutschen Investoren erst bei Kursen am Laufzeitende unterhalb von 27,05 Euro. Der Rabatt gegenüber dem Direktinvestment beträgt rund zwölf Prozent.

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