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Beck's: Warnung auf Bier-Flaschen sorgt für Ärger bei Brauereien


Bier-Warnung sorgt für Ärger bei Brauereien

22.04.2013, 07:03 Uhr | t-online.de

Beck's: Warnung auf Bier-Flaschen sorgt für Ärger bei Brauereien. Bierflaschen wie Beck's erhalten demnächst Warnhinweise gegen Alkohol (Quelle: dpa/MILDT, Montage: t-online.de)

Bierflaschen wie Beck's erhalten demnächst Warnhinweise gegen Alkohol (Quelle: dpa/MILDT, Montage: t-online.de)

Eigentlich ist es selbstverständlich: Schwangere und Autofahrer sollen keinen Alkohol trinken. Trotzdem druckt der weltgrößte Bierbrauer Anheuser-Busch InBev nun genau solche Warnhinweise auf seine Bierflaschen. "Wir wollen damit deutlich machen, dass Alkohol in der Schwangerschaft und am Steuer keinen Platz hat", sagte Chris Cools, der Deutschland-Chef des Brauriesen, der Zeitung "Die Welt".

Auf den Flaschen werden sich künftig zwei Piktogramme finden: Die Silhouette einer schwangeren Frau, die etwas trinkt, und ein Auto. Beide Symbole sind durchgestrichen. Beginnen wird Anheuser-Busch den Angaben zufolge mit der Marke Beck's, danach sollen Hasseröder, Franziskaner und die anderen Biersorten in Deutschland folgen.

Braubranche will lieber keine Piktogramme

Die Braukonkurrenz sehe die Warnhinweise jedoch mit Argwohn. "Der verantwortungsvolle Konsum von alkoholhaltigen Getränken lässt sich nicht durch Piktogramme verhindern", zitierte die Zeitung aus einem Positionspapier des Deutschen Brauerbundes (DBB).

Die Brauer sind demnach auch der Meinung, dass die Warnhinweise den Produkten schaden und sie als grundsätzlich gefährlich abstempeln. Hingegen würden "diejenigen, die Alkohol wider besseres Wissen ohnehin konsumieren", nicht erreicht. Dass Alkohol für Schwangere tabu und mit dem Autofahren unvereinbar sei, ist laut DBB Allgemeinwissen, heißt es in der "Welt".

Gefahren von Alkohol werden unterschätzt

Dieses Bewusstsein vermisst jedoch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP). Der "Welt am Sonntag" sagte sie: "Es ist leider zu wenig bekannt, dass Alkohol das ungeborene Kind schädigt." Alkohol - nicht nur in Bier - wird in Deutschland außerdem für jährlich 74.000 Todesfälle verantwortlich gemacht. Diese Menschen sterben demnach weil sie entweder exzessiv trinken oder stark trinken und rauchen.

Risikoarm sei für eine gesunde Frau lediglich ein kleines Glas Bier pro Tag, bei Männern sind es zwei Gläser. Getrunken wird aber oft mehr, wie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) aus Hamm in ihrem Jahresbericht Anfang April vermerkte. "Die Diagnose 'Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol' ist die dritthäufigste in der Krankenhausstatistik, bei Männern sogar die häufigste Diagnose der vollstationär behandelten Patienten", heißt es dort.

Bier nicht mehr so gefragt

Die Sensibilität der Bierbrauer dürfte auch mit den Absatzproblemen der Branche zu tun haben. Der Bierkonsum in Deutschland sinkt seit Jahren und hat 2012 einen Tiefststand seit der Wiedervereinigung erreicht. Bier ist derzeit nur noch über Rabatte loszuschlagen und kostet nach Angaben eines Branchenexperten inflationsbereinigt heute weniger als vor fünf Jahren.

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