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Gigant mit Gewinneinbruch: Gazprom ringt um die Zukunft


Gigant mit Gewinneinbruch: Gazprom ringt um die Zukunft

23.04.2013, 14:31 Uhr | t-online.de

Gigant mit Gewinneinbruch: Gazprom ringt um die Zukunft. In den USA sorgt Fracking für eine Art Energierevolution - mit weltweiten Folgen (Quelle: Reuters)

In den USA sorgt Fracking für eine Art Energierevolution - mit weltweiten Folgen (Quelle: Reuters)

Gazprom ist ein Rohstoffgigant unter Staatsaufsicht: der russische Kreml hält die Aktienmehrheit. Nun haben Staat und Konzern ein Riesen-Problem: Der Wert von Gazprom ist seit Ende 2007 um 70 Prozent gefallen. Laut der Zeitung "Die Welt" gibt es dafür einen triftigen Grund. Der Konzern habe den Fracking-Boom verpennt, also das Fördern von Erdgas aus Gesteinsschichten. Die Technik drückt weltweit die Preise.

Wie die Geschäfte bei Gazprom laufen, ist eine Frage von nationaler Bedeutung. Denn aus keiner Quelle holt Russland mehr Devisen als über Erdgas. Das dürfte sich ändern, glaubt man einer Studie des russischen Instituts für Energieforschung (INEI), aus dem die "Welt" zitiert. Die Gasförderung aus Gestein in anderen Teilen der Erde könne Russlands Export von Gas und Öl in zehn bis 15 Jahren um 20 Prozent schrumpfen lassen.

Beim Fracking-Boom gibt es auch Fragezeichen

Nun ist ungewiss, ob die Fracking-Euphorie anhält. Immerhin gibt es große Umweltbedenken, auch in Deutschland. Zudem bleibt Russland dem Bericht zufolge auch bei der angenommen Schrumpfung weltgrößter Energieexporteur. Das Wirtschaftswachstum werde aber jährlich um ein Prozent langsamer sein als es Regierungsprognosen erwarten.

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Die USA hätten durch die neue Gasförderung schon den Weltmarkt verändert, analysiert die "Welt". Sie sind seit 2009 Selbstversorger beim Gas. Deshalb habe Katar als Flüssiggas-Exporteur seine Energie nach Europa geleitet - dort wird es an der Börse gehandelt und ist billiger als Pipeline-Gas aus Russland. Ein Schwenk mit Folgen: Gas auf dem US-Handelsplatz Henry Hub koste 157 Dollar pro Kubikmeter, die gleiche Menge russisches Gas in Europa dagegen etwa 400 Dollar.

Gazprom erklärt Europa-Rückgang mit Konjunktur

Gazprom hat etwa 2012 15 Prozent weniger Gewinne gemacht als 2011. Der Konzern erklärte das allerdings mit der schwachen Konjunktur in Europa, 2013 werde deutlich lukrativer.

Nun wächst Russlands Wirtschaft laut Internationalem Währungsfonds 2013 um 3,4 Prozent, der Anstieg liegt damit etwas höher als die globale Prognose (3,3 Prozent). Im Jahr 2014 werde es diesen Vorsprung aber nicht mehr geben. Laut russischem Wirtschaftsministerium, auf das sich die "Welt" beruft, liegt dieses Abflauen hauptsächlich am gesunkenen Export Gazproms, der wiederum zu geringeren Investitionen führen werde.

Der Konzernwert ist massiv gesunken

Zudem gibt es wohl wenig Hoffnung, dass Gazprom ab 2016 auch im Inland vergleichbar hohe Gaspreise wie auf dem Weltmarkt verlangen darf. Daraus resultieren eine Menge schlechter Aussichten, abzulesen am Konzernwert. Ende 2007 hatte er bei 332 Milliarden Dollar gelegen. Im April 2013 waren es weniger als 100 Milliarden Dollar.

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