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Apple: Milliarden-Gewinnausschüttung trotz Gewinnrückgang


Apple mit erstem Gewinnrückgang seit fast zehn Jahren

24.04.2013, 09:30 Uhr | dpa-AFX, dpa

Apple: Milliarden-Gewinnausschüttung trotz Gewinnrückgang. Apple macht sich Sorgen, denn die Konkurrenz schläft nicht (Quelle: Reuters)

Apple macht sich Sorgen, denn die Konkurrenz schläft nicht (Quelle: Reuters)

Apple hat den ersten Gewinnrückgang seit fast zehn Jahren verbucht. Der iPhone-Konzern erzielte mit 9,5 Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro) aber immer noch den vierthöchsten Quartalsgewinn seiner Geschichte. Allerdings muss der Konzern damit im Jahresvergleich einen Verlust von vier Prozent verbuchen.

Umsatz legt zu

Der Umsatz von Apple legte in dem Ende März abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal um 11,2 Prozent auf 43,6 Milliarden Dollar zu. Dies berichtete das kalifornische Unternehmen kurz nach US-Börsenschluss am Dienstag.

Die Spekulationen um einen Einbruch bezüglich der iPhone-Verkäufe bestätigten sich demnach nicht. Apple setzte 37,4 Millionen Einheiten des Smartphones ab. Vor einem Jahr waren es 35,1 Millionen gewesen. Die Verkäufe der iPad-Tablets schossen um 65 Prozent auf 19,5 Millionen Geräte hoch.

Apple-Chef offenbart Sorgen

Apple-Konzernchef Tim Cook ging stärker denn je auf Sorgen ein, dass Apple an Innovationstempo verloren habe. Er erwähnte in der Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen das "Potenzial für aufregende neue Produktkategorien". Und sprach von "Hardware, Software und Diensten, bei denen wir es nicht erwarten können, sie in diesem Herbst und im Jahr 2014 einzuführen".

Für Apple-Verhältnisse gab es ungewöhnliche offene Worte. Hinweise, um welche neuen Produktkategorien es gehen könnte, machte Tim Cook jedoch nicht. Spekuliert wird über eine Computer-Uhr, ein günstigeres iPhone-Modell sowie schon seit Jahren über einen Apple-Fernseher.

Ein Profit-Treiber fehlt

Der jüngste iPhone-Absatz war zwar nicht mit dem Rekord von 47,8 Millionen Geräten aus dem vergangenen Weihnachtsquartal zu vergleichen. Allerdings läuft das Geschäft nach der Festzeit immer schwächer. Das sehr starke Vorjahresquartal war da mit seinem Gewinn von 11,6 Milliarden Dollar eine Ausnahme.

Grund war unter anderem der Start des iPhone 4S in China. Diesmal fehlte ein solcher Profit-Treiber. Auch Cook verwies darauf, dass das Vorjahresquartal "unglaublich stark" gewesen sei, was den Vergleich schwieriger mache.

iPhone bleibt Verkaufsschlager

Das iPhone behauptete sich damit als Apples wichtigstes Produkt. Zugleich ist nicht bekannt, wie viele Geräte des neuen und teureren iPhone 5 verkauft wurden und wie hoch der Anteil günstigerer älterer Modelle war. Das iPad bestätigte nach dem Start des kleineren Modells im Herbst seine Rolle als Wachstums-Lokomotive. Allerdings ist das günstigere iPad mini auch weniger profitabel als die größere Version.

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Finanzchef Peter Oppenheimer sagte, dass deutlich mehr der kleineren Geräte verkauft wurden als im Weihnachtsquartal, als Apple mit Anlaufschwierigkeiten kämpfte. Der Verkauf der Mac-Computer sank mit knapp vier Millionen Geräten um zwei Prozent.

Riesen-Ausschüttung an Aktionäre

Trotz des Rückgangs des Gewinns belohnt Apple seine Aktionäre mit einer riesigen Gewinnausschüttung. Angesichts der gigantischen Geldreserven von zuletzt 145 Milliarden Dollar erhöht Apple die Ausschüttung an die Aktionäre sogar. Sie sollen bis Ende 2015 rund 100 Milliarden Dollar bekommen. Das sind 55 Milliarden mehr als bisher angekündigt. Die zuletzt stark gefallene Aktie legte nachbörslich zunächst um fünf Prozent auf über 423 Dollar zu, drehte dann aber leicht ins Minus.

Mit der erweiterten Ausschüttung kommt Apple jahrelangen Forderungen von Aktionären noch weiter entgegen. Diese fordern seit geraumer Zeit mehr von dem stetig wachsenden Reichtum beteiligt zu werden. Der Konzern plant Aktienrückkäufe in großem Stil. Tim Cook trat zugleich Sorgen entgegen, Apple schütte zu viel aus: "Wir werden nicht unterinvestieren", versprach er.

Apple-Euphorie ebbt ab

Die einstige Apple-Euphorie ist inzwischen merklich abgeflaut. Die Aktie hat mit starken Kursverlusten zu kämpfen. Seit ihrem Rekordstand bei 700 Dollar im September fällt sie stetig. Die Kurs-Entwicklung sei extrem frustrierend gewesen, räumte Apple-Chef Tim Cook ein. Beobachter und Anleger warten gespannt darauf, dass der Konzern mit einem neuen Produkt die nächste Branche umkrempelt.

Zuletzt wurde vor drei Jahren das iPad vorgestellt, das den totgeglaubten Markt der Tablet-Computer wiederbelebte. Seitdem bringt Apple Weiterentwicklungen von iPhone, iPad und Mac-Computern auf den Markt - Experten sehen jedoch eine zunehmende Konkurrenz.

Cook räumte ein, es sei ein Fehler gewesen, die neuen iMac-Tischrechner schon im vergangenen Jahr in einem Quartal mit dem iPhone 5 vorzustellen. Er hätte den Produktstart lieber in dieses Jahr geschoben.

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