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Aktienmarkt vor neuen Höchstkursen - jetzt noch einsteigen?


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Aktienmarkt vor neuen Höchstkursen - jetzt noch einsteigen?

25.04.2013, 15:36 Uhr | t-online.de - Martin Mrowka

Aktienmarkt vor neuen Höchstkursen - jetzt noch einsteigen? . Bulle vor der Frankfurter Börse - Symbol für steigende Aktienkurse (Quelle: imago/ Ralph Peters)

Bulle vor der Frankfurter Börse - Symbol für steigende Aktienkurse (Quelle: imago/ Ralph Peters)

Bevor im Jahr 2000 an den Börsen eine große, mehrjährige Talfahrt eingeläutet wurde, sorgte unter anderem die "Bild"-Zeitung dafür, dass auch bis dato völlig unbedarfte Geldanleger in großem Stil Aktien kauften. Der Begriff "Milchmädchen-Hausse" machte die Runde: Privatanleger kauften Aktien am Höhepunkt einer Hausse und hatten schon nach wenigen Monaten deftige Verluste zu verdauen. Nun nähern sich viele Kurse alten Höhen oder haben bereits neue Rekorde erreicht. Kürzlich warnte "Bild" vor einer Börsenblase. Ein Contra-Indikator? t-online.de beleuchtet, welche Chancen am Aktienmarkt jetzt noch winken.

US-Leitindex auf Allzeithoch

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial erklimmt seit Monaten neue historische Höchststände, nähert sich der Marke von 15.000 Punkten. Allein seit November 2012 gewann das amerikanische Aktienbarometer satte 15 Prozent. Der japanische Nikkei-225-Index schoss im gleichen Zeitraum gar um 50 Prozent in die Höhe. Nur die europäischen Börsen hinken hinterher. Der Deutsche Aktienindex DAX schaffte seit November gerade mal sechs Prozent auf derzeit etwa 7800 Zähler. Immerhin stand er im März auch schon mal kurz über der 8000er-Marke.

Weitere Leitzinssenkung wird wahrscheinlich

Grund für die magere Kursentwicklung in Europa ist vor allem die Schuldenkrise der Mittelmeer-Länder. Die Konjunktur lahmt, gerade zeigte auch der Ifo-Geschäftsklima-Index erneute Warnsignale. Die Bundesregierung machte in ihrer Frühjahrsprognose jedoch Hoffnung. Zudem dürfte schon bald die Europäische Zentralbank EZB agieren. Viele Börsianer erwarten bereits auf der nächsten Sitzung am 2. Mai eine Senkung der Leitzinsen auf ein neues Rekordtief. Zuletzt hatte es von Bundesbank-Chef und EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann bereits erste vorsichtige Signale hin zu einer Zinssenkung zur Ankurbelung der Konjunktur gegeben.

Sparzinsen geringer als Inflationsrate

Sinken die Leitzinsen, werden neben den Kreditzinsen (wichtig für Investitionen der Unternehmen) auch die Sparzinsen weiter abwärts rutschen. Sparbücher werfen derzeit meist nur noch zu 0,5 Prozent p.a. ab, für Tagesgeld gibt's etwa 1,5 Prozent. Beide Zinssätze liegen unterhalb der aktuellen Inflationsrate. Das Geld in diesen Anlageformen wird also schleichend entwertet.

Bleibt noch die Börse. Viel Geld floss in den vergangenen Jahren in Staatsanleihen, vor allem in Länder mit guter Bonität. Dort ist jedoch nach jahrelangem Kursanstieg nicht mehr viel zu holen. Und bei Gold scheint der Aufwärtsdrang ebenfalls vorbei. Für die hohe Liquidität von Investoren und Privatanlegern gibt es auf absehbare Zeit praktisch keine andere lukrative Alternative als den Aktienmarkt. Allein die Dividenden-Ausschüttungen mancher Unternehmen übertreffen die Renditen der meisten Anlagen.

Aktienmarkt mit guten Renditechancen

"Eine breitgestreute Aktienanlage verspricht langfristig hohe Renditen, allerdings trägt der Anleger hier auch das volle Wertschwankungsrisiko", gibt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart zu bedenken. Dieses Risiko kann über längere Zeiträume jedoch vernachlässigt werden. Selbst wer auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase vor dem Platzen in den Aktienmarkt einstieg, hat seine zwischenzeitlichen Verluste mittlerweile wieder ausgeglichen.

Karin Baur von der Stifung Warentest empfiehlt, statt einzelne Titel zu kaufen sollten Börsen-Anfänger besser auf Fonds setzen: "Wir empfehlen Fonds zu kaufen, die ein breites Spektrum internationaler Märkte abdecken." Günstiger als gemanagte Fonds seien in der Regel Indexfonds (sogenannte ETFs), die Börsenindizes wie den DAX abbilden. Viele Direktbanken würden auch ETF-Sparpläne anbieten.

Konjunktur muss mitspielen

Am Mittwoch veröffentlichte die US-Investmentbank Goldman Sachs eine optimistische Marktstudie, die auf Sicht von drei Monaten zum Einstieg in Aktien riet. Viele Marktstrategen sind sich sicher, dass sich die derzeit labile konjunkturelle Lage in den kommenden Monaten bessert. Dann dürften auch die Unternehmen wieder bessere Geschäfte machen, was sich in guten Quartalszahlen niederschlägt. Daraufhin werden die Aktienkurse weiter steigen.

Neue Allzeit-Rekorde für den DAX erwartet

Das größte Nachhol-Potenzial haben derzeit europäische bzw. deutsche Standardwerte. Dem DAX werden deshalb für dieses Jahr neue historische Höchststände prognostiziert. Die bislang höchste Notierung erreichte der Leitindex im Sommer 2007 bei 8105 Punkten. Vielfach erwarten die Experten demnächst DAX-Stände von 8500 Zählern. Das Bankhaus Metzler prognostizierte für europäische Standardaktien kürzlich ein Plus von 15 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten. Im kommenden Jahr sollen sogar erstmals 10.000 Punkte erreichbar sein, glaubt beispielsweise Jörg Scherer, Analyst bei HSBC Trinkaus. Kommt keine Katastrophe dazwischen, winkt vom aktuellen DAX-Stand gesehen also ein Zuwachs von etwa 28 Prozent. Für einen Einstieg ist es vor längerfristigem Anlagehorizont nicht zu spät.

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