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Kik-Textilien in Fabriktrümmern in Bangladesch gefunden


Bangladesch: Offenbar Kleidung von Kik in den Trümmern

04.05.2013, 08:00 Uhr | dpa-AFX

Kik-Textilien in Fabriktrümmern in Bangladesch gefunden. Die eingestürzte Fabrik in Dhaka (Quelle: Reuters)

Die eingestürzte Fabrik in Dhaka (Quelle: Reuters)

Neues Image-Problem für Kik: Gut eine Woche nach dem tödlichen Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch mit mehr als 430 Toten sind Vorwürfe gegen den deutschen Textilhändler laut geworden. Der Discounter Kik zeigte sich überrascht, dass Produkte der eigenen Marke in den Trümmern gefunden worden sein sollen. Fakt sei, dass es seit 2008 keine direkten Geschäftsbeziehungen zwischen Kik und denen im Rana Plaza ansässigen Lieferanten gegeben habe. Die "Kampagne für Saubere Kleidung" hatte berichtet, dass zahlreiche Textilien von Kik in den Trümmern gefunden worden seien. Auch andere Firmen gerieten in die Kritik.

Offenbar Kleidung von Kik in den Trümmern gefunden

In der Mitteilung der Non-Profit-Organisation "Kampagne für Saubere Kleidung" hieß es: "Wir sind schockiert - es zeichnet sich ab, dass Kik innerhalb von nur acht Monaten ein drittes Mal in ein schweres Unglück in einer Textilfabrik involviert ist."

Man sei "überrascht, betroffen und erschüttert", dass neben anderen Marken auch Textilien von Kik in den Trümmern gefunden worden seien, reagierte Kik im westfälischen Bönen. "Wir prüfen deshalb intensiv zusammen mit dem entsprechenden Importeur, wie die gefundenen Label und Textilien zu erklären sind." Parallel gehe es darum, Hinterbliebenen und Verletzten schnell zu helfen.

Vorwürfe auch gegen andere Firmen

In dem zerstörten Gebäude sei auch für Kunden in Europa und den USA genäht worden, darunter Mango aus Spanien und Primark aus Irland, erläuterte die Kampagne. Der Textildiscounter Primark hatte bereits mitgeteilt, ein Team arbeite vor Ort daran, den Menschen Soforthilfe wie auch längerfristige Unterstützung zukommen zu lassen.

Das Unternehmen NKD bestätigte ebenfalls, dass bis wenige Monate vor dem Unglück Ware für die Kleidungskette in dem Gebäude gefertigt worden sei.

Vermittelt durch ein Unternehmen aus dem norddeutschen Ahrensburg seien mehrere Aufträge an die Phantom Apparels Ltd gegangen, teilte das Unternehmen mit Sitz im oberfränkischen Bindlach mit. Die letzte Ware sei im Juni 2012 übergeben worden. Wegen Qualitätsproblemen habe NKD die Zusammenarbeit noch 2012 beendet.

Unterdessen wies der TÜV Rheinland Vorwürfe zurück, er habe bei Überprüfungen der Fabrik keine Baumängel festgestellt. Der TÜV erklärte in Köln, Baumängel zu untersuchen sei nicht Gegenstand der Überprüfung gewesen. Die Mitarbeiter hätten nur soziale und ethische Kriterien der Arbeitsgestaltung zu prüfen gehabt.

Rettungskräfte bergen weitere Tote

Auch acht Tage nach dem Einsturz bargen Rettungskräfte immer noch Leichen aus den Trümmern. 435 Tote seien inzwischen gefunden worden, sagte der Leiter der Bergungsoperation am Donnerstag in Dhaka. Die Suche werde andauern, bis der letzte Vermisste gefunden sei.

Nach offiziellen Angaben vom Mittwoch ist der Verbleib von rund 150 Menschen aus dem Gebäude weiter ungeklärt. Die Opposition warf der Regierung vor, die Zahl der Toten zu niedrig anzugeben, um das Ausmaß der Katastrophe im Hauptstadt-Vorort Savar zu verschleiern.

2400 Verletzte beim Einsturz

Die örtliche Regierung entließ den gewählten Bürgermeister von Savar, Refayet Ullah. Ihm wird vorgeworfen, seine Aufsichtspflicht gegenüber den Arbeitern in dem maroden Gebäude vernachlässigt zu haben.

Mehr als 2400 Menschen wurden verletzt, als das Gebäude, in dem Textilfabriken, Geschäfte und eine Bankfiliale untergebracht waren, in sich zusammenfiel. Die Besitzer des Gebäudes und der Fabriken befinden sich bereits in Haft. Der Gebäudebesitzer soll nach einer Sicherheitsinspektion, die auf die Risse im Mauerwerk hinwies, weiter auf der Standfestigkeit des Gebäudes beharrt haben.

Hunderte Angehörige warten vor dem Unglücksort mit Fotos und Ausweisen von Freunden und Verwandten in der Hoffnung, wenigstens deren Leichen in Empfang nehmen zu können. Die Leichen von 33 unbekannten Opfern ließen die Behörden beisetzen, nachdem niemand nach mehr als einer Woche gekommen war, um sie zu identifizieren. Man habe zuvor jedoch DNA-Proben von ihnen gespeichert, so die Behörden.

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