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Umfrage: In EU-Krisenstaaten blüht die Korruption


Umfrage: In Krisenstaaten blüht die Korruption

07.05.2013, 14:44 Uhr | t-online.de - jbü

Umfrage: In EU-Krisenstaaten blüht die Korruption. Geld ist in manchen Ländern ein übliches Schmiermittel für gute Geschäfte (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Geld ist in manchen Ländern ein übliches Schmiermittel für gute Geschäfte (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Korruption mag anrüchig sein, in Europa ist sie trotzdem weit verbreitet - erst recht in Zeiten der Wirtschaftskrise. Dieses Fazit ziehen die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young nach einer Befragung von 3500 Verantwortlichen, etwa Finanzvorständen oder Compliance-Beauftragten. Unrühmlicher Spitzenreiter in Europa ist demnach Slowenien: 96 Prozent der Befragten halten Korruption dort für üblich. Deutschland liegt zwar unter dem EU-Schnitt - trotzdem sind Bestechung und andere unsaubere Methoden nach Meinung jedes Dritten im Geschäftsleben weit verbreitet.

Am saubersten zeigt sich in der Umfrage die Schweiz: Nur zehn Prozent geben an, korrupte Methoden seien im Alltag üblich. Finnland und Schweden liegen jeweils bei 12 Prozent, Norwegen bei 17 Prozent. Weit verbreitet sind solche Methoden außer in Slowenien auch im Bald-EU-Land Kroatien (90 Prozent), der Ukraine (85 Prozent) und Griechenland (84 Prozent). Der Durchschnitt in Europa liegt bei 39 Prozent.

In schwierigen Zeiten gibt es weniger Bedenken

Wie ein Pressesprecher von Ernst & Young gegenüber t-online.de sagte, führt die Befragung zu der These, dass die derzeitige Wirtschaftskrise einen fruchtbaren Boden für unsauberes Wirtschaften bietet. 13 Prozent der Befragten (Deutschland: sieben Prozent) halten die Bestechung von Geschäftspartnern für gerechtfertigt, wenn so ein Unternehmen über einen Wirtschaftsabschwung hinweggerettet werden kann. 15 Prozent der rund 100 deutschen Umfrageteilnehmer haben in Notzeiten kein Problem mit sanfteren Formen der Korruption, etwa in Form von Informationsreisen.

Als eine Ursache nennt "Ernst & Young" die Erwartungen an die Unternehmen, mit Umsatz- und Gewinnzuwächsen zu glänzen - auch wenn die Konjunktur lahmt. Dafür werden auch Zahlen geschönt, 34 Prozent der deutschen Manager kennen dieses Verhalten (Europa: 31 Prozent). Neun Prozent sagen zudem, dass Schmiergelder üblich seien, um Ausschreibungen zu gewinnen. In Ländern wie der Ukraine (54 Prozent), Slowenien (46 Prozent) oder Serbien (44 Prozent) liegt dieser Wert allerdings deutlich höher.

Geschäft ohne Schmiergeld - in manchen Ländern eine Herausforderung

Stefan Heißner, der bei Ernst & Young die Abteilung für Betrugsrecherche leitet, sieht für Manager internationaler Konzerne besondere Herausforderungen auf einigen Märkten: "Wenn sie sich an die geltenden Regeln und Gesetze halten, entgeht ihnen Geschäft – mit der Folge, dass sie womöglich ihre Umsatzziele verfehlen.“

Andererseits weiß Heißner: "Korruptionsskandale können existenzbedrohend sein." Antikorruptionsgesetze etwa in den USA und Großbritannien brächten erhebliche Risiken für Muttergesellschaften mit sich, wenn auf Korruption nicht verzichtet wird.

Weniger als die Hälfte glaubt an Rückendeckung der Vorgesetzten

61 Prozent der deutschen (und 55 Prozent aller befragten westeuropäischen) Manager haben zu Protokoll gegeben, dass in ihrem Unternehmen Antikorruptionsrichtlinien bestünden. Von einer „Whistleblowing“-Hotline zum Melden von Betrug, Bestechung oder Korruption berichteten hingegen nur 45 Prozent der deutschen Manager (Westeuropa: 37 Prozent). Genauso viele glauben, dass sie nach dem Melden eines Missstandes mit Rückendeckung rechnen können.

Auf die Frage "Sind Bestechung beziehungsweise korrupte Methoden im Geschäftsleben weit verbreitet" antworteten mit "Ja":

Land (Auswahl)

Prozent

Slowenien

96

Kroatien

90

Ukraine

85

Slowakei

84

Griechenland

84

Portugal

72

Spanien

65

Italien

60

Österreich

46

Durchschnitt in Europa

39

Großbritannien

37

Deutschland

30

Frankreich

27

Norwegen

17

(Quelle: Ernst & Young)

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