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Billionenmarkt für Kreditderivate schrumpft


CDS: Billionenmarkt für Kreditderivate schrumpft

08.05.2013, 21:06 Uhr | dpa-AFX

Billionenmarkt für Kreditderivate schrumpft. Die Federal Reserve flutet den Markt mit Dollars (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Flut aus Geld ergießt sich in die Märkte (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schrumpfkurs im Markt für finanzielle "Massenvernichtungswaffen": Der billionenschwere Sekor der Kreditderivate (Credit Default Swaps, kurz: CDS) kontraktiert. Das weltweite Volumen der außerbörslich gehandelten Finanzprodukte, mit denen auf Kreditausfälle spekuliert werden kann, ist in der zweiten Jahreshälfte 2012 von 26,9 Billionen US-Dollar auf 25,1 Billionen Dollar zurückgegangen. Das geht aus einer veröffentlichten Statistik der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervor.

Weiter Billionenmarkt für CDS

Seit Ende Juni 2011 ist der Markt laut BIZ um 7,3 Billionen Dollar geschmolzen. Dennoch bleibt das Volumen der umstrittenen Geschäfte, die vor allem zwischen wenigen großen Finanzakteuren gemacht werden, absolut betrachtet enorm.

Zum Vergleich: Im Jahr 2012 betrug das weltweite Bruttoinlandsprodukt laut Daten des Internationalen Währungsfonds rund 71,7 Billionen Dollar.

Bei den von der häufig als Zentralbank der Zentralbanken bezeichneten BIZ ermittelten Daten handelt es sich allerdings um die Bruttosumme. Analysten verweisen häufig darauf, dass sich der Handel in einem engen Kreis abspielt und die ausstehenden Volumen deutlich sinken, wenn man die Positionen netto gegeneinander aufrechnet.

Gegner der Kontrakte halten dem entgegen, dass die Gesamtsumme bei systemischen Krisen durchaus als relevante Größe betrachtet werden kann, da die wichtigen Institute sich wegen der starken Verflechtungen gegenseitig in den Abgrund reißen können.

Buffett warnte vor "Massenvernichtungswaffen"

Große Teile des Derivatehandels sind hochumstritten. US-Starinvestor Warren Buffett bezeichnete die Produkte einst als "Massenvernichtungswaffen", für viele Kritiker stellen sie den Inbegriff des globalen "Finanzkasinos" dar.

Fürsprecher meinen hingegen, die Kontrakte seien sinnvoll, weil Zins- und Ausfallrisiken damit besser verteilt und damit abgesichert werden könnten. In der maßgeblich von Übertreibungen am US-Immobilienmarkt ausgegangenen Finanzkrise, die im Jahr 2007 ihren Lauf nahm, hatte sich jedoch eben dieses Prinzip des Verbriefens und Weiterreichens von Ausfallrisiken als fatal erwiesen.

Beim Stichwort CDS werden Erinnerungen an die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 wach - damals hätten die Kreditderivate beinahe zu einer verheerenden Kettenreaktion geführt. Zwischenzeitlich schien es, als stünde das gesamte Weltfinanzsystem auf der Kippe.

Der Versicherungsgigant AIG stand unmittelbar vor dem Zusammenbruch und drohte, weitere Finanzriesen mit in den Abgrund zu reißen. Um dies zu verhindern, wurden die ausstehenden CDS-Kontrakte von AIG am Ende mit Steuergeld aus den USA beglichen. Internationale Großbanken sollen Milliardenbeträge eingestrichen haben.

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