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DAX im Aufwind: Vermögensverwalter raten zum Kauf von Aktien


Aktien  

Vermögensverwalter: DAX wird auf 11.000 Punkte steigen

15.05.2013, 14:33 Uhr | t-online.de - Martin Mrowka und Frank Lansky

DAX im Aufwind: Vermögensverwalter raten zum Kauf von Aktien. Experten sehen weiter Potenzial für den DAX (Quelle: Thinkstock, Montage: t-online.de)

Vermögensberater glauben an weiter steigende DAX-Kurse (Quelle: Thinkstock, Montage: t-online.de)

Leitzinsen auf Rekordtief, Mini-Zinsen für Spargelder, die weit unter der Inflationsrate liegen - keine guten Zeiten für Geldanleger. Doch es gibt eine Alternative: Aktien! An den internationalen Börsen eilen die Indizes seit Wochen von Rekord zu Rekord. Die Redaktion von t-online.de wollte von Anlageprofis wissen, ob man trotzdem jetzt noch Aktien kaufen kann. Ergebnis: Die große Mehrheit der befragten Vermögensverwalter ist weiterhin sehr zuversichtlich für den deutschen Aktienmarkt.

Wir fragten die Vermögensverwalter in der vergangenen Woche: "Wie sehen Sie die Chancen, dass Geldanleger, die jetzt am Allzeithoch noch in den deutschen Aktienmarkt einsteigen, auf Sicht von drei Jahren eine positive Rendite zu erzielen?" Im Folgenden lesen Sie zusammengefasst die Antworten einiger Finanzexperten, die mit eher skeptischen Stimmen beginnen. Bleibt anzumerken, dass die meisten Investment-Berater berufsmäßig meistens Aktien kaufen und vom Kunden eine Provision bzw. Gewinnbeteiligung erhalten.

Warnung vor dem Absturz

Uwe Zimmer, Vorstand bei der Meridio Vermögensverwaltung in Köln, rät, nicht mit seinen ganzen liquiden Mitteln einzusteigen und den Markt genau zu beobachten. Die Märkte seien durch das Fluten der Notenbanken liquiditätsgetrieben gestiegen. "Wenn der Geldhahn mal zugedreht wird und die Zinsen wieder steigen, implodiert der Markt", so Zimmer. "Innerhalb von drei Jahren erwarte ich auf jeden Fall eine starke Korrektur. Ich könnte mir vorstellen, dass die Herde noch bis 9000 Punkten beim DAX durchläuft und somit noch ca. zehn Prozent drin sind. Aber der Absturz wird kommen."

Seitwärtsbewegung ist möglich

Thomas Böckelmann, Geschäftsführer der Veitsberg Gesellschaft für Vermögensbetreuung mbH, ist zurückhaltender. Der DAX sei ein Performance-Index, das verfälsche das Bild. "Alleine auf Kursbasis ist der DAX noch 30 Prozent vom Allzeithoch in 2000 und fünf Prozent vom Hoch in 2008 entfernt." Die Rallye werde durch drei Säulen getragen: 1. Günstige Bewertung auch dank künstlich niedriger Zinsen, 2. Deutschland profitiert von seiner Branchenstruktur bei erhöhter Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich und 3. Alternativlosigkeit der Aktienanlage gegenüber zinslosen Risiken im festverzinslichen Segment.

Denkbar seien noch gut zehn Prozent Plus, bevor eine Korrektur einsetze, was insbesondere dann passiere, wenn die Kursentwicklung nicht durch Gewinndynamik untermauert werde. Zweifel daran werden sich bei einem ausbleibenden politischen Wachstumspakt mehren und in häufigeren und heftigeren Schwankungen resultieren. Dann erscheine eine Seitwärtsbewegung auf Sicht der kommenden drei Jahre als realistisch.

Korrektur abwarten

Jürgen Bauer rät, dass Anleger auf keinen Fall auf dem jetzigen Niveau neue Engagements eingehen sollten. "Laufen Sie dem DAX nicht hinterher. Investieren Sie erst, wenn eine Korrektur stattgefunden hat, frühestens an der 200-Tages-Linie", so der Geschäftsführer der Dr. Bauer & Co. Vermögensmanagement GmbH aus München. Der gleitende Durchschnitt verläuft derzeit bei gut 7500 DAX-Punkten.

Aufholjagd im DAX-Kursindex

Burkhard Wagner, Vorstand der Partners VermögensManagement aus München, siedelt die Wahrscheinlichkeit bei 80 Prozent an, dass der DAX auf Sicht der nächsten drei Jahre höher steht. Seine Gründe: Es fehlen nachhaltig die Alternativen. "So lange das Zinsniveau so niedrig ist, sehen wir keinen nachhaltigen Einbruch bei Aktien", sagt Wagner. Viele private und institutionelle Investoren seien noch unterinvestiert. Trotz eventuell niedrigerer Gewinne in diesem Jahr werden weiterhin relativ attraktive Dividenden gezahlt.

Während der DAX-Performance-Index auf einem Hoch notiert, sei der DAX-Kursindex - in ihm werden keine Dividenden notiert - noch über 30 Prozent vom Hoch entfernt. "Wir empfehlen für Anleger mit niedriger Risiko- und Schwankungstoleranz nur eine entsprechend homöopathische Dosis an Aktien."

DAX steigt auf 11.000 Punkte

Gregor Müller ist hingegen voll überzeugt von weiteren Gewinnen. Der Leiter des Portfoliomanagements bei der Münchener Novethos Financial Partners GmbH rechnet für die nächsten drei Jahre mit einer Rendite von 20 Prozent (konservative Schätzung) bis 32 Prozent (mittlere Schätzung). Dies würde einem DAX-Stand von 10.000 respektive 11.000 Punkten entsprechen. Seine Gründe: "Die aktuelle Dividendenrendite von 3,5 Prozent pro Jahr erbringt über drei Jahre hinweg alleine zehn Prozent Performance. Im aktuellen Niedrigzinsniveau müssen immer mehr Investoren in Dividendenwerte umschichten, um positive Realerträge zu erwirtschaften." Vor allem institutionelle Investoren - unter anderem Versicherer - seien noch kaum im Aktienmarkt investiert, werden aber peu à peu gezwungen sein, einen Teil ihres Geldes in liquide Sachwerte, vor allem erstklassige Aktien zu investieren statt in Anleihen.

Ab 2014 werde die weltweite Konjunkturbelebung eine zunehmende Dynamik bei den Unternehmensgewinnen bringen. "Ein DAX-Stand von 10.000 Punkten in drei Jahren bringt auf Basis der Gewinnschätzungen per Ende 2015 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12", rechnet Müller vor. Damit sei der Index immer noch günstig bewertet. "Sollte der Markt dem DAX ein höheres KGV zugestehen, ist auch ein Stand von 11.000 Punkten (erwartetes KGV für 2015 von 13) möglich, das bedeutet ein Kurspotential von 32 Prozent."

Zeitenwende bei Anlagen - unspektakulär fünfstellig

Auch Gottfried Urban, im Vorstand von Neue Vermögen AG (Traunstein), ist optimistisch für den Aktienmarkt. Das Umfeld für Aktien sei nahezu ideal: "Wir befinden uns in einer konjunkturellen Wendephase, die Nachrichten an der Konjunkturfront sind schlecht, die Frühindikatoren drehen sich jedoch deutlich. Vor fünf Jahren lag der Konkurrent des Aktienmarkts, der Zinsmarkt, bei etwa fünf Prozent per annum und die Dividendenrendite bei etwa vier Prozent; heute sind die Dividenden noch immer bei etwa drei bis vier Prozent und der Zinsmarkt ist als Konkurrent ein Totalausfall."

Urbans Begründung: "Wir befinden uns in einer dramatischen Zeitenwende, das Umdenken hat aber noch nicht eingesetzt. Die beliebtesten Anlageprodukte bleiben beim Anleger Geldmarkt, Immobilien und Gold. Also wird bei Aktien noch lange nicht Schluss sein. Unterstellt man eine faire Bewertung des Marktes und eine durchschnittliche Performance des Marktes von etwa sieben bis neun Prozent, dann sollten wir in den nächsten drei Jahren fünfstellig im DAX werden. Ich finde das nicht spektakulär." Die Schmerzen der niedrigen Zinsen würden immer größer und ein Ende der Niedrigzinsphase sei nicht in Sicht.

Notenbanken kaufen Aktien

"Die Chancen stehen gut, dass in den nächsten Jahren inklusive Dividenden Renditen von sechs bis acht Prozent zu erzielen sind", glaubt Gerhard Friedenberger. Der Inhaber der gleichnamigen Vermögensverwaltung aus Deggendorf prognostiziert, dass die Notenbanken weltweit noch viel mehr Liquidität zur Verfügung stellen - wegen des schwachen Wirtschaftswachstums in Europa (BIP-Schätzung 2013: minus 0,4 Prozent). Daraufhin werden die Zinsen vermutlich tendenziell noch weiter fallen. Institutionelle wie private Anleger werden verstärkt in Dividendenpapiere investieren. Auch Notenbanken - etwa in der Schweiz - haben schon begonnen, direkt in Aktien zu investieren.

Jährliche Renditen von über acht Prozent

Eine ganze Reihe weiterer Vermögensverwalter glaubt ebenfalls an jährliche Kurssteigerungen von etwa acht Prozent am deutschen Aktienmarkt, etwa Hubert Thaler von TOP Vermögen, Michael Dutz von Adlatus aus Chemnitz, Stephan Albrech von der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung und Arne Sand, von Sand & Schott. Anton Vetter, Vorstand BV & P Vermögen AG aus Kempten, sieht auf Sicht der nächsten drei Jahre sogar überdurchschnittliche Renditen von zehn Prozent pro Jahr - und mehr.

Fazit von t-online.de: Wer jetzt Geld längerfristig beiseite legen und nennenswerte Renditen erzielen möchte, kommt um den Aktienmarkt nicht herum. Für Einsteiger empfehlen sich aufgrund der breiten Risikostreuung Aktienfonds oder Indexfonds (ETF) - auch als Sparplan. Bereits ab 50 Euro monatlich kann ein kleines Vermögen aufgebaut werden. Nur geübtere Aktionäre sollten in Einzelaktien in Form von großen Aktiengesellschaften mit einer gesunden Finanzbasis investieren. An der Börse winken weiterhin jährliche Renditen von über sechs Prozent - sofern die Weltkonjunktur nicht negativ dazwischenfunkt. Zwischenzeitliche Kursrückgänge sollten allerdings einkalkuliert werden. Denn eine Einbahnstraße ist die Börse nicht.

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