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Seltene Erden im Bunker: Hochsicherheitslager in Frankfurt eröffnet


Hochsicherheitslager  

"Fort Knox" in Frankfurt: Seltene Erden mit Metlock sicher lagern

16.05.2013, 17:03 Uhr | t-online.de - Martin Mrowka - mit Material von dpa

Seltene Erden im Bunker: Hochsicherheitslager in Frankfurt eröffnet . Ein Weltkriegsbunker in Frankfurt ist nun Hochsicherheits-Lager für Seltene Erden  (Quelle: Martin Mrowka/t-online.de - Martin Mrowka)

Ein Weltkriegsbunker in Frankfurt ist nun Hochsicherheits-Lager (Quelle: t-online.de - Martin Mrowka/Martin Mrowka)

Ein alter Bunker aus dem zweiten Weltkrieg erwacht zu neuem Leben. Im Frankfurter Osten hat die Metlock GmbH den Zementkoloss erworben und zu einem Hochsicherheitslager umgerüstet. Geschäftsführer Matthias Rüth investierte für Kauf und Umbau eine Millionensumme: Nach Abschluss der Außenarbeiten werden insgesamt rund 1,5 Millionen Euro in den Bunker geflossen sein. Künftig sollen dort vor allem Seltene Erden von Privatkunden lagern. Die begehrten Rohstoffe werden für die Produktion von Hightech-Geräten benötigt und wurden in den vergangenen Jahren auch als lukrative Anlageform entdeckt. Der Bunker ist gleichfalls für die Einlagerung anderer Schätze wie Edelmetalle, Diamanten, Kunst oder Antiquariat geeignet. t-online.de war bei der einmaligen Präsentation dabei.

Vier Tonnen schwere Eingangstür

Die monströse Eingangstür zum Metlock-Bunker in Frankfurt-Fechenheim ist durch modernste Technologie gesichert. Die Codes für das Zahlen-Zeit-Schloss müssen von verschiedenen Personen eingegeben werden. Nach der Entriegelung lässt sich die über vier Tonnen schwere Tresortür (Sicherungsklasse 1) nur durch enorme Muskelkraft öffnen. Selbst Banker reagierten neidisch auf diese Sicherheitsmaßnahmen, verriet Metlock-Geschäftsführer Matthias Rüth.

1400 Quadratmeter Lagerfläche für Privatkunden

Das Innenleben des Bunkers überrascht. Boden und Treppenaufgänge sind mit glänzenden Granit-Fliesen ausgelegt, die Wände sind frisch verputzt und geweißt. Die Luft hinter den mindestens zwei Meter dicken Stahlbeton-Mauern ist recht kühl, riecht aber frisch. Alles ist durch Neonlicht hell erleuchtet. Auf drei Stockwerken verteilen sich insgesamt 1400 Quadratmeter Lagerfläche. Stabile Regale werden die unterschiedlich großen Kundenpositionen an Gallium, Indium, Germanium, Lanthan oder Neodym aufnehmen.

China beherrscht den Markt

Hinter dem Begriff Seltene Erden verbergen sich seltene Metalle, die in wenigen Ländern der Welt vorkommen und nur sehr aufwändig getrennt werden. Jährlich werden rund 130.000 Tonnen dieser Stoffe produziert - vor allem in China, das den Weltmarkt mit einem Anteil von über 90 Prozent fast allein beherrscht. Seltene Erden sind für viele Schlüsseltechnologien unentbehrlich und kommen etwa bei der Produktion von Mobiltelefonen, Computer-Chips oder Flachbildschirmen zum Einsatz. Es handelt sich um 17 Elemente im Periodensystem.

Immer mehr Privatkunden

Aus China kommen auch die Industriestoffe für die Frankfurter Tradium GmbH, Muttergesellschaft von Metlock. Im Jahre 1999 gegründet, hat sich Tradium mittlerweile zu einem der größten Händler in Deutschland für strategische Metalle entwickelt. Die Kunden kommen überwiegend aus dem Industriebereich, seit etwa vier Jahren kaufen jedoch auch immer mehr Privatkunden Seltene Erden.

Intransparente Preisfindung

Durch die Monopolstellung Chinas sind Angebot und Nachfrage für die Stoffe höchst undurchsichtig, entsprechend intransparent ist die Preisstellung. Da China den Markt fast nach belieben begrenzen oder ausweiten kann, sind auch die Preise vor allem von den Chinesen abhängig. Tradium-Chef Matthias Rüth versichert jedoch, dass seine China-Händler, mit denen er seit Jahren erfolgreich zusammen arbeitet, faire Preise stellen. "Und diese Preise geben wir an unsere Kunden genauso fair weiter", so Rüth.

Preise zuletzt deutlich gefallen

Tatsächlich sind viele der begehrten Stoffe nach dem kräftigen Preisverfall seit dem Jahr 2011 nun so günstig wie zuletzt im Jahre 2009. Seit dem Allzeithoch vom April 2011 ist der globale Stoxx-Index für Seltene Erden auf gerade noch ein Viertel des damaligen Wertes zusammengeschmolzen.

Keine Zollgebühren, keine Mehrwertsteuer

Privatkunden, die einige Kilo Seltener Erden über Tradium physisch erwerben, können diese zu einer jährlichen Gebühr von zwei Prozent des Warenwerts in dem "neuen" Bunker einlagern. Darin ist auch eine Prämie für die Versicherung des Hochsicherheitslagers enthalten. Das Besondere: In dem Zollfreilager werden weder Zollgebühren noch Umsatzsteuer fällig. Regelmäßig werden die Bestände von Zoll und Wirtschaftsprüfern gecheckt. Das funktioniert bereits gut, künftig wird es jedoch eine echte Trennung von Durchlaufposten der Industrie und Langfrist-Lagern der Anleger geben.

Die Metlock-Kunden sollten Seltene Erden bei der Geldanlage als Depotbeimischung wie etwa Gold oder Silber sehen, empfiehlt Rüth. Niemals sollte das Geld nur in Technologiemetalle fließen. "Der Kunde sollte auch die nötige Geduld aufbringen. Mindestens drei bis fünf Jahre sollten der Anlagehorizont sein", sagt Rüth. "Im Fall eines Banken-Crashs ist das stabiles Sachkapital", meint Robert Halver, Börsenexperte der Baader Bank AG. Er sieht durchaus einen Sinn in einer strategischen Bevorratung von knappen Gütern, wie sie auch der chinesische Staat betreibe. Für Kleinanleger sind Seltene Erden jedoch kaum etwas: Die Mindestanlage in dem Metlock-Bunker liegt bei 50.000 Euro.

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