Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

Autismus: SAP will hunderte Autisten einstellen

SAP will hunderte Autisten einstellen

21.05.2013, 15:39 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Autismus: SAP will hunderte Autisten einstellen. SAP geht in der Personalpolitik neue Wege (Quelle: dpa)

SAP geht in der Personalpolitik neue Wege (Quelle: dpa)

Ungewöhnliche Personalpolitik in der Kurpfalz: Der Softwarekonzern SAP will in den kommenden Jahren hunderte Autisten zu Software-Testern und Programmierern ausbilden. Bis 2020 sollen ein Prozent der weltweit zuletzt rund 65.000 Mitarbeiter von SAP Menschen mit autistischer Störung sein, teilte das Unternehmen in Walldorf mit.

SAP will rund ein Prozent Autisten anstellen

Schätzungen zufolge leidet in der Bevölkerung etwa der gleiche Anteil an Autismus. SAP suche Menschen, die anders denken, erklärte Personalchefin Luisa Delgado den Ansatz. Die Walldorfer arbeiten demnach mit Specialisterne zusammen, einer dänischen Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, eine Million Autisten, die intellektuell nicht eingeschränkt sind, ins Arbeitsleben zu bringen.

Bereits seit 2011 beschäftigt SAP Autisten in seinem Entwicklungslabor in Indien, im vergangenen Jahr startete ein weiteres Pilotprojekt mit Specialisterne in Irland. Dem sollen nun acht weitere Länder folgen. In diesem Jahr startet SAP das Programm in Deutschland, den USA und Kanada.

Besondere Spezialisierung

Für SAP sei das Projekt eine Chance, im weltweiten Kampf um talentierte IT-Mitarbeiter besonders spezialisierte Menschen zu finden, sagte Anka Wittenberg, die bei SAP für Vielfalt und Integration zuständig ist. Der Softwarekonzern habe die Erfahrung gemacht, dass in besonders durchmischten Teams nicht nur die Produktivität steige, sondern auch die Kundenzufriedenheit.

Dass Großkonzerne sich des Themas annehmen ist allerdings noch selten, sagt auch Friedrich Nolte, Fachreferent im Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus.

Klare Strukturen und Regeln sind nötig

Andere Experten stimmen zu, etwa Matthias Dalferth, Professor für angewandte Sozialwissenschaften an der Hochschule Regensburg und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundesverbands zur Förderung von Menschen mit Autismus. Seiner Meinung nach könnten Autisten in allen möglichen Berufen eingesetzt werden, nicht nur im IT-Sektor. Bibliotheken und Archive seien ebenso denkbar wie der Einsatz zur Qualitätskontrolle.

Der Einsatz von Autisten in Unternehmen brauche bestimmte Voraussetzung, erklärte Dalferth. "Sie brauchen eine genaue Tagesstruktur, klare Abläufe, klare sprachliche Vorgaben." Manche Autisten reagieren zum Beispiel sensibel auf eine zu laute Geräuschkulisse, auf solche Dinge müssen die Firmen vorbereitet sein.

Ein großes Defizit ist die soziale Interaktion: "Sie verstehen keine implizite Kommunikation", ergänzt Verbandsreferent Nolte. Frage ein Vorgesetzter einen Autisten, der zu spät komme, ob er gut geschlafen habe, werde der wahrheitsgemäß antworten. Aber das kann auch von Vorteil sein: "Autisten kennen keinen Sarkasmus", sagte SAP-Managerin Wittenberg. "Sie sagen immer die Wahrheit."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal