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Leifheit wird doch nicht verkauft - Vorstandschef muss gehen


Haushaltsgeräte-Hersteller Leifheit wird doch nicht verkauft

24.05.2013, 12:47 Uhr | rtr

Leifheit wird doch nicht verkauft - Vorstandschef muss gehen. Das Traditionsunternehmen Leifheit bleibt jetzt doch mehrheitlich in Familienbesitz (Quelle: dpa)

Das Traditionsunternehmen Leifheit bleibt jetzt doch mehrheitlich in Familienbesitz (Quelle: dpa)

Die rheinland-pfälzische Haushaltsgeräte-Firma Leifheit wird überraschend doch nicht verkauft. Die Familien Schuler-Voith und Knapp-Voith, denen zusammen rund 60 Prozent an dem Hersteller von Personenwaagen (Soehnle) und Wäschespinnen gehören, hätten den Verkaufsprozess gestoppt, teilte Leifheit in Nassau mit. Die Differenzen mit den zahlreichen Interessenten seien zu groß gewesen, begründete das Unternehmen das Aus. "Die Eigentümer standen von Anfang an unter keinem Verkaufsdruck", erklärte Aufsichtsratschef Helmut Zahn.

Vorstandschef muss gehen

Vorstandschef Georg Thaller muss nun zum Monatsende den Hut nehmen. Grund seien "unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung", hieß es in der Mitteilung. Vorübergehend soll Finanzvorstand Claus-Otto Zacharias Leifheit allein führen.

Der 2009 vom Töpfe- und Pfannenhersteller Fissler gekommene Thaller hatte die Produktpalette deutlich gestrafft und den Gewinn nach oben geschraubt. Der Umbau des Unternehmens sei dem Aufsichtsrat aber nicht schnell genug gegangen, hieß es im Umfeld des Gremiums. Der Umsatz hatte im vergangenen Jahr bei 224 Millionen Euro stagniert. Thallers Abschied habe sich abgezeichnet, berichtete die "Lebensmittel-Zeitung".

Einige Interessenten

Einige Bieter hätten sich davon abschrecken lassen, dass nur 60 Prozent der Leifheit-Anteile zum Verkauf standen, sagte ein Insider. Das Unternehmen von der Börse zu nehmen, hätte teuer werden können. Die Firma hat an der Börse einen Wert von rund 140 Millionen Euro, nachdem die Aktie wegen der Verkaufsverhandlungen kräftig angezogen hat. Das Voith-Paket ist allein 85 Millionen Euro wert.

Nach der Mitteilung ging die Aktie in die Knie: Sie fiel zwischenzeitlich um mehr als sieben Prozent. Der "Lebensmittel-Zeitung" zufolge waren zuletzt der US-Konzern Jarden ("Spontex"), die israelische Keter Group ("Curver", "Allibert") sowie der niederländische Handelskonzern Blokker interessiert. Deutsche Konkurrenten wie Fackelmann oder Freudenberg ("Vileda") hätten sich nur für Teile des Unternehmens interessiert.

Kinder haben andere Interessen

Die Verkaufspläne waren in Eigentümerkreisen mit der persönlichen Vermögensplanung der Familien begründet worden. Die Kinder der Familie Schuler-Voith hätten andere Interessen. Daher hatte der Clan 2012 schon die Anteile am Göppinger Maschinenbauer Schuler an die österreichische Andritz-Gruppe verkauft.

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