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Gold: Zentralbanken stocken Bestände auf


Gold  

Gold: Zentralbanken kaufen - Spekulanten setzen auf fallende Preise

28.05.2013, 14:38 Uhr | t-online.de , mmr

Gold: Zentralbanken stocken Bestände auf . Mehrere Zentralbanken stockten zuletzt ihre Goldvorräte auf (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mehrere Zentralbanken stockten zuletzt ihre Goldvorräte auf (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Während der Goldpreis im April dramatisch abstürzte, kauften mehrere Zentralbanken in großen Stil Gold. Das geht aus dem Monatsbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) hervor. Demnach stockten vor allem Russland, Kasachstan und Aserbaidschan ihre Goldbestände im April kräftig auf. Unterdessen spekulieren Hedge Fonds derzeit massiv auf weiter fallende Gold-Notierungen. Ein Kontra-Indikator?

Russland kauft weiter

Schon im ersten Quartal gehörten die Zentralbanken von Russland und Kasachstan zu den großen Gold-Käufern, ermittelte das World Gold Council (WGC). Von Januar bis März 2013 wuchsen deren Goldvorräte um 23,8 Tonnen auf 981,6 Tonnen bzw. um 7,6 Tonnen auf 122,9 Tonnen. Auch Südkorea stockte seine Goldreserven in den ersten drei Monaten um 20 Tonnen auf 104,4 Tonnen kräftig auf. Mit den Käufen im April wachsen Russlands Goldbestände auf 989 Tonnen (entsprechend 31,8 Millionen Feinunzen à 31,1 Gramm).

Besonders hohe Zuwächse bei Türkei-Zentralbank

Auch die Goldbestände der türkischen Zentralbank stiegen seit Jahresanfang stark an - mit 67,5 Tonnen (2,17 Millionen Feinunzen) sogar so stark wie sonst nirgends auf der Welt. Doch dieser Zuwachs geht fast vollständig auf Umschichtungen zurück. Seit einigen Monaten dürfen die Geschäftsbanken in der Türkei ihr Gold als Sicherheit bei der Zentralbank hinterlegen.

Notenbanken kauften im April für gut eine Milliarde Euro Gold

Insgesamt sind den IWF-Daten zufolge die Goldvorräte bei den Zentralbanken im April weltweit um 972.000 Feinunzen (30,2 Tonnen) gestiegen. Mitte April - nach dem Goldpreissturz - entsprach dies einem Wert von etwa einer Milliarde Euro. Die Notenbanken nutzen Gold vor allem zur Diversifizierung ihrer Devisenreserven.

Unter Gold-Anlegern finden die IWF-Zahlen viel Beachtung, weil sich die Goldkäufe von Zentralbanken in den vergangenen Jahren als wichtige Stütze für die Entwicklung des Goldpreises erwiesen haben. Laut Daten des WGC machten allein Zentralbankkäufe im ersten Quartal des laufenden Jahres 11,3 Prozent aller Goldkäufe weltweit aus.

Weltweite Veränderungen der Nachfrage nach Gold von Konsumenten in Prozent (Quelle: World Gold Council)Veränderungen der Nachfrage nach Gold von privaten Käufern in Prozent (Quelle: World Gold Council) Private Gold-Nachfrage auf Rekordstand gestiegen

Hinzu kommen die Goldkäufe von Konsumenten. Die Nachfrage von Gold-Münzen, -Barren und -Schmuck wuchs laut WGC im ersten Quartal auf den Rekordwert von 29,8 Milliarden Dollar (22,2 Mrd. Euro). Vor allem Bürger aus Indien und China kauften Gold: 62 Prozent aller privaten Goldkäufe weltweit entfielen in Q1 auf diese beiden Länder. Im Vergleich zum ersten Quartal 2012 gehörten jedoch auch die USA zu den kauffreudigsten Gold-Liebhabern (siehe Grafik). Private Goldkäufe sind indes nicht immer auf Gewinn ausgerichtet.

Hedge Fonds setzen auf fallenden Goldpreis

Das ist bei professionellen Investoren naturgemäß anders. So wetteten Hedge Fonds zuletzt so massiv gegen den Goldpreis wie noch nie. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Mitte Mai wurden demnach exakt 74.432 Short-Kontrakte auf Gold gehalten - die höchste Anzahl an Leerverkäufen seit Beginn der amerikanischen Datenreihe im Juni 2006. Diese Spekulationen auf fallende Goldpreise dürften mit zum Absturz des Edelmetalls beigetragen haben.

Allein seit Jahresanfang hat Gold auf Dollar-Basis 18 Prozent an Wert eingebüßt und notiert aktuell bei 1380 US-Dollar (ca. 1070 Euro) pro Feinunze. Im Februar sorgte auch George Soros für einen Preisrutsch, nachdem bekannt geworden war, dass der Großinvestor einen erheblichen Teil seiner Goldbestände verkauft hatte.

Leerverkäufe als Kontra-Indikator?

Das hohe Maß an Spekulationen auf fallende Goldpreise muss Gold-Fans aber nicht beunruhigen, denn die Hedge-Fonds-Manager liegen auch oft daneben, wie eine aktuelle Goldman-Sachs-Studie zeigt. Demnach ist es 2013 insgesamt nur fünf Prozent der Hedge Fonds gelungen, den breiten Aktienmarkt oder konventionelle Aktienfonds zu schlagen.

Der US-Autor John Rubino stellt in diesem Zusammenhang eine interessante These auf. Ihm zufolge können die Wetten gegen Gold sogar eine neue Preisrallye in Bewegung setzen. Rubino erkennt ein Muster in den Daten von Hedge-Fonds-Leerverkäufen: Jedes Mal, wenn Hedge Fonds massiv auf fallende Notierungen bei Gold oder Silber spekulierten, geschah genau das Gegenteil: Die Kurse stiegen an. Vor diesem Aspekt erscheinen auch Goldpreis-Ziele von 2000 Dollar bis 2014 erreichbar, wie sie etwa Tobias Kramer vom "Zertifikate-Berater" bei einer Umfrage unter 128 Anlageberatern jüngst herausfilterte (siehe Video).

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