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Flucht in Betongold lenkt den Anleger-Blick auf Immobilien-Aktien

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Boom beim Betongold beflügelt Immobilien-Aktien

07.06.2013, 12:43 Uhr | t-online.de, dpa, dpa-AFX

Flucht in Betongold lenkt den Anleger-Blick auf Immobilien-Aktien. Investments in Immobilien-Aktien mausern sich zu Anlegers Liebling  (Quelle: imago/Geisser)

Investments in Immobilien-Aktien mausern sich zu Anlegers Liebling (Quelle: imago/Geisser)

Angesichts niedriger Zinsen und steigender Inflationsangst legen immer mehr Menschen ihr Geld in Stein an. Vom Boom beim sogenannten Betongold profitieren derzeit auch die Aktien von Immobilienfirmen. Einige der oft regional verwurzelten Unternehmen, die noch vor wenigen Jahren bundesweit kaum bekannt waren, sind zu regelrechten Schwergewichten an der Börse geworden.

Mit der LEG aus Nordrhein-Westfalen rückt bald das sechste Unternehmen des Sektors in den Börsenindex MDAX, den kleinen Bruder des DAX, auf. Die Zahl der börsennotierten Immobilienunternehmen hat sich damit innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Mit der Deutschen Annington klopft bereits der nächste MDAX-Kandidat ans Börsentor.

Ein "Modethema" an der Börse

"Immobilienaktien sind derzeit ein Modethema an der Börse", sagt Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung an der Universität Regensburg. Im MDAX gelistet sind bereits die Unternehmen Deutsche Euroshop, Deutsche Wohnen, Gagfah, GSW Immobilien und TAG Immobilien.

Die Firmen profitieren von anziehenden Immobilienpreisen und Mieten. Wegen der durch die Geldschwemme der Notenbanken ausgelösten Inflationsangst und niedrigen Zinsen bei anderen Anlagen fließt derzeit viel Geld in den Wohnungsmarkt. "Vor allem Profi-Investoren möchten von Mieterhöhungen, Wertsteigerungen oder Privatisierungserlösen profitieren und kaufen sich verstärkt bei deutschen Unternehmen ein", erläutert Experte Sebastian.

Nicht alles auf eine Karte setzen

Auch für Privatanleger könnten die Papiere eine Chance sein, vom Immobilienboom zu profitieren. Das gilt auch, wenn sie nicht das Geld für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung haben. Fachleute warnen aber davor, dabei alles auf eine Karte zu setzen. Zudem droht die Gefahr einer Überhitzung des Immobilienmarktes.

Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, rät zudem davon ab, gezielt auf einzelne Aktien zu bauen. Wer das mache, müsse überzeugt davon sein, wesentliche Informationen wie beispielsweise Bilanzkennziffern oder die Verlässlichkeit zukünftiger Mietzahlungen einschätzen zu können.

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Deutsche Metropolen werden favorisiert

Zuletzt konnten vor allem auf Mietwohnungen spezialisierte Anbieter deutlich zulegen. Hintergrund ist ein neuer Fokus von Investoren auf Deutschland. Vorbei sind erst einmal die Zeiten, in denen London der angesagteste Platz in Europa war. Stattdessen führen mit Berlin und München erstmals zwei deutsche Städte nach Einschätzung internationaler Branchenfachleute die Liste der beliebtesten Immobilienmärkte des Kontinents an.

Angst vor der Mietpreisbremse

Außerdem seien die im Wohnungsmarkt erreichbaren Renditen in deutschen Großstädten vergleichsweise hoch, sagt Analyst Ulf van Lengerich von der Wertpapierhandelsbank Solventis. Und die Mieten dürften seiner Meinung nach noch weiter anziehen. Doch gerade wegen der im vergangenen Jahr stark gestiegenen Wohnungskosten in Großstädten könnte die Politik dem einen Riegel vorschieben. So will die SPD ebenso wie die CDU eine Preisbremse bei Neuvermietungen in ihr Wahlprogramm aufnehmen.

Eine solche Regelung würde den gerade wiederbelebten Wohnungsbau abwürgen, erklärte der Zentrale Immobilien Ausschuss, der die Interessen der Branche vertritt. Der Druck auf die Politik könnte zudem dafür sorgen, dass es so schnell keine weiteren Privatisierungen von kommunalen Wohnungen im großen Stil mehr gibt. Das würde dem Markt eine Wachstumshoffnung nehmen, sagte Analyst Georg Kanders vom Bankhaus Lampe.

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Mit Prestigeobjekt verhoben

Wie schnell sich überzogene Wachstumshoffnungen auf dem Immobilienmarkt als trügerisch erweisen können, zeigt das Beispiel des Bonner Unternehmens IVG . Das einstige Vorzeigeunternehmen hatte vor der Finanzkrise wie wild zugekauft und sich mit Immobilien wie dem Prestigeobjekt "The Squaire" am Frankfurter Flughafen verhoben. Jetzt ist IVG überschuldet und ringt ums Überleben. Die Aktionäre haben praktisch alles verloren. Die meisten Analysten haben die Hoffnung auf eine Wende längst aufgegeben. Die US-Bank JPMorgan hatte jüngst das Kursziel auf einen Cent gesenkt.

Anders sieht es bei den meisten anderen Immobilienaktien aus. Diese sind bei Aktien-Analysten derzeit schwer en vogue. Seit knapp einem Jahr mehren sich die Kaufempfehlungen für die bereits im MDAX gelisteten Papiere Deutsche Euroshop, Deutsche Wohnen, Gagfah, GSW Immobilien und TAG Immobilien. Auch bei den im SDAX vertretenen Werten wie Alstria, DIC Asset, Patrizia oder Prime Office überwiegen die positiven Kommentare. Die Aktienprofis rechnen also damit, dass der Boom erst einmal weitergeht.

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