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Lidl kontert Rattengift-Vorwürfe: "Einkauf bei Lidl ist sicher"


Rattengift-Vorwürfe: Jetzt wehrt sich Lidl

13.06.2013, 14:55 Uhr | AFP, dpa, t-online.de

Lidl kontert Rattengift-Vorwürfe: "Einkauf bei Lidl ist sicher". Kunden sollen über Rattengift in Lidl-Filialen nicht informiert worden sein (Quelle: Dpa/picturealliance/Partneragentur)

Kunden sollen über Rattengift in Lidl-Filialen nicht informiert worden sein (Quelle: Dpa/picturealliance/Partneragentur)

Die Vorwürfe wiegen schwer: Recherchen des ARD-Magazins "Kontraste" haben ergeben, dass der Discounter Lidl offenbar giftiges Rattenpulver in seinen Filialen auslegen lässt, ohne die Kunden über die Gesundheitsrisiken zu informieren. Auch soll der Konzern den Gifteinsatz nicht wie vorgeschrieben den Behörden gemeldet haben. Verbraucherschützer schlagen Alarm - Lidl wehrt sich. "Ein Einkauf bei Lidl ist sicher und gefahrlos möglich", erklärte ein Sprecher in Neckarsulm.

Verbraucherschützer warnt vor Gesundheitsgefahren

"Rattengift hat nichts in der Nähe von Lebensmitteln zu suchen", sagte hingegen der Handelsexperte der Verbraucherzentrale, Armin Valet. "Das ist aus unserer Sicht ein Verstoß, weil da Gesundheitsgefahren vorhanden sind." Dem Magazin zufolge soll Lidl das Gift in seinen Filialen eingesetzt haben, ohne den zuständigen Behörden Rattenprobleme zu melden.

Beschäftigte in mehreren Bundesländern wurden demnach angewiesen, nur mit Handschuhen zu arbeiten und das Pulver keinesfalls einzuatmen. Der Discounter erklärte jedoch, aktuell lägen keine Hinweise von Mitarbeitern über gesundheitliche Beschwerden vor. Lidl kontrolliere seine Märkte täglich auf Schädlingsbefall.

Meldung an Behörden nicht immer notwendig

Man werde den Hinweisen aber noch einmal nachgehen. "Rattengift ist kein Indiz dafür, dass welche da sind", erklärte auch der Vorsitzende vom Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure, Martin Müller. Es könne auch vorbeugend verwendet werden - dann sei auch keine Meldung bei den zuständigen Behörden nötig.

Allerdings komme es darauf an, an welchen Stellen im Verkaufsraum man das Gift auslege. "Es soll immer in Bereichen liegen, wo Kunden und Mitarbeiter nicht damit in Kontakt kommen." Verbraucherschützer sehen dabei Versäumnisse. "Auch eine Präventivmaßnahme muss so gestaltet werden, dass der Verbraucher geschützt ist", sagte Valet.

Risiken nicht nur für Menschen

Er verwies auf die sogenannte Rattenbekämpfungsverordnung. "Nur Ausstreuen ohne Hinweis, das geht gar nicht", betonte er. "Das muss in verschlossenen Boxen gemacht werden." Andernfalls sei das Gift nicht nur für Menschen, sondern auch für Hunde im Supermarkt gefährlich.

Ungewöhnlich sind ungebetene Gäste Lebensmittekontrolleuren zufolge dort allerdings nicht. "Da, wo es etwas Fressbares gibt, gehen die Tiere hin", sagte Müller. Die meisten Supermärkte seien allerdings eher von Mäusen geplagt als von Ratten.

Konzern verweist auf tägliche Kontrollen

Wichtig sei es dann, die Filialen permanent auf Schädlinge zu überprüfen oder gleich mit Profis zusammenzuarbeiten. Lidl tut nach eigenen Angaben genau das. Sollte es bei den täglichen Kontrollen Hinweise auf Mäuse, Ratten oder andere Tiere geben, arbeite man mit professionellen Schädlingsbekämpfern zusammen, erklärte die Supermarktkette.

Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) werden heute in den meisten Fällen Gerinnungshemmer zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen eingesetzt - sie verhindern die Blutgerinnung, die Tiere verenden. Für diese Mittel werden mit der Zulassung Anwendungsbestimmungen festgelegt - meist ist vorgeschrieben, dass ein Sachkundiger beauftragt werden muss. Die laut EU-Richtlinie vorgeschriebene Zulassung haben laut BAuA aber noch nicht alle Schädlingsbekämpfungsmittel durchlaufen.

Der Discounter war in der Vergangenheit schon mehrfach in die Negativ-Schlagzeilen geraten. Meistens ging es dabei aber um den Umgang mit seinen Mitarbeitern - Lidl beobachtete seine Angestellten nicht nur mit Kameras, sondern führte auch über ihren Krankenstand genau Buch. Auch in den jüngsten Skandal um Pferdefleisch in Fertigprodukten war Lidl verwickelt.

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