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Kritik an Jobwunder: "Keine besondere Industrie-Erfolgsgeschichte Deutschlands"


Kritik: "Keine besondere Industrie-Erfolgsgeschichte Deutschlands"

15.06.2013, 15:59 Uhr | dpa, t-online.de

Kritik an Jobwunder: "Keine besondere Industrie-Erfolgsgeschichte Deutschlands". Starke Exporte in traditionellen Branchen reichen nichts als Zukunftsmodell, kritisiert der Ökonom Adam Posen (Quelle: imago/caro)

Starke Exporte in traditionellen Branchen reichen nichts als Zukunftsmodell, kritisiert der Ökonom Adam Posen (Quelle: imago/caro)

Der Schein des deutschen Jobwunders mit seinem Rückgang der Arbeitslosigkeit trügt. Das behauptet der renommierter US-Ökonom Adam Posen in einem Gastbeitrag für die "Welt". "Es gibt keine Belege für eine besondere Industrie-Erfolgsgeschichte Deutschlands", schreibt er. Die hohe Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sei erkauft durch niedrige Löhne und eine Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen.

"Billige Arbeit" ist Hauptgrund des Exporterfolgs

Posen ist Präsident des in Washington ansässigen Peterson Institute for International Economics und laut der Zeitung zudem Experte für Geld- und Fiskalpolitik. Er kritisiert entschieden die Beschäftigungsverhältnisse hierzulande. "Billige Arbeit ist der Hauptgrund des deutschen Exporterfolgs der letzten zwölf Jahre." Ein Wettkampf über Löhne sei aber "keine Basis, auf der reiche Länder miteinander konkurrieren sollten".

Gleichzeitig hält Posen den jetzigen Erfolg für kurzfristig. Denn die deutsche Unternehmen hätten in den vergangenen Jahren versäumt, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch technologischen Fortschritt und mehr Bildung zu steigern statt über die Arbeitskosten. Wegen der ausgebliebenen Investitionen liege das Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) seit Mitte der 90er Jahre 25 Prozent unter dem OECD-Durchschnitt.

DIHK rechnet mit Zunahme bei Dienstleistungen

Damit sich dies ändere, müssten Firmen dazu angehalten werden, ihre vergleichsweise hohen Geldbestände zu investieren, in höhere Löhne zu stecken oder den Anteilseignern auszuzahlen. Die Dienstleistungsbranche müsse dereguliert werden, hier sei das Produktivitätswachstum gering. Es gebe zudem zu wenig Risikokapital für Firmen-Neugründungen. Andererseits hatte das Ifo-Institut Ende März festgestellt, dass Unternehmen zunehmend leichter an Kredite kommen.

Den Niedriglohnsektor hatte aktuell auch der Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, kritisiert. Im Fall der von Posen geforderten Dienstleistungen rechnet dagegen der Deutsche Industrie- und Handelskammertages (DIHK) mit einer starken Zunahme neuer Stellen in diesem Jahr.

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