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Silber ist der Edelmetall-Verlierer des Jahres


Edelmetalle  

Edelmetalle: Silber ist der Verlierer des Jahres

19.06.2013, 07:32 Uhr | t-online.de, mmr

Silber ist der Edelmetall-Verlierer des Jahres. Silber-Münzen und -Barren: Das weiße Edelmetall machte Käufern im laufenden Jahr bislang keine Freude  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Silber-Münzen und -Barren (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Anlageexperten setzten vor sechs Monaten große Hoffnungen auf Edelmetalle. Vor allem für Silber sahen die Prognosen rosig aus: Über 30 Prozent sollte das weiße Metall auf Jahressicht zulegen. Doch die Realität ist ernüchternd: Silber notiert aktuell am Terminmarkt mit 21,60 Dollar auf dem Niveau von Herbst 2010 - und fast 30 Prozent unter dem Jahresschlusskurs von 2012. Auf Euro-Basis sieht die Bilanz ähnlich dünn aus: Umgerechnet 16,10 Euro kostet eine Feinunze Silber derzeit - gegenüber 23 Euro am Jahresende. Nun kommt auch noch eine Mehrwertsteuer-Erhöhung auf Silber-Münzen, die das Edelmetall weiter belasten könnte.

Edelmetalle sind im laufenden Jahr bislang die großen Verlierer unter den Rohstoffen. Während Investoren mit Baumwolle, Gas, Rohöl und Sojabohnen bis zu 16 Prozent Gewinne machten, fielen die Preise für Platin um sechs Prozent, Gold um gut 17 Prozent und Silber um 28 Prozent. In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob der Silberpreis noch weiter Richtung 20 Dollar abrutscht oder ob ein Ausbruch über den technischen Widerstand bei 22,30 Dollar erfolgt.

Silber als Industriemetall?

"Silber ist ins Kreuzfeuer geraten zwischen seiner Bedeutung als Edelmetall und als Industriemetall", erläuterte John Stephenson gegenüber der Agentur Bloomberg die hohen Verluste bei Silber. Der Fondsmanager bei First Asset Investment Management in Toronto macht auch die magere Weltkonjunktur verantwortlich. "Ehe die Investoren anfangen können, Silber als Industriemetall anzusehen, brauchen wir ein ausreichendes Wirtschaftswachstum."

Lahmende Konjunktur als Preisbremse bei Rohstoffen

Da sich die Konjunktur in den vergangenen Monaten jedoch weltweit eher lahmend zeigte, litten die Edelmetall-Preise. Wenn sich die Weltwirtschaft wieder erholt, könnte die Industrienachfrage nach Silber einen Schub erhalten. Auch eine Rückkehr der Inflation ist angesichts der Geldmengen-Expansion auf kurz oder lang nicht unwahrscheinlich.

Silber als guter Inflationsschutz

Thorsten Schulte, bekannt als "Silberjunge", bezeichnet das weiße Metall sogar als den besten Inflationsschutz. "Silber hat in der Historie - etwa im Inflationshoch der 70er Jahre - den besten Schutz vor Inflation geboten, besser sogar als Rohöl, Kupfer und selbst Gold", sagte Schulte in einem Interview mit der "WirtschaftsWoche". Silber hatte auch seit dem Tief der Aktienmärkte im Jahr 2003 die Nase vorn, ebenfalls deutlich vor Gold. Allerdings ist Silber auch deutlich volatiler als Gold. "Das müssen die Investoren einfach bedenken", so Schulte.

Hohe Nachfrage von privaten Käufern

Privatinvestoren nutzen derweil die aktuellen Preisrückgänge für Käufe. Robert Hartmann, Geschäftsführer beim Edelmetall-Händler Pro Aurum, berichtet von einer extrem hohen Silber-Nachfrage. Zeitweilig verzeichnete der Händler in den vergangenen Wochen Käufe von bis zu 2,5 Tonnen physisches Silber pro Tag.

"Bisher hat der Goldhandel bei Pro Aurum knapp 75 Prozent des gesamten Edelmetallhandels ausgemacht, bei Silber kamen wir ungefähr auf einen Anteil von 20 Prozent und die restlichen fünf Prozent teilten sich die Schwestermetalle Platin und Palladium", erläuterte Hartmann. Silber habe diesen Anteil am Gesamthandel in den vergangenen Wochen nun sukzessive auf 25 bis 30 Prozent ausgebaut. "Gründe hierfür sind sicherlich die günstigeren Einstiegspreise, aber auch die jetzt beschlossene Mehrwertsteuererhöhung bei Silber-Münzen", sagte Robert Hartmann.

Höhere Mehrwertsteuer auf Silbermünzen kommt

Wer Silber in Form von Münzen kauft, muss ab nächstem Jahr also tiefer in die Tasche langen. Der Deutsche Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates vor einigen Tagen wie erwartet eine Mehrwertsteuererhöhung bei Silbermünzen beschlossen. Ab 1. Januar 2014 werden statt derzeit sieben dann 19 Prozent Steuern fällig. Diese Erhöhung bezieht sich nicht nur auf Silber-Sammlermünzen, sondern auch auf sämtliche Silber-Anlagemünzen wie beispielsweise den Silber-Philharmoniker, den australischen Kookaburra oder den China-Panda.

Anlage-Gold weiterhin von Mehrwertsteuer befreit

Künftig unterliegen Sammlermünzen (also alle Silber-Münzen, bei denen der Bruttoverkaufspreis mehr als 80 Prozent vom reinen Materialwert abweicht sowie Münzen aus unedlen Metallen) dem vollen Steuersatz von 19 Prozent beim Verkauf im Inland und in das EU-Ausland. Gold-Barren und -Münzen sind grundsätzlich von der Mehrwertsteuer befreit, da sie dem "Zwecke der Kapitalanlage" dienen, heißt es beim Edelmetall-Händler Pro Aurum.

"Nach der Mehrwertsteuererhöhung ab Januar 2014 wird die Nachfrage nach Silbermünzen wahrscheinlich erst einmal zurückgehen. Die Anleger werden dann wegen der niedrigeren Produktionskosten auf Silberbarren umsteigen", vermutet Hartmannn.

Silber ist kaufenswert

Zunächst jedoch dürften Privatanleger noch die günstigere Mehrwertsteuer zu Käufen nutzen. Auch Silber-Profis wie Michael Vaupel raten zum Kauf: "Silber finde ich auf derzeitigem Niveau unabhängig von steuerlichen Überlegungen klar kaufenswert", so Vaupel. "Mehrjahrestief - und im Grunde ein nicht nachhaltiger Preis. Denn diverse Minen können zu dem Preis gar nicht mehr profitabel Silber fördern." Silberjunge Schulte sieht den Beginn der nächsten großen Hausse am Silbermarkt allerdings erst zwischen Ende 2013 und Ende 2014, wenn sich die Auswirkungen der expansiven Geldpolitik der Notenbanken in der Realwirtschaft zeigen.

Zollfreilager als Steuersparmöglichkeit

Pro Aurum wird in den kommenden Monaten seine beiden Zollfreilager in der Schweiz und in Hongkong in den Mittelpunkt der Beratung rücken. Wer die weißen Edelmetalle Silber, Platin oder Palladium via Zollfreilager handelt, also kauft und danach verkauft, kann den Steuernachteil gegenüber Gold vollständig eliminieren. Die Mehrwertsteuer fällt nur bei der physischen Entnahme an.

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