Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Rohstoffe >

Gold-Schmuck könnte bald billiger werden


Gold-Schmuck könnte bald billiger werden

20.06.2013, 11:49 Uhr | dpa, t-online.de

Gold-Schmuck könnte bald billiger werden. Goldschmuck in der Auslage von Juwelier Tiffany in München (Quelle: imago/ HRSchulz)

Goldschmuck (Quelle: imago/ HRSchulz)

Des einen Leid, des anderen Freud'. Der dramatische Preisverfall beim Gold lässt Investoren weinen, aber Schmuck-Liebhaber jubeln. Goldschmuck wie Ringe, Halsketten und Uhren könnten billiger werden. "Es gibt Schmuckhersteller, die die günstigeren Einkaufspreise bereits an die Juweliere weitergegeben haben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Schmuck und Uhren, Thilo Brückner. "Ob andere folgen, dürfte davon abhängen, wie lange die Niedrigpreisphase anhält." Der Preis für die Feinunze (31,1 g) Gold war im vergangenen Jahr bis auf das Rekordniveau bei 1370 Euro (1795 Dollar) geklettert, nach einem Preissturz kostete die Feinunze zuletzt weniger als 1000 Euro. Die Nachfrage nach Schmuck könnte andererseits den Goldpreis wieder stabilisieren.

Preissprünge erschweren Kalkulation

Die Spekulationen mit Gold haben die Schmuckindustrie nach Angaben von Brückner zuletzt sehr beschäftigt. "Die Höhe des Preises ist dabei weniger entscheidend als die Preisschwankungen. Was wir brauchen, ist ein weitgehend stabiles Preisniveau." Die Preissprünge hätten die Kalkulationen erschwert. "Da ist Besonnenheit gefragt. Grundsätzlich kann man nicht jeder kurzfristigen Schwankung hinterherrennen", erläuterte Brückner. "Die Schmuckhersteller orientieren sich oft an bestimmten Bandbreiten des Goldpreises und richten ihre Preispolitik damit mittelfristig aus."

Gold-Rausch ließ Preise zu stark steigen

Der Run auf das Gold im vergangenen Jahr hat nach Brückners Ansicht zu einem "gefühlt zu hohen Preis" geführt. Das hätten vor allem die Produzenten von niedrig- und mittelpreisigen Produkten gespürt. "Der hochpreisige Bereich war kaum betroffen, da die entsprechenden Kunden die Steigerungen mitgegangen sind."

Der Bundesverband der Juweliere in Köln stellte hingegen klar, dass die Schmuckpreise vor allem vom Handwerk abhängen. Neben Design und Kreation seien die handwerkliche Leistung sowie verwendete Edelsteine oder Perlen entscheidend für den Gesamtwert eines Schmuckstücks. Der Edelmetall-Preis habe oft nur einen vergleichsweise kleinen Anteil am Endpreis.

Hersteller werden kreativer

Die Schmuckhersteller haben auch kreative Möglichkeiten, um auf den hohen Goldpreis zu reagieren: Sie modellieren filigraner und verarbeiten auf diese Weise weniger Gold, oder sie greifen auf andere Stoffe zurück. "Es ist auffällig, dass zuletzt vermehrt mit neuen Materialien experimentiert wird, etwa mit Keramik, Karbon, Holz oder Leder - auch in Kombination mit anderen Edelmetallen."

Langfristig rechnet Brückner wieder mit einem steigenden Goldpreis - nicht zuletzt durch eine steigende Nachfrage der Schmuckindustrie. "Die Ressource Gold ist endlich - und es wird immer schwieriger, an Gold heranzukommen. Die Förderung wird immer teurer." Seine Hoffnung dabei: "Dass der nächste Anstieg moderat und kalkulierbar verläuft."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal