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Containerreedereien rücken wegen Schifffahrtskrise zusammen


Krise zwingt Reedereien zu Zusammenschlüssen

21.06.2013, 11:02 Uhr | rtr, t-online.de

Containerreedereien rücken wegen Schifffahrtskrise zusammen. Reedereien geraten unter Zugzwang und schließen sich zusammen  (Quelle: Reuters)

Reedereien geraten unter Zugzwang und schließen sich zusammen (Quelle: Reuters)

Noch bis vor kurzem haben sich die Containerreedereien bis aufs Messer bekämpft und sich bei den Frachtpreisen einen harten Preiskampf geliefert. Doch nun sind wegen der Schifffahrtskrise Zusammenschlüsse angesagt, um die Verluste einzudämmen. So rechnen einer aktuellen Studie zufolge vier von fünf Reedereien mit einer Zunahme von Fusionen und Zusammenschlüssen.

Zusammenschlüsse aus purer Not

"Die Marktlage zwingt immer mehr Reeder dazu, über neue Wege nachzudenken. Aus diesem Grund werden Kooperationen eingegangen", sagt Claus Brandt von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC), das 100 Reederein mit Sitz in Deutschland befragt hat. Demzufolge werden Kooperationen bereits jetzt aus purer Not eingegangen.

Schwierige Lage löst Umdenken aus

So sind knapp 90 Prozent der Befragten der Ansicht, dass viele Reedereien das laufende Jahr nicht überstehen werden. Von den kleineren Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern teilen der Umfrage zufolge sogar alle diese Einschätzung. Die schwierige Lage habe ein Umdenken bei den stolzen Reedern ausgelöst, von denen viele eine Zusammenarbeit vor einigen Jahren noch von sich gewiesen hatten.

Hoffnung auf steigende Preise

Um den Teufelskreis aus Überkapazitäten und fallenden Frachtraten zu durchbrechen, wollen die drei größten Containerreedereien Maersk Line, MSC Mediterranean Shipping Company und CMA CGM eine Allianz schmieden. Deren angekündigte Abkehr vom Preiskampf lässt auch andere Reedereien hoffen, dass die Preise wieder steigen. Deutschlands größte Containerlinie Hapag-Lloyd arbeitet bereits in einer ähnlichen Allianz mit anderen Schifffahrtsunternehmen zusammen, in der die Partner Fracht auf den Schiffen der anderen transportieren lassen und die Kapazitäten dadurch auslasten.

Zweifel an kartellrechtlicher Zulassung

Während die G6-Allianz um Hapag-Lloyd schon seit einiger Zeit existiert, melden Fachleute Zweifel an, ob das von Maersk, MSC und CMA CGM für 2014 angestrebte Bündnis mit dem Namen P3 kartellrechtlich grünes Licht erhalten wird. Man müsse sich im Detail ansehen, wie unabhängig die drei innerhalb der Gemeinschaft agieren könnten. "Wenn das zu einem gemeinsamen Preis führen sollte, hat das keine Realisierungschance", ist PwC-Experte Brandt überzeugt.

Fusion vorerst gescheitert

Die Vorteile einer engeren Zusammenarbeit liegen auf der Hand. So wäre eine Kombination der Ost-West-Linien von Hapag-Lloyd und der Nord-Süd-Verkehre Hamburg Süd eine interessante Sache. "Man kann den Kunden ein breites Spektrum an Diensten anbieten", sagte Brandt. Die geplante Fusion der beiden deutschen Reedereien war vor einigen Monaten am Machtkampf der Aktionäre vorerst gescheitert.

Starker Partner oder Schrumpfkurs

Hapag-Lloyd-Großaktionär Klaus-Michael Kühne fordert einem Medienbericht zufolge nun eine Strategiedebatte, um die Hamburger Traditionsreederei neu auszurichten. Denkbar sei nicht nur die Suche nach einem anderen Partner, sondern auch ein Schrumpfkurs: "Es gibt entweder die große Lösung mit einem starken Partner oder die Möglichkeit eines selektiveren Geschäftsmodells mit Stärken in Nischen und bestimmten Fahrgebieten", zitierte das "Manager Magazin" den Logistikunternehmer.

Sinkende Frachtraten und hohe Treibstoffpreise

Die Branche befindet sich im fünften Jahr der Krise. Sinkende Frachtraten wegen der hohen Überkapazitäten und hohe Treibstoffkosten machen den Unternehmen schwer zu schaffen. Viele Reeder stehen zudem mit dem Rücken zur Wand, weil die Banken kaum noch Kredite geben. Mehrere Finanzinstitute haben sich wegen der mauen Aussichten aus der Containerschifffahrt zurückgezogen oder dies - wie die Commerzbank - angekündigt.

Ausländische Kapitalgeber immer wichtiger

Diejenigen, die wie die HSH Nordbank und die NordLB noch Darlehen an Reeder gewähren, tun dies nur gegen hohe Sicherheiten. Dadurch gewinnen ausländische Kapitalgeber an Bedeutung. Eine große Mehrheit der für die Studie Befragten erwartet, dass ausländische Investoren für deutsche Reeder in drei bis fünf Jahren die wichtigste Rolle spielen werden.

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