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Alpine Bau: Erbauer der Allianz Arena insolvent - Rettung gescheitert


Alpine-Rettung gescheitert - großer Baukonzern wird zerschlagen

25.06.2013, 10:05 Uhr | dpa-AFX, rtr, t-online.de

Alpine Bau: Erbauer der Allianz Arena insolvent - Rettung gescheitert. Die Alpine aus Salzburg wird laut Geschäftsführung Insolvenz anmelden (Quelle: dpa)

Die Alpine aus Salzburg wird laut Geschäftsführung Insolvenz anmelden (Quelle: dpa)

Der Rettungsversuch des insolventen Erbauers der Münchner Allianz Arena ist gescheitert, Gespräche über den Einstieg potentieller Investoren wurden ohne Erfolg beendet. Nun wird der zweitgrößte österreichische Baukonzern Alpine zerschlagen. Einzelne Projekte und Baustellen werden verkauft, die knapp 5000 Beschäftigen bangen um ihre Arbeitsplätze. Knapp 5000 Mitarbeiter und 1400 Zulieferbetriebe sind von der Pleite betroffen. Für die ebenfalls insolvente deutsche Tochter gibt es aber noch Hoffnung.

Mitarbeiter in Verwaltung wohl bald arbeitslos

Während die Bauarbeiter in Österreich zunächst auf den Erhalt ihrer Arbeitsplätze hoffen können, müssen sich die Beschäftigten in der Verwaltung und im kaufmännischen Bereich wohl neue Jobs suchen. "Ich bin zur Zeit auf einer Baustelle und Sie können sich vorstellen, wie die Stimmung ist", sagte Alpine-Betriebsrats-Chef Hermann Haneder. "In der Verwaltung sagen sie, dass es Tränen gibt."

Viele Beschäftigte hoffen auf Übernahme

Bevor feststeht, wie viele der 4900 Beschäftigen in Österreich ihren Job vorerst behalten können, müsse Projekt für Projekt geklärt werden, ob der Bau unter neuer Eigentümerschaft weitergeführt werde, sagte Hans-Georg Kantner, Leiter der Insolvenzabteilung beim Gläubigerschutzverband KSV. "Ich schätze, dass wir binnen der laufenden Woche weitgehend Klarheit haben werden", sagte er. Solange die Auftraggeber genug Geld für die Bezahlung hätten und weiterhin an einer Fertigstellung interessiert seien, seien die Projekte nicht in Gefahr. "Ich rechne damit, dass ein Großteil dieser Baustellen weitergeht. Ich würde sagen, fast alle", sagte Kantner

Der Ausverkauf beginnt

Interesse an einzelnen Baustellen oder Projekten hat bereits der österreichische Konkurrent Porr angemeldet. Die Firma sei in Verhandlungen und weiterhin bereit, interessante Teile zu übernehmen, erklärte eine Sprecherin. Das gelte etwa für sämtliche mit Alpine gemeinsam betriebenen Baustellen. "Darüber hinaus gibt es selektives Interesse und Gespräche mit diversen Bauherren zur Übernahme von Baustellen und Mitarbeitern", erklärte Porr.

Strabag springt ein

Die größere Konkurrentin Strabag erwägt ebenfalls, bei einzelnen Alpine-Projekten einzuspringen. Die Übernahme ganzer Geschäftszweige - etwa aus den einzelnen Bundesländern - komme jedoch nicht in Frage, sagte eine Sprecherin.

Größter Firmenzusammenbruch Österreichs

Alpine mit Sitz in Salzburg hatte vergangene Wochen Insolvenz angemeldet, nachdem Verhandlungen über ein weitere Rettungspaket mit der spanischen Mutter FCC und Gläubigerbanken gescheitert waren. Es ist der größte Firmenzusammenbruch der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Die österreichische Regierung hatte nach dem Alpine-Aus angekündigt, ein großes Konjunkturpaket schnüren zu wollen.

Schicksal der Töchter weiter ungewiss

Für die Gläubiger - darunter die UniCredit -Tochter Bank Austria sowie die Erste Group - bedeutet der Konkurs einen weiteren Schlag. Zuvor konnten sie im Zuge das Sanierungsverfahrens darauf hoffen, zumindest 20 Prozent ihrer Gelder zurückzubekommen. Das dürfte sich nun aber nicht erfüllen, sagte Kantner. Alpine werde "nicht annähernd" die 20-Prozent-Quote erreichen, die bei einem Sanierungsverfahren mindestens bezahlt werden müsse sagte er.

Insgesamt beschäftigt das zweitgrößte Bauunternehmen Österreichs rund 7500 Mitarbeiter im Inland und ebenso viele im Ausland. Einige Unternehmensteile wie etwa die Alpine-Energie, die Hazet Bau, die Alpine Bemo Tunneling oder die Universale Bau sind nicht von der Insolvenz betroffen.

Hoffnung für deutsche Alpine-Tochter

Auch für die ebenfalls insolvente deutsche Tochter gibt es noch Hoffnung. "Die in Österreich getroffenen Entscheidungen haben keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Verfahren der Alpine Deutschland AG", sagte ein Sprecher der deutschen Tochter mit Sitz in Eching nördlich von München am Montag. Die Alpine Deutschland sei eine eigenständige Gesellschaft mit eigenständigem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Management und Sanierungsexperte Arndt Geiwitz führten die Gespräche mit potenziellen Investoren daher weiter. Löhne und Gehälter der rund 1500 deutschen Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld bis zu drei Monate gesichert.

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