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Silber lieb' ich sehr - Das sollten Käufer beachten


Silber lieb' ich sehr - Was Käufer beachten sollten

07.07.2013, 09:43 Uhr | von Alexander Heintze für t-online.de

Silber lieb' ich sehr - Das sollten Käufer beachten. Silber-Eagle: Mehrwertsteuer bei Münzen-Kauf 2014 auf Silber-Barren-Niveau gestiegen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Silber: Mehrwertsteuer bei Münzen-Kauf gestiegen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bislang war Silber steuerlich eine attraktive Investition. Schließlich zahlen Käufer nur sieben Prozent Mehrwertsteuer. Doch damit ist bald Schluss. Was Käufer beachten sollten.

Der kanadische Silver Maple Leaf, der Wiener Silber Philharmoniker oder der Silver Eagle aus den USA gehören zu den bekanntesten Silbermünzen – und zu denjenigen mit dem höchsten Anteil des Edelmetalls. Sie sind begeht bei Sammlern und als Geschenk. Künftig werden Käufer dieser Münzen tiefer in die Tasche greifen müssen.

Münzen-Steuer steigt auf Barren-Niveau

Bundestag und Bundesrat haben eine saftige Erhöhung der Mehrwertsteuer für Silbermünzen beschlossen. Der Satz steigt ab dem kommenden Jahr von sieben auf 19 Prozent. Für Silber in Form von Barren galt der normale Mehrwertsteuersatz schon immer. Wer sich dagegen handliche Silbermünzen zulegt, zahlt derzeit noch den ermäßigten Steuersatz. Für Anleger ist dieser Unterschied von 12 Prozentpunkten bedeutsam. Schließlich muss der Mehrpreis durch die Wertentwicklung erst einmal aufgeholt werden, um am Ende netto einen Gewinn verbuchen zu können.

Wer sich Silbermünzen zulegen will, sollte das also vor dem 1. Januar 2014 tun. Doch lohnt sich Silber als Anlage überhaupt noch? Auf dem Höhepunkt der Krise wurde das Edelmetall als Ersatz zu Gold gesehen. Der Wert je Feinunze stieg auf fast 50 Dollar. In den letzten Monaten stürzte der Silberpreis regelrecht ab. Derzeit liegt er bei unter 20 Dollar. "Silber reagiert ausgesprochen zyklisch", erklärt Thomas Heberle von der Vermögensberatung FiNUM.Private Finance in Heidelberg.

Industrielle Nachfrage leidet in Konjunkturschwäche

Im Gegensatz zum großen Bruder Gold wird Silber in der Industrie häufig genutzt. Damit ist der Preis – anders als beim Gold – nicht nur von dem Wunsch der Anleger nach Sicherheit abhängig, sondern auch von der industriellen Nachfrage. Und um die ist es weltweit derzeit nicht zum Besten bestellt. In China mehren sich die Sorgen um die Wirtschaft, Europa steckt seit Jahren in der Rezession und die USA sind gerade zaghaft dabei, ihre Wirtschaft wieder in Gang zu bekommen. "Das und der Preisverfall beim Gold haben dem Silber sehr zugesetzt", sagt Heberle.

Karl-Heinz Geiger, Geschäftsführer der SVA Vermögensverwaltung Stuttgart warnt davor, eine Kaufentscheidung allein von steuerlichen Faktoren abhängig zu machen. Viel wichtiger sei, wie sich der Preis weiter entwickeln wird. Was das angeht, ist er optimistisch. "Wir werden jetzt eine Stabilisierung sehen und würden dieses Niveau zum Einstieg nutzen", so Geiger. Ob es allerdings unbedingt Münzen sein müssen, ist eine andere Sache. Denn die Kosten für den Erwerb sind relativ hoch.

Wer Silber kaufen möchte, sollte genau rechnen

So kostet die Feinunze des kanadischen Maple Leaf derzeit bei Händlern zwischen 18 und 19 Euro umgerechnet sind das fast 24 Dollar. Der Käufer zahlt also einen Aufpreis von über 20 Prozent gegenüber dem Silberwert der Münze. Der Silberpreis müsste erst wieder auf rund 24 Dollar steigen, damit der Käufer einen Gewinn macht.

Auch bei Barren darf man sich nicht täuschen lassen. Deren Gewicht wird zumeist in Gramm angegeben. Der Silberpreis aber wird in Unzen berechnet. Ein 100-Gramm-Barren kostet rund 72 Euro (etwa 93 Dollar). Der reine Silberpreis beträgt allerdings nur 61 Dollar. Der Käufer zahlt also gut 50 Prozent mehr für den Barren. Mit zunehmendem Gewicht werden die Preisunterschiede etwas geringer, da die Herstellung weniger aufwendig ist als bei kleinen Einheiten. Bei einem 1-Kilogramm-Barren beträgt der Aufpreis noch rund 25 Prozent.

Edelmetall-Konten als Alternative

Alternativ bieten einige Banken sogenannte Edelmetallkonten an. Dabei erwirbt der Kunde zumeist einen Teilanspruch an den Beständen der Bank. Der Vorteil ist, dass sich das Metall jederzeit verkaufen lässt und weder Mehrwertsteuer noch Transportkosten anfallen. Auch die Gebühren sind deutlich geringer als bei einem direkten Kauf.

Wer allerdings Münzen nicht zur Geldanlage sondern als Geschenk oder zum Sammeln kaufen will, sollte noch vor dem Jahresende zugreifen.

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