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Deutsche Annington schafft doch Sprung an die Börse


Deutsche Annington schafft doch Sprung an die Börse

09.07.2013, 19:14 Uhr | rtr, t-online.de

Deutsche Annington schafft doch Sprung an die Börse. Deutsche Annington - Mit der Brechstange an die Börse (Quelle: dpa)

Deutsche Annington - Mit der Brechstange an die Börse (Quelle: dpa)

Kehrtwende bei der Deutschen Annington: Acht Tage nach der Absage hat Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Finanzkreisen zufolge den Sprung an die Börse auf Umwegen doch geschafft. Dafür rückte der Eigentümer, der britische Finanzinvestor Terra Firma, von seinen Preisvorstellungen ab.

Oderbücher angeblich vorzeitig geschlossen

Danach bissen die Investoren an: Acht Stunden nach dem Neustart waren die knapp 35 Millionen Aktien verkauft, die Orderbücher wurden am Dienstag vorzeitig geschlossen, wie drei mit dem Prozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Die Papiere würden wohl zu 16,50 oder 16,75 Euro zugeteilt, sagte einer von ihnen. Damit ist der Börsengang auf rund 575 Millionen Euro geschrumpft von ursprünglich bis zu 1,2 Milliarden. Am Donnerstag soll die Deutsche Annington ihr Debüt an der Frankfurter Börse feiern.

Deutsche Annington: Chef erleichtert

Vorstandschef Rolf Buch zeigte sich erleichtert: "Wir freuen uns, dass wir den geplanten Börsengang der Deutschen Annington heute fortsetzen können", sagte der erst seit April amtierende ehemalige Bertelsmann-Manager. Mit den 400 Millionen Euro, die der Vermieter von 180.000 Wohnungen selbst einnimmt, kann Buch künftig billiger Fremdkapital aufnehmen.

Terra Firma begnügt sich mit 175 Millionen Euro und spekuliert auf einen später anziehenden Aktienkurs. Eigentlich hatte sich der Investor mehr als 700 Millionen Euro erhofft. Zunächst sollen nur 15,5 Prozent der Anteile im Streubesitz sein.

Privataktionäre ausgeschlossen

Für die bis zu 34,85 Millionen Annington-Papiere durften nur Fonds und andere große Anleger Gebote zwischen 16,50 und 17 Euro abgeben, Privataktionäre waren ausgeschlossen. Für 18 bis 21 Euro hatte die Deutsche Annington vor einer Woche nicht genügend Interessenten gefunden.

Damals hatte sich der von der Private-Equity-Legende Guy Hands geführte Finanzinvestor Terra Firma noch gegen eine Senkung der Preisspanne gesperrt - obwohl große Investoren signalisiert hatten, dass sie zu 17 Euro oder weniger bereit seien zu zeichnen.

Auch unbesicherte Anleihen geplant

Annington will künftig auch unbesicherte Anleihen begeben, die billiger sind als die verbrieften Hypotheken-Darlehen (CMBS), die sie 2006 aufgenommen hatte. Dafür braucht sie eine "BBB"-Note, die ihr die Ratingagentur Standard & Poor's auch in Aussicht gestellt hatte - aber nur wenn die Schulden um 400 Millionen Euro reduziert würden und mit 5,2 Milliarden Euro nur noch die Hälfte des Verkehrswertes der Wohnungen erreichten.

Investoren geben grünes Licht

Federführend organisiert wird der Börsengang wie beim ersten Anlauf von JP Morgan und Morgan Stanley. Am unteren Ende der Preisspanne wird die Annington nun mit rund 3,7 Milliarden Euro bewertet. Das ist der von vielen Anlegern geforderte deutliche Preisabschlag zum Nettovermögenswert (NAV) der Wohnungen von 4,25 Milliarden Euro. Die Deutsche Annington bleibt damit aber Kandidat für eine Aufnahme in den Nebenwerteindex MDAX.

"Damit kann man rechnerisch zeichnen", gab ein großer deutscher Investor grünes Licht. "Die verringerte Größe und die gesenkte Spanne sprechen dafür, dass man als Investor damit Geld verdienen kann." Ein anderer Großanleger fand dennoch ein Haar in der Suppe: "Wir sind immer noch nicht enthusiastisch." Terra Firma werde mittelfristig weitere Aktien platzieren. Damit werde der Kurs unter Druck bleiben. "Dann gibt es weitere Einstiegsmöglichkeiten."

Auf Umwegen an die Börse

Die Deutsche Annington ist nicht der erste Börsengang in diesem Jahr, bei dem das Unternehmen einen Umweg gehen muss. "Die Transaktion ist ein Beleg dafür, dass die Emittenten angesichts eines volatilen Umfelds zunehmend Transaktionswege jenseits der klassischen IPO-Route in Betracht ziehen", sagt Martin Steinbach, Experte für Börsengänge bei der Stuttgarter Unternehmensberatung Ernst & Young.

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