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Goldminen klagen: Förderung lohnt sich nicht mehr


Goldminen klagen: Förderung lohnt sich nicht mehr

10.07.2013, 08:01 Uhr | t-online.de

Goldminen klagen: Förderung lohnt sich nicht mehr. Geschmolzenes Gold fließt in Gießformen: Beim aktuellen Goldpreis kommen die Produzenten nicht mehr auf ihre Kosten (Quelle: Reuters)

Geschmolzenes Gold fließt in Gießformen: Beim aktuellen Goldpreis kommen die Produzenten nicht mehr auf ihre Kosten (Quelle: Reuters)

Der gesunkene Goldpreis bringt die Minengesellschaften an ihre Grenzen. Die Erlöse für neu gefördertes Gold decken kaum noch die Kosten. "Wir brauchen einen Goldpreis von mindestens 1500 Dollar", zitierte die Agentur Bloomberg den Chef der südafrikanischen Firma Gold Fields. Kürzlich war der Preis für eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) jedoch auf 1200 Dollar gefallen und hat sich seitdem erst auf 1250 Dollar erholt. Das "Handelsblatt" schreibt, einzelnen Minen drohe nun der Bankrott. Und auch für die Anleger hat das Leiden der Minengesellschaften Folgen.

Nach Angaben der Zeitung liegen die Förderkosten pro Feinunze derzeit bei 1500 bis 1600 Dollar. "Etwa die Hälfte der Minengesellschaften ist auf dem aktuellen Niveau nicht profitabel", sagte Joachim Berlenbach dem "Handelsblatt". Er ist Fondsberater bei Earth Resource Investment. Die relativ hohen Aufwendungen für eine solch geringe Menge Gold ergeben sich demnach sowohl aus den reinen Produktionskosten, als auch aus den Kosten für Exploration (Suche nach neuen Vorkommen), Verwaltung, Finanzierung und Investitionen in neue Projekte.

Minen haben Rentabilität vernachlässigt

Die Goldförderer seien nicht schuld am gesunkenen Goldpreis, schreibt das "Handelsblatt". In guten Zeiten hätten sie jedoch zu viel Geld für Übernahmen ausgegeben und hätten aus Wachstumsgründen die Rentabilität vernachlässigt. Außerdem seien zwischenzeitlich die Personal- und Energiekosten explodiert und die Abbauländer hätten unter anderem Pacht und Steuern erhöht.

Außerdem müsse die Branche ihre viel zu optimistischen Annahmen der Vergangenheit korrigieren. Allein Barrick Gold, der größte Goldproduzent der Welt, werde 5,5 Milliarden Dollar für ein Projekt in den Anden abschreiben. Ein Ausweg aus der Krise sei für die Minen das sogenannte "High Grading", also der bevorzugte Abbau in Minen mit hohem Goldanteil.

Kostenbremse tangiert künftige Goldförderung

"Die Firmen müssen aufhören, Unzen zu fördern, mit denen sie kein Geld verdienen, und sich stattdessen auf die konzentrieren, mit denen sie verdienen", sagt Evy Hambro vom Fondsanbieter Blackrock, der den milliardenschweren BGF World Gold (ISIN: LU0055631609) im Portfolio hat. Der Wert der Fondsanteile hat sich innerhalb eines Jahres von rund 58 Dollar auf zuletzt 27 Dollar praktisch halbiert.

Das "High Grading" gehe jedoch zulasten der künftigen Förderung, schreibt das "Handelsblatt". Grund sind die langen Vorlaufzeiten von mindestens zehn Jahren für die Erschließung einer Mine. Werde dort nun gespart, habe das Auswirkungen auf die zukünftige Förderung. Bei gleichbleibender Nachfrage würde das irgendwann preistreibend wirken. Die Experten sind sich jedoch nicht einig, wie es mit dem Goldpreis weitergeht. Das "Handelsblatt" zitierte einen Fondsmanager, der mit steigenden Kursen ab dem vierten Quartal rechnet. Dagegen sei die Credit Suisse der Ansicht, dass Gold als Krisenwährung ausgedient hat. Sie sieht Gold in einem Jahr bei 1150 Dollar.

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