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Boeing 787 Dreamliner: Aktie knallt nach neuem Feuer in den Keller


Schock für Boeing: Neuer Ärger mit dem Dreamliner

15.07.2013, 10:40 Uhr | rtr, dpa

Boeing 787 Dreamliner: Aktie knallt nach neuem Feuer in den Keller. Zwischenfall mit einem Boeing Dreamliner der Ethiopian Airlines auf dem Londoner Flughafen Heathrow (Quelle: Reuters)

Zwischenfall mit einem Boeing Dreamliner der Ethiopian Airlines auf dem Londoner Flughafen Heathrow (Quelle: Reuters)

Schockmoment für Boeing: Kaum wird ein neues Feuer beim Dreamliner bekannt, knallt die Boeing-Aktie in den Keller. Die Ursache des Vorfalls auf dem Londoner Flughafen Heathrow ist weiter unbekannt. Klar ist dagegen: Die Batterien sind nicht der Grund. Der Schaden an der Maschine der Ethiopian Airlines sei weit entfernt von den Batterien aufgetreten, teilten Experten mit. Nach einem Brand an diesen Bauteilen im Frühjahr durften die Dreamliner weltweit für drei Monate nicht starten.

Dreamliner: Batterie-Desaster erst frisch verdaut

Eigentlich hatten sie beim Airbus-Rivalen gerade erst das Desaster um die feuergefährlichen Batterien verdaut. Die Angst vor neuerlichen schwerwiegenden Macken bei dem hochmodernen Flugzeug sitzt tief. Kaum war die Nachricht in der Welt, rauschte die Boeing-Aktie am Freitag an der Wall Street um bis zu sieben Prozent in die Tiefe. Zum Börsenschluss in New York stand das Papier noch annähernd fünf Prozent im Minus in einem ansonsten freundlichen Markt für US-Aktien. Milliarden an Börsenwert verpufften.

Über die Gründe für das Feuer in London ist weiter nichts bekannt. Es habe einen erheblichen Hitzeschaden am hinteren Flugzeugrumpf gegeben, teilte die britische Verkehrsbehörde AAIB mit. Dies sei ein komplexer Bereich des Flugzeugs. Die Untersuchungen dauerten noch einige Tage. Dennoch stehe fest, dass der Hitzeschaden weit entfernt von dem Bereich aufgetreten sei, in dem die Batterien untergebracht seien, erklärte die AAIB. "Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Hinweis auf einen direkten kausalen Zusammenhang."

Niemand kam zu Schaden

Die "Financial Times" berichtete am Samstag, das Personal der Fluggesellschaft habe während einer Routinekontrolle ein Problem mit der Klimaanlage der Maschine bemerkt. Es seien Funken zu sehen gewesen, aber keine Flammen.

Immerhin kam niemand zu Schaden - der Flieger war leer. Er parkte nach Angaben von Ethiopian Airlines schon mehr als acht Stunden auf dem Flughafen, als der Rauch entdeckt wurde.

Rückschläge kann sich Boeing nicht leisten

Nun wird es darauf ankommen, was das Feuer auslöste. Vielleicht auch nur eine Unachtsamkeit, ein menschlicher Fehler? Einen neuen Rückschlag bei dem Prestige-Modell kann sich Boeing kaum leisten. Zuerst musste die Auslieferung wegen Problemen bei Entwicklung und Produktion um mehr als drei Jahre verschoben werden. Dann führten die feuergefährlichen Batterien Anfang diesen Jahres zu einem Startverbot für die gesamte Dreamliner-Flotte.

Daneben sorgten kleinere und größere Pannen wie austretender Sprit oder eine verrücktspielende Bremsanzeige immer wieder für Flugverspätungen, Flugausfälle und Flugabbrüche. Etwa zeitgleich zum Brand auf dem Flughafen Heathrow musste eine Maschine von Thomson Airways zum Flughafen Manchester zurückkehren - "wegen eines technischen Problems", wie die Tui-Tochtergesellschaft erklärte. Details nannte die Fluggesellschaft nicht.

66 Dreamliner bereits an Airlines übergeben

Für Boeing geht es um den Ruf und letztlich um viel Geld. In den Auftragsbüchern stehen 930 "Dreamliner", Stückpreis nach Liste bis zu 244 Millionen Dollar (187 Millionen Euro). 66 der Langstrecken-Jets wurden bis zur Jahresmitte an Fluggesellschaften übergeben.

Mit seiner neuartigen Konstruktion aus leichten Carbonfasern statt Alu ist der Dreamliner ein technischer Vorreiter. Der Jet sollte Boeing die Vormachtstellung am Himmel sichern. Doch nun spielt jede schlechte Nachricht dem Rivalen Airbus mit dem Konkurrenzmodell A350 in die Hände. Dieser Jet ist noch gar nicht draußen. Die Europäer können also aus jedem Fehler der Amerikaner nur lernen.

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