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Gastkolumne: Hat Gold seinen Glanz verloren?


Gastkolumne: Hat Gold seinen Glanz verloren?

19.07.2013, 13:35 Uhr | von Manfred Rath, KSW Vermögensverwaltung

Manfred Rath, Portfoliomanager bei der KSW Vermögensverwaltung (Quelle: privat )Manfred Rath, KSW Vermögensverwaltung (Quelle: privat ) Wir wissen genau, wo es herkommt, wie es gefördert und bis zum Einschmelzen als Goldbarren oder Schmuck verarbeitet wird, doch eines kennen wir von Gold nicht: den wahren Wert. Dennoch suchen wir nach dem künftigen Goldpreis.

Großen Einfluss auf die Entwicklung der Goldpreise üben die Notenbanken aus, die schätzungsweise ein Fünftel aller Bestände halten. In den Minen - vor allem in den USA, in Südafrika, China und Australien - werden jährlich rund 2400 Tonnen Gold gefördert. Die Gesamtmenge des gelben Edelmetalls beträgt weltweit lediglich schätzungsweise 160.000 Tonnen. Jahrzehntelang kannte der Goldpreis nur eine Richtung, nach oben. In den letzten beiden Jahren scheint dieser Trend gebrochen zu sein. Viele Anleger fragen sich, bis wohin fällt der Goldpreis?

Auf der Suche nach greifbaren Parametern, um einen fairen Goldpreis zu bestimmen, fällt eines immer wieder auf: Es gibt sie wohl nicht! So kann bei der Betrachtung der Vergangenheit kein wirklicher Zusammenhang mit der Inflation bewiesen werden.

Klar feststellbar ist, dass Menschen in Krisenzeiten vermehrt Gold als Absicherung des Geldvermögens kaufen. Denn Gold ist sowohl ein Zahlungsmittel als auch eine Möglichkeit zur Wertaufbewahrung. Gerade die letztgenannte Eigenschaft hat Gold über Jahrtausende vortrefflich erfüllt. Die sich entspannende Einschätzung der Krisen, ließ die Preise von rund 1900 US-Dollar je Unze im September 2011 auf zwischenzeitlich etwa 1250 US-Dollar sinken. Trotz des wirtschaftlichen Gefälles in Europa und der teilweise daraus resultierenden Arbeitslosigkeit der Südländer ist die Eurozone (noch) nicht auseinandergebrochen.

Gleichzeitig pumpen die Notenbanken weltweit Geld in noch nie dagewesenem Maße in den Wirtschaftskreislauf, um der Konjunktur den erforderlichen Auftrieb zu geben. Notenbanken, insbesondere aus den Schwellenländern, sind allerdings auch wieder als Nettokäufer von Gold auszumachen. Diese haben nämlich ein großes Aufholpotenzial bei der Streuung Ihrer Währungsreserven. Das wird dem Goldpreis (mittelfristig) wieder Auftrieb geben.

Befragt man die Charttechnik, so gibt es zahlreiche Unterstützungslinien im Bereich von 1075 bis 1225 US-Dollar (entsprechend knapp 900 bis 950 Euro) je Feinunze (31,1 g). Viel tiefer sollte der Goldpreis also nicht mehr fallen. Zuletzt wurde die Marke von 1300 Dollar mehrmals vergeblich zu überschreiten versucht. Aktuell notiert die Gold-Unze bei 1290 Dollar bzw. 985 Euro.

Fazit: Trotz der in den letzten Wochen gefallenen Notierungen ist der langfristige Aufwärtstrend der Edelmetalle, der nach der Jahrtausendwende begann, noch nicht vorbei. In der nächsten Zeit besteht beim Gold noch Konsolidierungsbedarf. Auf lange Sicht bleibt es jedoch eine kluge Absicherung gegen die Risiken im Finanzsystem. Es gibt noch genügend Sprengstoff für wieder steigende Preise. Niedrige Kurse bei den Unterstützungslinien bieten gute Einstiegsmöglichkeiten - vor allem für diejenigen, die noch kein Gold besitzen.


Der Autor, Manfred Rath, ist Portfoliomanager bei der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg. Im Rahmen seiner gut 30-jährigen Tätigkeit im Vermögensanlagen-Geschäft arbeitete er zuvor bei der Bayerischen Vereinsbank und bei der BHF-BANK, dort zuletzt als stellvertretender Leiter der Niederlassung Nürnberg.

-- Die Meinung von Gastautoren ist unabhängig von der Meinung der Redaktion von t-online.de. --

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