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Rohstoffe: Goldman Sachs entdeckt Aluminium als Goldgrube


Goldman Sachs entdeckt Aluminium als Goldgrube

23.07.2013, 11:50 Uhr | t-online.de

Die US-Bank Goldman Sachs hat offenbar einen neuen Weg gefunden, Geld zu verdienen. Wie die "New York Times" (NYT) berichtet, manipuliert die Bank den Aluminium-Preis und verdient damit Milliarden. Dazu soll die Bank ein gewitztes System erfunden haben, um das Aluminium dem Markt vorzuenthalten und damit seinen Preis nach oben zu treiben.

Laut der Zeitung unterhalten Tochtergesellschaften der Bank 27 Lagerhäuser im Großraum Detroit, zwischen denen Lastwagen-Flotten das Aluminium hin- und hertransportieren. Mehrmals täglich würden so die tonnenschweren Aluminium-Quader umgeschlagen. Der Sinn des Ganzen erschließt sich erst auf den zweiten Blick.

Längere Lagerzeit, höherer Preis

Zum einen werde so die Lagerzeit des Aluminiums verlängert, schreibt die "New York Times", woran die Bank Millionen im Jahr verdiene, weil ihr die Lager gehörten. Zum anderen werde der Preis des Metalls dadurch in die Höhe getrieben, denn es wird dem Markt entzogen. Die "NYT" schreibt, bevor Goldman Sachs die Firma Metro International Trade Services gekauft habe, hätten Industriekunden etwa sechs Wochen auf ihr Aluminium warten müssen. Seitdem sei die Wartezeit auf 16 Monate gestiegen.

Vorschriften für die Industrie sehen vor, dass das Metall nicht unendlich lange in einem Lager bleiben darf. Das ist der Grund für die Verschiebung zwischen verschiedenen Lagerhäusern, womit diese Vorschrift umgangen wird. Mindestens 3000 Tonnen müssten das Lager täglich verlassen, was ja offenbar auch passiert. Aber es kommt nicht beim Kunden an, sondern lediglich in einem anderen Lager.

Aluminium ist noch nicht das Ende

Da ein Viertel des in den USA verfügbaren Aluminiums bei Metro lagere, sei der Effekt auf den Markt durchaus bedeutend. Firmen mit hohem Aluminiumverbrauch wie etwa Coca-Cola seien zwar dazu übergegangen, Aluminium anderswo einzukaufen, müssten aber dennoch höhere Preise bezahlen. Amerikanische Endverbraucher seien so insgesamt mit fünf Milliarden Dollar zusätzlich innerhalb der letzten drei Jahre belastet worden.

Was bei Aluminium funktioniert, könnte demnächst auch bei Kupfer passieren. Laut "NYT" hat die US-Börsenaufsicht SEC bereits Ende 2012 erlaubt, dass Banken und Investoren wie JPMorgan Chase, Goldman und BlackRock bis zu 80 Prozent des auf dem Markt verfügbaren Kupfers aufkaufen dürfen.

Deregulierung müsste rückgängig gemacht werden

Zwar habe der US-Kongress lange versucht, eine Mauer zwischen Banken und Handel aufrechtzuerhalten. Die Deregulierung ab den 1980ern habe es Banken dann aber zunächst ermöglicht, auch in den Handel mit Öl und Rohstoffen einzusteigen. Später wurde ihnen auch erlaubt, in der Rohstoff-Lagerung und beim Transport tätig zu werden.

Eine Lösung des Verknappungsproblems durch Banken könnte das Federal Reserve Board sein, schreibt die Zeitung. Das Spitzengremium der US-Notenbank müsste nämlich nur die Ausnahmegenehmigung zurückziehen, die es Banken ermöglicht, in Nicht-Finanzanlagen zu investieren. Doch danach sehe es derzeit nicht aus.

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