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Kik weist Kritik zurück: Doch Hilfen für Arbeiter in Bangladesch


Kein Geld für Fabrikarbeiter in Bangladesch: Kik weist Kritik zurück

25.07.2013, 15:18 Uhr | AFP, t-online.de

Kik weist Kritik zurück: Doch Hilfen für Arbeiter in Bangladesch. Die eingestürzte Fabrik Rana Plaza am Rande von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka (Quelle: Reuters)

Die eingestürzte Fabrik Rana Plaza am Rande von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka (Quelle: Reuters)

Der Textildiscounter Kik hat sich bisher noch nicht geäußert, welche Entschädigungszahlungen er nach dem verheerenden Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch leisten will. Das hat die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast nach einem Besuch am Unglückort kritisiert. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück und sprach von Hilfen in anderen Bereichen.

Das Unternehmen habe Verantwortung übernommen, indem es "sofort nach dem Unglück" im April "erste Maßnahmen zur direkten Hilfeleistung" unternommen habe, teilte Kik mit. Kik habe sich zusammen mit einer angesehenen örtlichen Nichtregierungsorganisation um die ärztliche Betreuung der Verletzten gekümmert und unterstütze eine langfristige Betreuung, "die sich sowohl auf den therapeutischen Bereich als auch auf den Ausbildungsbereich bezieht".

Nur sechs Unternehmen haben bisher Zusagen gemacht

Nach Berechnungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO sind aufgrund geltender Entschädigungsregeln (Konvention 121) mehr als 54 Millionen Euro fällig. Bisher hätten nur sechs Modeunternehmen überhaupt eine Form von finanzieller Entschädigung versprochen: Primark, Matalan und Premier Clothing (Großbritannien), El Corte Ingles (Spanien), Loblaw (Kanada) und PVT (Dänemark).

Von ihnen hat nach Angaben der Kampagne für saubere Kleidung nur Primark zugesagt, die Höhe der Entschädigung nach den Formeln zu berechnen, die von den Gewerkschaften vorgeschlagen wird.

Kik äußert sich nur höchst vage

Auf Anfrage von t-online.de, ob Kik in der Zukunft ebenfalls Entschädigungen zahlen werde, antwortete eine Pressesprecherin sehr vage: Mit der Art der bereits geleisteten Hilfen wie Therapie und Ausbildungsförderung mache das Unternehmen deutlich, "dass wir in der Allianz mit anderen Unternehmen zu Hilfeleistungen bereit sind". Das geschehe, obwohl zum Zeitpunkt des Unglücks im Rana Plaza nicht für Kik produziert worden sei. Allerdings hatte der Discounter nach einer NDR-Recherche bestätigt, dass "indirekt über einen unserer Importeure bis Anfang dieses Jahres dort produziert wurde."

Kik gehört auch zu den 70 internationalen Unterzeichnern eines Brandschutz- und Sicherheitsabkommens. Es sieht unabhängige und regelmäßige Kontrollen der Fabriken vor, bei Mängeln dürfen die Beschäftigten die Arbeit niederlegen.

Künast: Gesundheitszentrum reicht "bei Weitem nicht aus"

Künast hatte in einem Brief an den Kik-Chef Heinz Speet kritisiert, es sei "völlig unverständlich", warum Kik bislang noch "keine klaren Zusagen für Entschädigungen gemacht" habe. Dass Kik ein Gesundheitszentrum unterstütze, reiche "bei Weitem nicht aus", andere Unternehmen hätten sich bereits zu Zahlungen geäußert.

Der Brand und der anschließende Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza am Rande der Hauptstadt Dhaka Ende April gilt als der schlimmste Industrieunfall in der Geschichte Bangladeschs. 1127 Menschen starben, 2438 wurden verletzt.

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